The Big White - Immer Ärger mit Raymond

  1. Ø 4
   2005
The Big White - Immer Ärger mit Raymond Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

The Big White - Immer Ärger mit Raymond: Schwarze Komödie um einen Reisebüro-Besitzer in Alaska und dessen bizarren Versicherungsbetrug.

Als der hoch verschuldete Paul Barnell (Robin Williams) im Schnee vor der Haustür in Alaska die Leiche eines Mannes entdeckt, zögert er nicht, den Toten als seinen seit fünf Jahren verschollenen Bruder auszugeben. Nur so könnte er endlich an die Versicherungsmillion heran kommen, die der Versicherungsagent Ted (Giovanni Ribisi) seither zurück hält. Der ahnt auch prompt die krumme Tour und beginnt zu schnüffeln – genau so wie die Gangster, deren Mordopfer als Pauls Bruder bestattet wurde.

Die Coen-Brothers lassen schön grüßen, wenn in dieser schwarzen Komödie des erfahrenen TV-Regisseurs Mark Mylod manch hoffnungsfroher Schlaukopf von Murphys Law dahin gerafft wird.

Paul hat keine Kunden in seinem Reisebüro in Alaska. Um seiner Frau eine teure Therapie gegen ihr angebliches Tourette-Syndrom zu ermöglichen, plant er einen Versicherungsbetrug. Eine zufällig gefundene Leiche will er als dies seines verschollenen Bruder ausgeben. Er deponiert sie im Kühlschrank und lässt sie dann von Wölfen anknabbern.

Nachdem Paul Barnett mit seiner Geschäftsidee, im tiefsten Alaska Südsee-Reisen feilzubieten, grandios gescheitert ist, muss er andere Geldquellen auftun. Eine Leiche im Müllcontainer, die er als seinen lebensversicherten Bruder Raymond ausgibt, scheint alle seine Probleme zu lösen. Auf dem Weg zum großen Geld muss er nur noch an einem sehr pingeligen Versicherungsbeamten, zwei Auftragskillern auf der Suche nach ihrem Opfer und dem quicklebendigen und nicht ganz zu Unrecht stinksauren echten Raymond vorbei.

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „The Big White“ ist eine sarkastische Komödie mit skurrilen Charakteren, Dialogen und Zufällen. Die Eingangsszene ist alles andere als lustig: In der blendend hellen Weite läuft eine Frau, bis sie zu Boden fällt und liegen bleibt. Das Weiß des allgegenwärtigen Schnees ist hier nicht dazu da, die Menschen aufzuheitern, sondern hat etwas Bedrückendes, Sinnloses. Auch der gedrückte, gutmütige Paul steht kurz davor, im kalten Schneetreiben den Halt zu verlieren.

    Robin Williams hat als dieser Paul, den das raue Leben so beutelt, eine Glanzrolle fern von allem billigen Slapstickhumor. Sein Talent, menschliche Wärme, Empfindsamkeit und schmerzliche Begrenzung zu verkörpern, hält hier die ganze Geschichte zusammen. Pauls enorme Leidensfähigkeit speist sich aus seiner Liebe zu Margaret. Und diese von Holly Hunter gespielte Frau im Pyjama ist nun nicht gerade leicht zu nehmen. Sie hüpft durch die Wohnung, wirft sich spontan in den Schnee, und leidet auch sonst – oder macht sie sich nur besonders dreist darüber lustig? – am Tourette-Syndrom in einer unangenehmen Form. Sie flucht auf obszöne Weise, jederzeit und vor allem dann, wenn sie besonders gut drauf zu sein scheint. Eine Therapie, oder eine Reise in den Süden, das ist es, was Paul seiner Frau so dringend ermöglichen will.

    Und dann stellt sich ihm dieser junge, zynische Karrierist von der Versicherungsgesellschaft in den Weg. Aber auch der hat wiederum seine Gegenspieler, wie seine Freundin Tiffany, die als eine Art Telefonseelsorgerin jobbt und viel von emotionaler Nähe hält. Oder den Polizisten, der ihm deutlich sagt, er solle keine Zweifel an Pauls Aussage haben, dass der Tote sein Bruder sei: „Die Leute hier mögen simple Dinge.“ Doch der Agent will nicht hören. Dafür ist er einfach zu smart.

