Filmhandlung und Hintergrund

Die Leipziger Kommissare ermitteln im Zeitarbeiter-Milieu.

Ein Leipziger Bürgermeister ist ermordet worden. Zunächst glauben Saalfeld und Keppler an eine Eifersuchtstat: Der verheiratete Mann hatte eine blutjunge Prostituierte mit nach Hause gebracht. Doch dann benimmt sich ein Baulöwe höchst verdächtig. Der Tote hatte vehement gegen eine Zufahrtstraße zum Frachtflughafen opponiert, die genau durch seinen Garten führen sollte. Erst ein Zufall führt Keppler ins Leipziger Nachtleben und dadurch auf die richtige Spur.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Mauerblümchen: Die Leipziger Kommissare ermitteln im Zeitarbeiter-Milieu.

    Der Übergang ist schlicht genial. Gerade noch tauchte die Kamera in eine Badewanne, da wandelt sich das Wasser zum grauen Himmel, aus dem es geradezu sintflutartig regnet. Die junge Frau, die soeben noch ein Bad nehmen wollte, ist nun auf der Flucht, taumelt über einen matschigen Acker, rutscht aus. Die große Blutlache, in der ihr Gastgeber am nächsten Morgen gefunden wird, lässt auch für sie das Schlimmste befürchten. Vorerst aber ist wie vom Erdboden verschluckt; das Leipziger Ermittlerduo Saalfeld und Keppler (Simone Thomalla, Martin Wuttke) hat nicht den kleinsten Anhaltspunkt für einen Verdacht.

    Mit ihnen tappt man auch als Zuschauer komplett im Dunkeln. Das allein würde schon genügen, um diese von Johannes Fabrick fesselnd umgesetzte vielschichtige Geschichte (Buch: Simone Schneider) zu einem überdurchschnittlich guten „Tatort“ zu machen, aber es kommt noch Einiges hinzu. Neben der ausgezeichneten Bildgestaltung durch Matthias Tschiedel ist das nicht zuletzt die Musik von Andreas Schäfer und Stefan Döring. Unter Verwendung einer ganz einfachen, aber enorm eingängigen Tonfolge gelingt es ihnen, selbst harmlos scheinenden Bildern eine subtile Spannung zu verleihen. Die schmeichelnde Grundmelodie trägt enorm dazu bei, Fabricks Inszenierung in der Schwebe zu halten, und sorgt außerdem dafür, allem Idyll zu misstrauen.

    So viel gibt es davon allerdings gar nicht: Für Leipzig macht dieser Film keine Reklame. Immer wieder wandern die Ermittler durch abrissreife Häuser, in denen es aber trotzdem noch Leben gibt. Das Ambiente passt zur Geschichte, in der es, wie sich schließlich rausstellt, um moderne Sklaverei geht. Zunächst aber suchen Saalfeld und Keppler nach einem Mörder, der Bürgermeister Lohmann auf dem Gewissen hat. Hat ihn seine Frau (Sophie von Kessel) im Affekt getötet, weil er eine blutjunge Prostituierte mit nach Hause gebracht hat? War es ein Baulöwe (Arved Birnbaum), weil Lohmann vehement gegen eine Zufahrtstraße zum Frachtflughafen opponierte, die genau durch seinen Garten gegangen wäre? Erst ein Zufall führt Keppler nach einigen wilden Theorien ins Leipziger Nachtleben und dadurch auf die richtige und reichlich überraschende Spur.

    Letztlich ist die komplexe, aber nie konstruiert wirkende Geschichte eine unendlich traurige Ballade von zerplatzten Träumen und einem Paradies, das sich als tödlich entpuppt. Hier hat niemand eine weiße Weste; erst recht nicht die größten Saubermänner. Das packende Finale setzt dem Film die gebührende Krone auf. tpg.

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