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Kritikerrezensionen

  • Punktuell war Coppola ja auch nach den 70er Jahren nicht ganz schlecht; sein letzter Film, „Jugend ohne Jugend“, aber war ein absoluter Tiefpunkt, ohne Sinn und Verstand. Nun ist sein neuer Film, selbstgeschrieben und -produziert, auf jeden Fall besser: immerhin ist ein Sinn, eine Bedeutung zu erkennen. Was nicht heißt, dass „Tetro“ gut wäre – interessant aber ist er auf jeden Fall.

    Coppola erzählt eine Familiengeschichte, inspiriert sicherlich von der eigenen Autobiographie: zwei Halbbrüder treffen sich, beide laborieren am patriarchalischen Vater, einem genialen Dirigenten, der die Kreativität des Sohnes Angelo nicht anerkennen will, der ihm das Schriftstellerdasein verbietet; der auch den eigenen Bruder, Onkel Alfie, ins zweite Glied gestellt hat: in dieser Familie kann es nur ein Genie geben. Erleuchtend für diese Geschichte ist sicherlich, dass Coppolas eigener Vater Carmine ein bekannter, anerkannter Komponist war, der zudem in Konflikt mit seinem Bruder Anton stand, einem Dirigenten – und, ein Hintergrund, den der Film gar nicht behandelt: auch Coppola ist so eine Art Patriarch geworden seiner Sippe, der Godfather für all die Kinder, Nichten und Neffen – einige von ihnen haben an diesem Film mitgearbeitet.

    Coppola möchte sichtlich mit „Tetro“ ein Gesamtkunstwerk schaffen, verbindet Film mit Musik (der Dirigent), Literatur (Angelo/Tetro, der Schriftsteller), Theater und Tanz (Tetros Memoiren werden zu einem Tanztheaterstück umgearbeitet). Gegenwart – in Schwarz-Weiß – und traumatische Vergangenheit – in Farbe – stellt er nebeneinander, dazu die gekritzelten Fragmente aus Tetros Romanfragment, immer wieder auch Ausdruckstanz-Sequenzen, die das Geschehen kommentieren: diese Verbindungen und Aufeinanderschichtungen diverser Kunstformen sind durchaus nicht ohne Faszination; doch der Film zeigt auch deutlich, dass auch – oder gerade – jemand wie der Patriarch Coppola eine Kontrollinstanz bräuchte.

    Denn insgesamt ist der Film schlicht zu lang; manches ist viel zu kompliziert erzählt; anderes, Interessantes, wird allzuschnell übergangen; und vieles, allzu vieles wird doppelt und dreifach gesagt, und dann noch mal als Tanz dargeboten... So dass sich eben keine durchgehende emotionale Spannung, kein übergreifender Bogen ergibt. Ja: man kann als Regisseur die Handlung unterbrechen für einen witzigen Ehekrach, für eine in einem Hinterzimmer dargebotene Travestie-Striptease-Theaterversion von „Faust“. Aber dann muss der Film eben insgesamt doch etwas mehr bieten als eine fiktionalisierte persönliche Geschichte seines Regisseurs. Mitunter scheint „Tetro“ so etwas zu sein wie ein Blick in Coppolas Familienalbum, mit Fotos aus lang vergangener Zeit, aus seiner Kindheit, in deren Emotionen er schwelgt – und es fragt sich, wen außer Mitgliedern seiner Sippe das so richtig packen soll.

    Fazit: Coppola holt aus zum großen Rundumschwung, um seinen Film als Gesamtkunstwerk auszugestalten – so richtig gelungen ist das nicht, aber immerhin interessant.

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