Filmhandlung und Hintergrund

Die Kölner Kommissare ermitteln im Obdachlosen-Milieu.

„Einer weniger“, ist die zynische Reaktion, als ein junger Obdachloser tot von der Bank kippt. In der Weinflasche, die er geleert hat, findet sich allerdings ein Rest Frostschutzmittel. Kurz drauf kommt ein weiterer Berber auf diese Weise ums Leben. Die Kölner Kommissare stehen vor zwei Fragen: Handelt es sich um einen Serientäter oder hat ein Trittbrettfahrer das Mordmuster kopiert? Und welche Rolle spielt ein suspendierter früherer Partner Schenks, der ebenfalls im Milieu ermittelt?

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Platt gemacht: Die Kölner Kommissare ermitteln im Obdachlosen-Milieu.

    Am Ende, wenn die Kölner Kultband „De Höhner“ für die einträchtig versammelten Mitwirkenden dieser Geschichte die Berber-Hymne anstimmt, scheint die Welt wieder in Ordnung zu sein. Doch der schöne Schein trügt natürlich, denn die Botschaft dieses Krimis ist angekommen: Zu Tausenden bevölkern Obdachlose die Straßen der Großstädte, und wenn einer von ihnen stirbt, gibt es nicht Wenige, deren Mitgefühl sich in Grenzen hält: „Einer weniger.“

    Es gehört zu den besten Ideen dieses Drehbuchs von Jan Hinter und Stefan Cantz (die Väter des „Tatort“-Duos aus Münster), den eloquenten „Beethoven“ als Fremdenführer für die beiden Kölner Kommissare Ballauf und Schenk (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär) zu engagieren. Dass bei dieser Gelegenheit der formidable Udo Kier, gebürtiger Kölner, zum ersten Mal in seiner Karriere endlich seinem heimatlichen Dialekt frönen darf, ist dazu eine hübsche Randnotiz. Diesen Beethoven, so genannt wegen seines beachtlichen Talents als Organist, hat ein traumatisches Erlebnis vor Jahren aus der Bahn geworfen; seither lebt er auf der Straße.

    Als ein junger rauschgiftsüchtiger Obdachloser eines Tages tot von der Bank kippt, in der Hand eine Flasche mit einem zwar erlesenen, aber auch mit Frostschutzmittel versetzten Tropfen, zeigt Beethoven den Ermittlern die Kehrseite ihrer schönen Stadt. Einmal für diese Menschen sensibilisiert, scheint Köln für Ballauf und Schenk plötzlich von Clochards regelrecht bevölkert zu sein. Trotzdem finden sie bald den Mann, der mit dem Opfer am Abend vor dessen Tod eine lautstarke Auseinandersetzung hatte. Allerdings hat er ein Alibi: Stefan Meutsch (Michael Schenk), ein Ex-Kollege von Freddy Schenk, der nach dem Unfalltod seiner Familie erst Alkoholiker und dann suspendiert wurde, ist im Auftrag einer Anwältin (Catherine Flemming) ebenfalls auf der Suche nach einem verdächtigen Obdachlosen und hatte „Django“ (David Scheller) zur Tatzeit in der Mangel. Als kurz drauf ein weiterer Obdachloser an Glycol stirbt, stehen die Kommissare vor der Frage, ob es sich um einen Serientäter handelt oder ob ein Trittbrettfahrer das Mordmuster kopiert hat.

    Zu den großen Stärken des von Buddy Giovinazzo umgesetzten Drehbuchs gehört die kunstvolle, aber stets überzeugende Verflechtung dieser beiden Erzählstränge, die naturgemäß weitaus mehr miteinander zu tun haben, als es zunächst den Anschein hat. Wie sehr sie miteinander verknüpft sind, welche Rolle Beethoven in beiden Ebenen spielt und warum die Anwältin mindestens so sehr in die Sache verwickelt ist wie ein Schönheits-Chirurg, der sich den toten Junkie als gelegentlichen Geliebten hielt, ist eine in der Tat verblüffende Auflösung. tpg.

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