Tatort: Schwelbrand

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   2006
Tatort: Schwelbrand Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Schwelbrand: Tatort Bremen: Jeanette Biedermann in der Rolle einer Rocksängerin, deren Assistentin ermordet wird.

In Bremen treffen sich deutsche Musiker zu einem „Rock gegen Rechts“-Konzert, darunter auch Pop-Star Dana. Doch auch die rechte Szene hat mobil gemacht. Das wird einem ausländisch aussehenden Plakatkleber zum Verhängnis. Der eigentliche Fall aber ist ein zweiter Mord: Eine junge Frau aus Danas Tross ist erschlagen worden. Sie trägt einen knallroten Mantel, das Markenzeichen der Sängerin. Offenbar hat der Mörder die Assistentin mit Dana verwechselt.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Aus verschiedensten Gründen sehenswert, aber trotzdem ein Werk mit Ecken und Kanten: Thorsten Näter (Buch und Regie) versucht mit „Schwelbrand“, einem „Tatort“ aus Bremen, den großen Wurf. Allerdings ächzt der Film mitunter unter seiner Botschaft.

    Die Fans von Jeanette Biedermann wird das vermutlich nicht stören: Selten war ein „Tatort“ so sehr auf seine Hauptdarstellerin zugeschnitten. Die Formulierung ist zwar abgegriffen, doch in diesem Fall trifft sie einfach zu: Näter hat Biedermann die Rolle auf den Leib geschrieben. Tatsächlich hätte es kaum darstellerische Alternativen gegeben, schließlich ist Protagonistin Dana eine deutsche Pop-Ikone. Näter brauchte also eine singende Schauspielerin, die genug Charisma hat, um ganze Teenie-Schwärme glaubhaft zum Kreischen zu bringen. Während Biedermann diesen Part erwartungsgemäß problemlos absolviert, ist die ehemalige Seriendarstellerin („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“) in den schauspielerisch anspruchsvollen Passagen weit weniger wirkungsvoll.

    Auch das aber werden ihre Fans verschmerzen, zumal Näters Geschichte komplex und reizvoll ist: In Bremen treffen sich diverse deutsche Musiker zu einem „Rock gegen Rechts“-Konzert, darunter auch Dana. Dem „Tatort“-Stammpublikum werden die Namen nichts sagen, doch jüngere Zuschauer dürften ganz schön beeindruckt sein; auf der Gästeliste stehen unter anderen Mattafix, Revolverheld, Die B.wegung und MIA. Mobil hat jedoch auch die rechte Szene gemacht; die Stadt wimmelt nur so von Glatzen in Bomberjacken. Das wird einem ausländisch aussehenden Plakatkleber zum Verhängnis. Seine Flucht endet in einer Glasscheibe; später wird er seinen Verletzungen erliegen.

    Der eigentliche Fall aber ist ein zweiter Mord: Eine junge Frau aus Danas Begleitung wird tot in der Nähe von Danas Elternhaus gefunden. Sie trägt den roten Mantel der Sängerin, so etwas wie ihr Markenzeichen. Auf den ersten Blick ist der Fall klar: Die Neonazis hatten es auf die Dana abgesehen und versehentlich die ihr flüchtig ähnliche Assistentin ermordet. Bei näheren Befragungen des Dana-Clans zeigt sich jedoch, dass gleich mehrere Menschen aus dem engsten Umfeld des Pop-Stars richtig sauer auf die Tote waren; aber auch auf die Sängerin.

    Über weite Strecken muten die kriminalistische Ebene wie auch die Bilder von den Konzertvorbereitungen aber bloß wie ein Vorwand an. Im Zentrum steht eindeutig die Absicht, über die Machenschaften der Neonazis zu informieren. Entsprechend oft geraten die Darsteller ins dialogische Dozieren. Thomas Sarbacher verkörpert den modernen Rattenfänger, der neoliberal verbrämte Reden schwingt; moralischer Gegenspieler ist ein nicht näher bezeichneter Antifaschist (Buddy Elias, letzter lebender Verwandter von Anne Frank, in einem Gastauftritt), dessen Lehrsätze aus dem Antifa-Brevier allerdings wie ein Fremdkörper wirken. Viel interessanter ist die Figur von Danas Bruder. Zunächst ist Markus (Sven Fricke) bloß ein Mitläufer, der als V-Mann für den Staatsschutz arbeitet, sich schließlich zum Wortführer entwickelt und auf diese Weise dafür sorgt, dass zwar der Fall gelöst wird, das Ende aber in gewisser Weise trotzdem offen bleibt. tpg.

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