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Tatort: Sternenkinder

  

Filmhandlung und Hintergrund

Kommissar Borowski muss sich mit einem extrem grausamen Fall von Babyraub befassen...

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Sternenkinder: Kommissar Borowski muss sich mit einem extrem grausamen Fall von Babyraub befassen...

    Bislang waren die Filme, die der Finne Hannu Salonen für die ARD-Krimireihen „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ gedreht hat, stets von einem hintergründigen Humor geprägt; gerade „Vorwärts wie rückwärts“, der Abschied Henry Hübchens vom Schweriner „Polizeiruf“, war fast schon eine schwarze Komödie.

    „Sternenkinder“, Salonens erster „Tatort“ für den NDR, ist hingegen von ganz anderem Kaliber: Die Geschichte von Orkun Ertener, der als Vater des Kieler Kommissars Borowski (Axel Milberg) gilt, ist von einer Düsternis, die direkt aus einem Roman Henning Mankells stammen könnte.

    Der Film beginnt mit einem Blutbad. Die Tat ist so grausam, dass man sie kaum schildern möchte: Einer hochschwangeren Mutter wird das Baby buchstäblich aus dem Bauch geschnitten. Für Polizeipsychologin Jung (Maren Eggert) ist der Fall klar: Täterin muss eine Frau gewesen sein, die erst kürzlich ein eigenes Baby verloren hat. Bald findet die Polizei eine erste Spur. In einer Parallelmontage - hier die Entführerin, dort das anrückende Kommando - treibt Salonen die Spannung geschickt auf die Spitze; doch die Frau, die Borowski aus der Dusche entgegenkreischt, hat mit dem Fall offensichtlich nichts zu tun. Dank eines Hinweises geht die gesuchte Liane Marquardt (Claudia Geisler) den Ermittlern trotzdem ins Netz. Der Fall scheint gelöst, doch kurz drauf wird der Gynäkologe der überfallenen Mutter ermordet. Er war es auch, der Liane zur Abtreibung geraten hatte.

    Erteners Drehbuch ist in erster Linie Krimi. In zweiter Linie aber setzt er sich äußerst kritisch mit Pränatalmedizin und Stammzellenforschung auseinander. Das Thema schiebt sich jedoch erst gegen Ende in den Vordergrund, wenn der Mord an dem Arzt aufgeklärt wird. Bis dahin inszeniert Salonen den Film dank der ausgezeichneten suggestiven Bildgestaltung seines Stammkameramannes Andreas Doub auf höchsten Niveau. Immer wider verbirgt sich die agile Kamera hinter Hindernissen, was dem Krimi zusammen mit der lauernden Musik (Karim Elias) und einem Sounddesign, in dem auch andere Geräusche immer wieder dramaturgisch eingesetzt werden, eine permanente Spannung verleiht.

    Nicht recht integriert wirkt hingegen die Nebenhandlung mit Borowskis Assistent Zainalow (Mehdi Moinzadeh): Der junge Mann gerät in den Verdacht, eine radikal-islamistische Vereinigung zu unterstützen und wird verhaftet. Wegen des mangelnden Vertrauens seines Chefs fühlt er sich wie „aus der Welt gefallen“ und lässt sich schließlich versetzen; schade um eine interessante Figur und einen begabten Schauspieler. tpg.

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