Filmhandlung und Hintergrund

Der fünfte "Tatort" mit Ulrich Tukur als Felix Murot ist ein Spiel mit doppeltem Boden.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Wer bin ich?: Der fünfte "Tatort" mit Ulrich Tukur als Felix Murot ist ein Spiel mit doppeltem Boden.

    Ulrich Tukur gerät unter Mordverdacht und zweifelt an sich und seinem LKA-Alterego Felix Murot - ein selbstreflexiver „Meta-Krimi“ von Bastian Günther.

    Felix-Murot-„Tatorte“ sind anders. Der LKA-Ermittler stellt nie die üblichen Kommissarfragen, klappert keine Verdächtigen ab und rekapituliert auch nicht alle zehn Minuten den Stand der Dinge. Große Oper, mal Shakespeare, mal Italo-Western, war „Im Schmerz geboren“, ganz Edgar Wallace verpflichtet „Das Dorf“ - und nun ist Nabelschau angesagt, ein selbstreflexiver Film-im-Film - Truffauts „,Die amerikanische Nacht“ lässt grüßen - oder, wie es hr-Redakteur Jo?rg Himstedt ausdrückt, ein „Meta-Krimi“.

    Harmlos, altbekannt, geht „Wer bin ich?“ los. Murot, gewohnt souverän vom großartigen Ulrich Tukur gespielt, und Magda Wächter (Barbara Philipp) werden ins Parkhaus der Wiesbadener Spielbank gerufen. Ein Toter wurde dort gefunden, im Zuge der Spurensicherung taucht im Kofferraum einer Luxuslimousine eine weitere Leiche auf. „Cut!“ Die Kamera zieht auf. Ein wuseliger Filmset. Tukur, dessen Alterego inzwischen ja vom Gehirntumor befreit ist, leidet an Kopfschmerzen. Ein Kater, Nachwirkung des „Bergfests“ vom vergangenen Abend - „Filmriss“ inklusive.

    Ganz unerwartet tritt die „wirkliche“ Polizei auf den Plan, Tukur wird des Mordes verdächtigt. Es hat ein „echtes“ Opfer gegeben, ein Teammitglied, das kurz zuvor im Kasino gewonnen hatte. Tukur war in dessen Begleitung, das Geld ist verschwunden. Die Kollegen rücken vom prominenten Mitspieler ab, mit der Solidarität ist’s nicht weit her. Bissig-böse wird mit dem Filmgeschäft abgerechnet, mit Illusionen gespielt - was ist Fakt, was Fiktion? - und über die Widerspru?chlichkeiten des Genres reflektiert. Regisseur und Autor Bastian Günther („Houston“) nimmt mutig kein Blatt vor den Mund - Himstedt, von Michael Rotschopf als „Jens Hochstätt“ verkörpert, hat ihm jegliche Freiheiten gelassen.

    Die „Filmfamilie“ zieht sich selbst lustvoll durch den Kakao, gönnt sich Slapstickeinlagen, mault, intrigiert und steckt in der Kantine verschwörerisch die Köpfe zusammen. Neo-„Tatort“-Kommissarin Margarita Broich beschwert sich über den Macho-Kollegen Wolfram Koch, der wissen will, ob man eine Pistole besser mit einer Hand oder zwei hält. Martin Wuttke leidet unter arger Geldnot, seitdem seine Stelle in Leipzig gestrichen wurde, während Tukur angeblich einen super Vertag in der Tasche hat. Viel Konstruktion, zig Rochaden, trotzdem wieder ein unterhaltsamer und verzwickter Fall - mit einer raffinierten Schlusspointe, in der Tukur Murot philosophierend gegenübersitzt. geh.

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