Filmhandlung und Hintergrund

Drama im orthodox-jüdischen Milieu um eine Frau, die zu neuem Selbstbewußtsein findet.

Sonja hat einen lieben Mann und einen Sohn, doch füllt sie ihr Leben als Hausfrau und Mutter nicht aus. Gegen den Willen ihres strenggläubigen, jüdischen Mannes nimmt sie eine Stelle bei einem Juwelier an, verliebt sich in ihren Schwager und findet Seelenverwandtschaft bei einem farbigen Arbeitskollegen: Zuviel der Freiheit für die strenge Religionsgemeinschaft.

Sonia, mit dem jungen Rabbiner Mendel verheiratet, will nicht nur treusorgende Mutter und Hausfrau sein. Da bietet ihr Mendels Bruder Sender einen Job in seinem Juweliergeschäft an und damit auch die Möglichkeit, aus der Enge der chassidischen Gemeinde zu entfliehen. Sonia blüht auf, gibt sich dem sexuellen Drängen Senders hin und verliebt sich obendrein in den farbigen Künstler Ramon. Der Preis für diese neue Freiheit ist hoch: Freunde und Nachbarn verstoßen sie aus ihrer Gemeinschaft, Sonia muß ihr Leben neu ordnen…

Sonja nimmt gegen den Willen ihres strenggläubigen Mannes einen Job als Juwelenschätzerin an und verhilft einem schwarzen Künstler zur Karriere. Die Glaubensgemeinschaft stößt sie aus. Drama im orthodox-jüdischen Milieu um eine Frau, die zu neuem Selbstbewußtsein findet. Mit Renee Zellweger aus „Spiel des Lebens“.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Teurer als Rubine: Drama im orthodox-jüdischen Milieu um eine Frau, die zu neuem Selbstbewußtsein findet.

    In die fremde Welt der New Yorker Chassiden entführt Boaz Yakin mit seinem zweiten Spielfilm. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die mehr sein will als nur die Gattin eines angesehenen Rabbiners und aus dem goldenen Käfig der fürsorglichen Gemeinschaft ausbricht. Als Hauptdarstellerin in diesem leisen Drama überzeugt Renée Zellweger, die derzeit in „One True Thing“ wieder ihr Talent unter Beweis stellt.

    Schon in seiner ersten, in Sundance preisgekrönten Regiearbeit „Fresh“ für Miramax erzählte Boaz Yakin von einem Jungen, der sich nicht von seinem Milieu unterkriegen läßt. Auch in „Teurer als Rubine“ kämpft ein Mensch um ein Stück Freiheit und Selbstbestimmung im orthodox-jüdischen Milieu, das zwar konformen Mitgliedern die Schutzfunktion und das Wohlwollen einer großen Familie bietet, Abtrünnigen aber mit Aggressionen begegnet. Die Chassidin Sonja (Renée Zellweger) hat vordergründig alles, was eine Frau ihres Glaubens und Standes braucht: Einen liebenden Mann, einen gesunden Sohn, Rückhalt bei Freunden und Verwandtschaft. Eine Frau, die sich für ihre Familie aufopfert, ist in dieser Gemeinschaft einen teueren Preis wert, der höher liegt als der von Rubinen (analog dem Titel). Aber die reduzierte Rolle als Mutter und Hausfrau und das freudlose Sexleben reichen ihr nicht. So nimmt sie gerne die Stelle bei einem Juwelier an, wo sie ihre Fachkenntnis und ihren Geschmack in puncto Edelsteine verwerten kann, endlich (Selbst-)Bestätigung findet - aber auch unbekannte körperliche Freuden mit ihrem Schwager. Als sie dann noch wagt, mit einem farbigen Künstler zusammenzuarbeiten und so etwas wie Seelenverwandtschaft findet, ist das Mass voll. Mit Schimpf und Schande wird sie aus der orthodoxen community gejagt.

    Boaz Yakin geht das Thema sensibel an, die Selbstverwirklichung und Selbstfindung einer Frau wird nicht zu feministischem Elaborat, sondern zur Reflektion über die Zielsetzung weiblicher Lebensentwürfe, über die Vielschichtigkeit eines ganz normalen Menschen, der zum Außenseiter wird, weil er sich nicht den Geboten und Ritualen einer rigiden Gruppe unterordnet. Der Absolvent der Filmschule der New York University nimmt sich Zeit. In dichter Atmosphäre entwickelt er die einzelnen Charaktere, ohne die religiös orientierten Figuren lächerlich zu machen. Der behutsame Rhythmus mag für den an schnellen Schnitten gewöhnten Zuschauer behäbig wirken, spiegelt aber detailliert und lebensnah den Kosmos der Chassiden wieder. An der Kinokasse sollte bei einem gezielten Marketing „Teurer als Rubine“ seinen Preis wert sein. mk.

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