    Der Witz der Geschichte liegt in dem intelligent konstruierten Konflikt der vielen gegensätzlichen Charaktere. Die beiden Auftragskiller, die Margaret als Geisel nehmen, sind schwer überfordert, vor allem mit der schnippischen Prinzessin auf der Erbse. Und Woody Harrelson als Raymond schlägt seinen Bruder zusammen, verspottet ihn als „Pfütze“ und fordert, das Sicherheitsrisiko Margaret nach dem Deal umzubringen.

    Skurril, makaber und gänzlich unverfroren sind die Details, die den Stil von „The Big White“ prägen: zum Beispiel die Schwierigkeiten von Paul, die fremde Leiche in den Kühlschrank zu quetschen. Oder wie er die Leiche später in der Wildnis mit Speck verziert, um Wölfe anzulocken. Es macht Spaß und ist keineswegs dümmlich, Pauls wechselvollem Ringen um das Glück seiner Ehefrau zuzuschauen.

    Fazit: Schräge, vom Spiel der Gegensätze getragene Komödie im Schnee von Alaska mit guten Darstellern.
  • In Alaska versucht Robin Williams als finanziell klammer Reisebüro-Besitzer einen bizarren Versicherungsbetrug mit zweifelhaftem Erfolg.

    Aberwitz und Absurdität sind die Zutaten dieser Komödie im Eis und Schnee Alaskas. Die Kälte von 25 Grad Minus scheint Menschen mit Macken hervorzubringen. Allen voran Robin Williams als total abgebrannter Mini-Unternehmer, der ohne jegliche Kundschaft die Zeit in seinem Reisebüro totschlägt. Seine Frau gibt vor, am Tourette-Syndrom zu leiden und macht ihm das Leben nicht leichter. Um ihr eine teure Therapie zu ermöglichen, plant er einen Versicherungsbetrug. Da die Lebensversicherung seines verschollenen Bruders ohne nachweisbaren Tod erst in zwei Jahren zahlt, packt er die Gelegenheit beim Schopf bzw. eine zufällig gefundene Leiche am Kragen, deponiert sie erst im Kühlschrank, um sie dann von Wölfen anknabbern zu lassen. Die Sache klappt. Der entstellte Tote wird als Bruderherz identifiziert und der Scheck ist in greifbarer Nähe. Leider riecht ein ehrgeiziger Versicherungsagent Lunte und zu allem Übel kreuzt der Beerdigte kreuzfidel auf und will auch sein Stück vom Money-Kuchen.

    Dass die Story um den Ein-Millionen-Dollar-Betrug nur bedingt funktioniert, liegt jedenfalls nicht an der ungezähmten Natur und den atemberaubenden Landschaftsbildern in blendendem Weiß. Es sind die Figuren, an die sich der Zuschauer gewöhnen muss. Williams als liebender Gatte, dilettantischer Betrüger und unfähiger Geschäftsmann erfordert Geduld, wie auch Holly Hunter als permanent plappernde psychisch Kranke, Woody Harrelson als harter Haudrauf und zwei psychopathische Killer ohne Hirn. Dagegen macht es Spaß, Giovanni Ribisi als karrierebessessenem Versicherungsagent bei der verbissenen Recherche zuzuschauen. Unverhofft komische Momente und einige „Unappetitlichkeiten“ halten sich die Waage. Wenn Hunter die Bonsai-Killer mit Quasselei zum Wahnsinn treibt, um dann ein herrliches Fraternisierungstheater aufzuziehen, ist das amüsant. Wenn aber Williams die fremde Leiche mit „Appetithäppchen“ dekoriert, um gefräßige Tiere anzulocken oder beim finalen Showdown die Bösen ins Gras bzw. Eis beißen, kippt die schwarze Komödie um. Obgleich das durchaus unterhaltende Werk sich in einigen Sequenzen stark an „Fargo“ orientiert, stellt es die Geschmacksnerven auf eine Probe. mk.

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