Tatort: Kaltes Herz

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   2010
Tatort: Kaltes Herz Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Kaltes Herz: Ein Sozialarbeiter vom Kölner Jugendamt wurde erschlagen, als er ein kleines Mädchen aus der Wohnung seiner überforderten Mutter abholen wollte - das Kind ist verschwunden...

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Kritikerrezensionen

  • Keine Frage, die Damen und Herren vom Jugendamt haben es auch nicht leicht, zumal ihnen bei der Ausübung ihrer Arbeit nun auch noch Gefahr für Leib und Leben droht. Als ein Mitarbeiter der Kölner Behörde tot in der Wohnung einer viel zu jungen Mutter gefunden wird, scheint der Fall klar.

    Die Frau hat ihrem Kind offenbar regelmäßig Schlaftabletten gegeben, um fröhlich Party machen zu können. Daraufhin wollte der Beamte die Tochter in Ausübung seiner Pflicht in ein Heim geben; das scheint er mit dem Leben bezahlt zu haben. Die Frau bringt allerdings umgehend den Vater des unauffindbaren Kindes ins Spiel, gleichfalls ein Mensch ohne geregelte Beschäftigung, der seine Tochter schon mal entführt hat. Tatsächlich weist seine Schulter ein Hämatom auf, das perfekt zur aufgebrochenen Wohnungstür passt. Allerdings finden sich am Toten, in seinem Auto und bei ihm daheim DNA-Spuren einer weiteren Person. Abgesehen davon haben die Kölner Ermittler Ballauf und Schenk (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär) nicht den Hauch einer Spur, wie sie zerknirscht eingestehen müssen.

    Der krimiversierte Thomas Jauch inszeniert den „Tatort“ mit fast schon aufreizender Zurückhaltung. Bildgestaltung und Musik sind äußerst sparsam. Der Regisseur erweist sich somit als genauso langmütig wie seine Protagonisten. „Kaltes Herz“ (Buch: Ralf Leuther und Peter Dommaschk) ist ein Geduldsspiel, in jeder Hinsicht: Nachdem die beiden Kommissare auf die erzieherischen Missstände angemessen empört und etwas lautstark reagiert haben, machen sie sich an die unvermeidliche detektivische Kleinarbeit. Jauch setzt das nicht immer explizit in Szene, aber die Geschichte verdeutlicht, wie Fälle dieser Art in der Regel gelöst werden: indem man mühsam und Stück für Stück allen nur erdenklichen Hinweisen nachgeht. Auf vordergründige Spannungselemente verzichtet der Film komplett. Einziges Zugeständnis in dieser Hinsicht ist die Verfolgung eines Autos in einem Parkhaus. In diesem Zusammenhang von „Jagd“ zu sprechen, wäre allerdings völlig übertrieben, zumal Schenks Oldtimer alsbald den Geist aufgibt.

    Trotzdem ist der Film keineswegs langweilig. Neben der Suche nach dem Mörder lebt er naturgemäß auch von der bangen Frage, was aus dem verschwundenen Kind geworden ist. Die Spur führt zu einem Bauernhof, der sich als Paradies entpuppt: Im Auftrag des Jugendamtes kümmert sich ein Ehepaar um verwahrloste Kinder. Hier ist offenbar alles in bester Ordnung. Die Filmbilder, die eines der größeren Mädchen dem Mann vom Jugendamt geschickt hat, scheinen nichts Gegenteiliges zu zeigen; und doch bergen sie den Schlüssel zur Lösung des Falles.

    Geschickt integriert ist ein Seitenstrang, der Franziska (Tessa Mittelstaedt) eine größere Rolle als sonst einräumt: Die Assistentin des Duos ist schwanger; von einem Frosch. Und als das Team im Historischen Stadtarchiv Kölns drehte, konnte niemand ahnen, dass die Aufnahmen tatsächlich historischen Charakter bekommen würden: Wenige Tage später stürzte es ein. tpg.

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