Filmhandlung und Hintergrund

Die Kölner Kommissare versuchen die Todesumstände eines mutmaßlichen Kindermörders aufzuklären.

Kurz nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wird ein Kindermörder tot im Müllcontainer erfunden. Selbst unter den Polizisten ist die Meinung verbreitet, der Täter habe eher Belohnung als Strafe verdient. Im Gegensatz zum impulsiven Schenk, der zudem gerade Großvater geworden ist, bemüht sich Ballauf um eine objektive Haltung. Der Tote hatte diverse Feinde, denn neben dem Vater des vor Jahren ermordeten Jungen hat ihn auch die eigene Familie gehasst.

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    Kritikerrezensionen

    • Tatort: Verdammt: Die Kölner Kommissare versuchen die Todesumstände eines mutmaßlichen Kindermörders aufzuklären.

      Filme über den Missbrauch von Kindern sind immer eine Gratwanderung: Was darf man zeigen und schildern, ohne die Pädophilie auch noch zu bedienen? Und wie erzählt man die Geschichte, ohne den dumpfen, diffusen Hass und die Sehnsucht nach schlichten Lösungen („für immer wegsperren“) zu verstärken? „Wut ist keine Lösung“, sagt Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) mal in diesem Film.

      Wie so oft in den Kölner „Tatort“-Krimis bemüht sich der Kommissar um eine objektive, nüchterne Haltung, während sein impulsiver Kollege Schenk (Dietmar Bär), zudem gerade Opa geworden und daher besonders empfindlich, die Stimme des Volkes repräsentiert. Und dieses Volk ist gar nicht traurig, als ein vorzeitig aus dem Gefängnis entlassener Kindermörder Tags drauf erstochen in einem Müllcontainer gefunden wird. Selbst unter den Polizisten sind nicht wenige der Meinung, das geschehe ihm Recht; der Mörder, so lässt Autor Jürgen Werner in den Dialogen immer wieder durchschimmern, habe eher Belohnung als Strafe verdient.

      Trotzdem ist dieser Film mit dem in mehrfacher Hinsicht treffenden Titel „Verdammt“ alles andere als eine Aufforderung zu Lynchjustiz; man hat fast Mitleid mit dem Toten, eine Haltung, die den Umständen, wie sich am Ende zeigt, sogar eher gerecht wird. Ohnehin ist die Handlung viel komplexer, als es zunächst scheint. Der Leichenfund ist bloß Auftakt zu einer sorgfältig erzählten und von Maris Pfeiffer sensibel inszenierten Geschichte. Am Ende steht die Erkenntnis, dass es unterschiedliche Formen des Missbrauchs von Kindern gibt, die sich aber so oder so ein Leben lang auswirken; und zwar bei allen Beteiligten. Sämtliche Figuren dieses Films fristen eine mehr oder weniger verkorkste Existenz, allen voran die Familie des Kindermörders, auf der dieses Stigma wie ein Fluch lastet; vom Vater des toten Jungen ganz zu schweigen.

      Pfeiffer gelingt überdies die Gratwanderung. Ein kurzer Film über ein kleines Mädchen, der ohne den Kontext völlig harmlos wäre, ist neben einigen Andeutungen im Dialog das einzige Zugeständnis an die diffizile Materie; ansonsten verzichtet die Geschichte auf jede Form von Spekulativität. Sie lebt ohnehin viel stärker von den Beziehungen zwischen den sehr treffend und auch in kleinen Rollen namhaft besetzten Figuren (Matthias Koeberlin, Bernhard Schütz, Hans-Jochen Wagner, Sandra Borgmann, Oliver Nägele). In diesen Phasen wird der Film stark durch die ausgezeichnete Kameraarbeit von Stephan Krohmers Stammkameramann Gunnar Fuß geprägt. Stärker noch als zuletzt bei „Duell in der Nacht“ verleiht Fuß den Dialogszenen eine enorme Intensität, weil er die Gesichter immer wieder in extremen Nahaufnahmen zeigt und auf diese Weise mit seinem Arbeitsgerät förmlich in die Figuren eindringt. tpg.

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