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Tatort: Kassensturz

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Filmhandlung und Hintergrund

Odenthal und Kopper befassen sich mit dem Mord am Gebietsleiter einer Discounter-Kette.

Auf einer Müllkippe wird eine Leiche gefunden. Es handelt sich um den Gebietsleiter einer Discount-Kette. Um den Mörder zu finden, müssen Lena Odenthal und Mario Kopper tief in eine für sie völlig fremde Welt eintauchen. Die Schikanen der Manager gegen die Mitarbeiter reichen von der Observierung über organisierten Testdiebstahl bis hin zur Taschen- und Spindkontrolle. Psychoterror gehört zum Alltag. Kein Wunder, dass der Tote viele Feinde hatte.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Kassensturz: Odenthal und Kopper befassen sich mit dem Mord am Gebietsleiter einer Discounter-Kette.

    Selbst betuchte Menschen kaufen bestimmte Waren in Discount-Geschäften: weil sie dort preiswerter sind als anderswo. Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, wie der Preisunterschied zustande kommt. Dieser höchst interessante „Tatort“ aus Ludwigshafen wird das vielleicht ändern, denn in der Geschichte gibt’s sogar den Tod auf Rabatt (zu englisch „Discount“): Stephan Falk (Buch) und Lars Montag (Buch und Regie) erzählen ihren Krimi vor einem Hintergrund, der mindestens so fesselnd ist wie die Suche nach dem Mörder.

    Pünktlich zu Produktionsbeginn wurde über den Lidl-Skandal berichtet, und spätestens jetzt wussten die Beteiligten: Die Missstände sind in Wirklichkeit sogar noch schlimmer als im Drehbuch. Falk und Montag zeigen den buchstäblich ungeschminkten Alltag im Niedrigpreissegment: ein herzloses Management, despotische Gebietsleiter, überforderte Filialleitungen, gestresste Angestellte. Die Schikanen reichen von der Observierung der Mitarbeiter über den organisierten Testdiebstahl bis hin zur Taschen- und Spindkontrolle. Psychoterror gehört zum kleinen Einmaleins der Personalführung. Wer aufmuckt oder sich organisieren will, wird rausgemobbt.

    Adele Neuhauser als kühle Konzernvertreterin Gesine Fuchs ist schon eine Marke, aber übertroffen wird sie noch vom erfolgreichsten ihrer Mitarbeiter, der diverse Filialen im Rhein-Neckar-Gebiet unter sich hat und auch schon mal handgreiflich wird, wenn sein Personal nicht spurt. Jan Hendrik Stahlberg spielt diesen Novak, der sein Personal mit den Worten „Willkommen in der Hölle“ begrüßt, mit jener furchterregenden Konsequenz, die schon den unerbittlich gnadenlosen Normenüberwacher in „Muxmäuschenstill“ auszeichnete. Gleichzeitig wird immer wieder deutlich, dass auch der zynische Novak ein Getriebener ist: Der Erfolg der Supermarktketten basiert darauf, dass sämtliche Glieder der Kette unter demselben Druck stehen. Die Erschöpfung, die Stahlberg ins Gesicht geschrieben steht, ist übrigens echt: Der Schauspieler traf aufgrund anderweitiger Verpflichtungen des öfteren übernächtigt am Drehort ein, was Montag perfekt ins Konzept passte.

    Gemeinsam mit dem Ermittlerpaar lernt man derart viel über das skandalöse Geschäftsgebaren in den Billigmärkten, dass der Fall mitunter fast in den Hintergrund gedrängt wird. Im Gegensatz zu anderen Krimis mit gesellschaftlicher Relevanz gelingt es Montag aber, beide Ebenen harmonisch zu kombinieren: Lena Odenthal und ihr Kollege Kopper (Ulrike Folkerts, Andreas Hoppe) müssen erst mal lernen, wie ein Discounter funktioniert, um den Mörder von Novaks Vorgänger zu finden. Verdächtige gibt es genug: Gebietsleiter haben keine Freunde.

    Bei allem verdienten Respekt für Montags Leistung, die Welt der Sonderangebote als Gruselkabinett darzustellen: Ein Seitenstrang, in dem Odenthals Sekretärin für ein Radiogewinnspiel die Fahndungsmöglichkeiten der Polizei missbraucht, ist bloß plumpe Reklame für den Popsender SWR3 und witzlos bis an den Rand der Ärgerlichkeit. tpg.
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