The Blackout

  1. Ø 0
   1997
The Blackout Poster

Filmhandlung und Hintergrund

The Blackout: Mord-Mysterium in Hollywood und Seelendrama eines Schauspielers vom Regisseur von "Bad Lieutenant".

Der massive Konsum von Drogen und Alkohol hat Schauspielstar Matty an den Abgrund getrieben, seine Verlobte hat ihn verlassen. Nach einem besonders schlimmen Absturz zieht er einen Schlußstrich. 18 Monate später ist Matty clean, aber er wird von quälenden Visionen geplagt, er könne bei seinem letzten Blackout tatsächlich einen Mord begangen haben.

Trotz privaten Glücks und beruflichen Erfolgs ist der Hollywod-Star Matty in einem Strudel aus Drogen und Alkohol gefangen. Als seine Freundin Annie ihm gesteht, ihr gemeinsames Baby abgetrieben zu haben, dreht Matty durch und die beiden trennen sich. Bald darauf erleidet Matty in Folge hohen Alkoholkonsums einen Blackout und vergewaltigt eine Kellnerin. Erst 18 Monate später hat er dank Susan, einer neuen Liebe, sein Leben wieder im Griff. Nachts quälen ihn jedoch panische Alpträume – die Schatten der Vergangenheit drohen ihn einzuholen…

Mord-Mysterium in Hollywood und Seelendrama eines Schauspielers vom Regisseur von „Bad Lieutenant“.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Was man Abel Ferrara sicher noch nie vorwerfen konnte, war Zaghaftigkeit im Umgang mit schwierigen psychologischen Stoffen oder Furchtsamkeit, in die Abgründe der conditio humana mit gezückter Kamera einzutauchen. In „The Blackout“ schwelgt der New Yorker Regie-Renegat erneut in jenem Pfuhl aus Sex, Drogen und besinnungsloser Gewalt, aus dem er bislang seine emotional stärksten Filmfiguren und -geschichten zog. Einzig die Geschichte, das als Mord-Mysterium angelegte Seelendrama eines Schauspielers, will dabei diesmal nicht so recht auftauchen.

    Bei der Auswahl seiner Themen beschränkte sich Ferrara, der auch seine eigenen Dämonen mit jedem Film aufs neue exorziert, schon immer auf die großen Fragen nach Schuld (und Sühne), Identität (und deren Auflösung), Determinismus (und die Auflehnung dagegen) und der Heilkraft der (christlichen) Liebe. Eher als philosophischer Flachköpper dagegen präsentiert sich „The Blackout“: Hauptfigur ist der Schauspieler Matty, der sich im Konsum von Drogen und in einer exzessiven Liebe zu seiner Freundin Annie aufzehrt. Als Mattys Selbstzerstörungs-Trip auch Annie und das gemeinsame, ungeborene Kind einbezieht, beendet sie die Beziehung. Matty rutscht daraufhin noch tiefer in die Drogen ab. In einer fatalen Nacht konfrontiert ihn der zwielichtige Video-Künstler Micky mit einer Zufallsbekanntschaft Mattys, die er als Annie verkleidet hat, und filmt seine Reaktionen. Das inszenierte „Spiel“ endet mit einem Mord und dem Blackout Mattys.

    In der zweiten Hälfte des Films zeigt Ferrara uns eine veränderte Hauptfigur: Matty hat eine Entziehungskur hinter sich, und die Frau an seiner Seite hat sich von der schwarzhaarigen Sexbombe Annie zur blonden Reformhausgöttin Susan gewandelt. Mattys Suche nach Annie und seine Versuche, das dunkle Loch in seiner Erinnerung mit Bildern zu füllen, wäre klassisches Material für einen Psycho-Thriller. Doch Ferrara verliert schnell sein Interesse an der Story und sich selbst in existentialistischen Montage-Kunststückchen. Früh läßt er durchblicken, was wie und warum passiert ist, nimmt dem Film dadurch die meiste Spannung und beschränkt sich anschließend darauf, Mattys Märtyrium darzustellen, indem er ihn trunken zwischen barbusigen Starlets oder auf dem Fußboden seines Miami-Appartements herumrutschen läßt. Dabei trägt Matthew Modine seine Hauptrolle mit noch größtmöglicher Würde und Glaubhaftigkeit, während Beatrice Dalle als Annie sich auf das Ausfüllen ihres Lederbustiers beschränkt und Claudia Schiffer (in ihrer zweiten Kinorolle) als Susan wenig mehr als ihren Namen einzubringen hat.

    Stilistisch freilich steht „The Blackout“ Ferraras früheren Arbeiten kaum nach. Wie zuvor bereits in „Dangerous Game“ experimentiert der Regisseur sowohl vor wie hinter der Kamera mit dem unmittelbaren Medium Video, das Dennis Hopper (als Untergrundkünstler an der Grenze zur Selbstparodie) zur Dokumentation moralischer Schock-Szenarien nutzt. Kameramann Ken Kelsch, auch er ein alter Mitstreiter im Team Ferraras, findet für die glatte, emotional kalte Geschichte die entsprechenden Bilder und filmt das sonnige Miami wie ein verboten schimmerndes New York am Strand. evo.

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