Tatort: Nemesis

Filmhandlung und Hintergrund

Der erlesen gefilmte Krimi aus Sachsen erzählt eine ungewöhnliche Geschichte und führt clever in die Irre.

Nach der Ermordung von Restaurantbesitzer Benda weisen alle Spuren in Richtung organisierter Kriminalität; das angesagte Lokal diente offenbar der Geldwäsche. Witwe Katharina Benda ist zwar den Erwartungen entsprechend am Boden zerstört, aber irgendwas stimmt mit ihr nicht; das ist zumindest der Eindruck der beiden Kommissarinnen Gorniak und Winkler. Dass ihr Vorgesetzter mit dem Opfer befreundet war und sich tröstend um Katharina kümmert, macht die Ermittlungen nicht leichter.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Nemesis: Der erlesen gefilmte Krimi aus Sachsen erzählt eine ungewöhnliche Geschichte und führt clever in die Irre.

    Der erlesen gefilmte Krimi aus Sachsen erzählt eine ungewöhnliche Geschichte und führt clever in die Irre.

    In der griechischen Mythologie war Nemesis die Göttin des gerechten Zorns. Deshalb ist der Titel dieses „Tatorts“ aus Dresden erst mal verwirrend: Nach der Ermordung von Restaurantbesitzer Benda weisen alle Spuren in Richtung organisierter Kriminalität; das angesagte Lokal diente offenbar der Geldwäsche. Der Fall ist ohnehin ein Mysterium; diese Mindestvoraussetzung für einen guten Krimi ist also schon mal erfüllt. Das gilt auch für eine zweite Prämisse: Die Hauptfigur der Geschichte ist nicht minder rätselhaft. Die Witwe Katharina (Britta Hammelstein) ist zwar den Erwartungen entsprechend am Boden zerstört, aber irgendwas stimmt mit ihr nicht; das ist zumindest der Eindruck der beiden Kommissarinnen Gorniak und Winkler (Karin Hanczewski, Cornelia Gröschel). Dass ihr Vorgesetzter (Martin Brambach) mit dem Opfer befreundet war und sich tröstend um Katharina kümmert, macht die Ermittlungen nicht leichter.

    Die Geschichte des Krimis - Mark Monheim und Stephan Wagner haben auch das Drehbuch zum Dresdener Kindermörderkrimi „Déjà-vu“ geschrieben - ist auf reizvolle Weise verzwickt und lebt nicht zuletzt von der undurchsichtigen Rolle der Witwe. Deren Besetzung ist von entsprechender Bedeutung, und Britta Hammelstein kostet das Potenzial dieser Figur weidlich aus. „Nemesis“ ist der zweite „Tatort“ aus Dresden mit Cornelia Gröschel, die im Frühjahr mit dem Hochspannungs-Thriller „Das Nest“ einen spektakulären Einstand hatte. Auch diesmal spielt das familiäre Umfeld der Oberkommissarin wieder eine große Rolle, schließlich ist sie die Tochter eines pensionierten Polizisten (Uwe Preuss). Die junge Ermittlerin ist schon allein wegen dieser zusätzlichen Ebene ein Gewinn für die Krimis, aber das gilt nicht minder für ihre Darstellerin, weil Gröschel, sonst allzu oft auf das Muster der in jeder Hinsicht blauäugigen sympathischen Blondine reduziert, ihre Rolle sehr kühl interpretiert.

    Eine gewisse Kälte strahlen auch die erlesen gefilmten Bilder aus. Regisseur Wagner hat dafür gesorgt, dass Kameramann Hendrik A. Kley gerade das großzügige Domizil der Bendas ausgesprochen unwohnlich wirken lässt; die weißen Wände sehen aus, als läge ein Grauschleier darauf. Bestimmte Kameraperspektiven lassen die Witwe auch dank der unheilverkündenden Musik (Ali N. Askin) als bedrohliche Figur erscheinen, und als sie nachts in der Zimmertür ihres Sohnes steht und nur als Schattenriss zu erkennen ist, wirkt sie in der Tat wie eine mythologische Rachefigur. Aber nicht nur die Bildgestaltung, auch die Handlung ist teilweise recht aufwändig; echte Verfolgungsjagden sind aus Kostengründen mittlerweile eine Seltenheit im TV-Krimi. Das dramatische Finale ist ein krönender Abschluss für diesen sehenswerten „Tatort“ aus Dresden. tpg.

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