Tatort: Im Sog des Bösen

Filmhandlung und Hintergrund

Klara Blum muss gegen ihren Kollegen Perlmann ermitteln...

Nach einem feuchtfröhlichen Abend wird in einem Container die Leiche einer jungen Frau gefunden. Klara Blums Assistent Perlmann ist von den Ermittlungen ausgeschlossen: Er kannte die Frau und gehört zum erweiterten Kreis der Verdächtigen. Was zunächst nach Routine klingt, entpuppt sich als finsteres Komplott: Die Schlinge um den Hals des Kommissars zieht sich immer mehr zu. Die Kollegen sind schockiert; Blum aber ermittelt scheinbar ungerührt ohne Ansehen der Person.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Im Sog des Bösen: Klara Blum muss gegen ihren Kollegen Perlmann ermitteln...

    Während die neuen Teams aus Stuttgart und Hamburg viel frischen Wind in die ehrwürdige ARD-Reihe gebracht haben, plätscherten vor allem die frühen „Tatort“-Beiträge vom Bodensee immer etwas vor sich hin. Die Filme wirkten hin und wieder, als sei irgendwo eine Handbremse gezogen, die kriminalistischen Hauptfiguren gleichermaßen provinziell wie unprofessionell. Viele dieser Kritikpunkte gelten auch für den Film „Im Sog des Bösen“; aber hier hat es Methode. Das wiederum merkt man erst ziemlich spät, und schon allein darin liegt eine nicht unerhebliche Qualität des Drehbuchs (Susanne Schneider) und der Regie (quasi ein Heimspiel für Didi Danquart, der aus Singen am Hohentwiel stammt).

    Vor allem aber bietet die Geschichte Kai Perlmann die Chance, endlich aus dem Schatten Klara Blums (Eva Mattes) zu treten. Darsteller Sebastian Bezzel hat sich mit großen Rollen etwa in dem ZDF-Mehrteiler „Die Rebellin“ oder dem Kinofilm „Stellungswechsel“ längst in den Vordergrund gespielt; nach der Beförderung Perlmanns zum Hauptkommissar der Kripo Konstanz war die quantitative Aufwertung seiner Rolle überfällig. Über weite Strecken sieht es diesmal allerdings so aus, als würde die Geschichte mit Perlmanns Abschied enden, und auch das macht einen großen Reiz dieses Films aus: Klara Blums Partner gerät in Mordverdacht, und ausgerechnet seine Chefin soll die Ermittlungen leiten. Das widerspricht zwar jeder kriminalistischen Realität, weil Polizisten beim kleinsten Anzeichen von Befangenheit von einem Fall abgezogen werden, aber selbst diesen Einwand hat Autorin Schneider in ihr klug konstruiertes Drehbuch integriert.

    „Im Sog des Bösen“ beginnt mit einer Betriebsfeier zu Klara Blums Dienstjubiläum. Perlmann und zwei Azubis (Hanno Koffler, Oliver Urbanski) feiern in einem Nachtclub weiter. Eine junge Frau schmeißt sich an den Polizisten ran, es kommt zu einem Handgemenge mit ihrem Freund. Am nächsten Tag wird die Frau tot in einem Container gefunden. Streng nach Vorschrift wird Perlmann von den Ermittlungen ausgeschlossen; er gehört zum erweiterten Kreis der Verdächtigen. Zunächst sieht es nur so aus, als sei er zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, aber dann zieht sich die Schlinge um seinen Hals immer enger zu. Obwohl der rauschgiftsüchtige Freund (Peter Ketnath) der Toten ein klares Motiv hätte und zudem in dubiose Geschäfte verwickelt ist, sprechen die Indizien eindeutig gegen Perlmann: Erst findet Klara Blum raus, dass er die Frau schon länger kannte, dann entdeckt sie in seiner Wohnung einen Umschlag mit Geld und Drogen; und schließlich findet sich seine DNA unter den Fingernägeln der Leiche. Perlmann ist entsetzt, die Kollegen sind schockiert, dass die Recherchen der Hauptkommissarin ihrem engsten Mitarbeiter gelten; Blum jedoch ermittelt scheinbar ungerührt ohne Ansehen der Person.

    Geschickt streut Schneider immer wieder Details ein, die eher verwirren, als der Wahrheitsfindung zu dienen, und die sich erst im Rückblick zum schlüssigen Gesamtbild verdichten. Mit Ausnahme einiger weniger Einstellungen, die prompt etwas deplaziert wirken, inszeniert Danquart („Viehjud Levi“) den Krimi sachlich und unaufgeregt. Was aber zunächst wie das übliche Bodensee-Einerlei wirkt, entpuppt sich als Regieleistung, die sich ganz in den Dienst der Geschichte stellt und auf diese Weise ihren Teil zu einem perfiden Komplott beiträgt. tpg.

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