Tatort: Herz aus Eis

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   2008
Tatort: Herz aus Eis Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Herz aus Eis: Die Konstanzer Kommissarin Blum und Assistent Perlmann haben es mit kriminellen Internatsschülern zu tun.

Im Schwimmbecken eines Elite-Internats am Bodensee treibt die Leiche eines Schülers. Anscheinend hat er sich mit einem Cocktail aus Wodka und Schlafmitteln das Leben genommen: Der Schwimmbadbereich ist von innen verschlossen. Tatsächlich aber handelt es sich um Mord: Ein Pärchen wollte mit der Tat ein weiteres Verbrechen vertuschen. Dafür brauchten sie die Hilfe einer Mitschülerin. Als die nervös wird, muss sie ebenfalls beseitigt werden.

Auf Schloss Hamberg, einer Erziehungseinrichtung für Sprösslinge aus besseren Kreisen, treibt im Schwimmbecken die Leiche eines der dortigen Schüler. Das die Sache untersuchende Konstanzer Kripo-Duo Blum und Perlmann vermutet dem ersten Eindruck folgend zunächst einen Fall von Freitod. Am Tatort aber kommt es zum Fund zweier wichtiger Beweisstücke, die doch in eine andere Richtung weisen. Nun verdächtigen die beiden Ermittler bald Mitschüler des toten Jungen, ihn brutal ertränkt zu haben.

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Kritikerrezensionen

  • „Das eben ist der Fluch der bösen Tat, das sie fortzeugend Böses muss gebären“: Dorothee Schöns Drehbuch zum Bodensee-„Tatort“ mit dem treffenden Titel „Herz aus Eis“ ist geradezu ein Lehrstück für diese Erkenntnis aus Schillers „Wallenstein“, weil der erste Mord zwangsläufig einen weiteren nach sich zieht; und schon die Gewalttat ist bloß Resultat eines früheren Verbrechens.

    Weil das Täterpaar zudem selten skrupellos und überdies äußerst intelligent ist, entdecken Klara Blum und ihr Assistent Perlmann (Eva Mattes, Sebastian Bezzel) nur durch Zufall, dass sich der junge Mann, der tot im Schwimmbad eines Elite-Internats treibt, keineswegs das Leben genommen hat: Im Filter des Beckens findet sich ein Knopf. Als die Kommissarin in der Wäscherei dann auch noch auf den entsprechenden und zudem völlig verchlorten Bettbezug stößt, wissen die Ermittler: Irgendjemand hat dem vermeintlich lebensmüden Stephan einen Cocktail aus Wodka und Schlafmittel verabreicht und ihn dann ertränkt wie eine Katze. Da das Schwimmbad von innen verschlossen war, deutete zuvor jedoch alles auf Freitod hin.

    Im Gegensatz zu sonstigen „Tatort“-Gepflogenheiten beginnt Schöns Geschichte (Regie: Ed Herzog) also nicht mit einer Leiche, sondern mit einem Mord; man weiß von Anfang an, wer die Täter sind. Der Spannung tut das keinen Abbruch, im Gegenteil: weil Schön den Krimi als intellektuelles Kräftemessen verpackt. Viktoria (Nora von Waldstätten) und Max (Florian Bartholomäi, kürzlich beeindruckend in seiner Zwillingsdoppelrolle in „Bloch“) gehorchen in ihrer Amoral allerdings etwas zu deutlich der Diktion solcher Sujets; Kinder reicher Eltern oder Eliteschüler sind in Erzählungen dieser Art moralisch immer verkommen. Als Figuren sind sie dennoch faszinierend, auch wenn Nora von Waldstätten allzu sehr als dem Titel entsprechende hochintelligente kalte Schlange inszeniert wird: Viktoria und Max wollen mit dem perfide eingefädelten Mord an Stephan ein illegales Geldgeschäft vertuschen. Weil sie für die Tat Hilfe brauchten, haben sie Olga (Rosalie Thomass) engagiert. Als Olga nervös wird, muss sie ebenfalls beseitigt werden.

    Der Unterschied zu einigen früheren Bodensee-Krimis, in denen völlig uninteressante Geschichten erzählt wurden, ist offenkundig: Täter und Ermittler stehen gleichermaßen im Zentrum der Handlung. Davon profitiert überraschenderweise auch das Duo von der Kripo, zumal sich Perlmann mehr und mehr von seiner Chefin emanzipiert; das wiederum ist gut für Bezzel. Und weil Kameramann Ralf Nowak mit betont kühlen Aufnahmen und prachtvollen Seebildern den Film auch optisch adelt, ist „Herz aus Eis“ richtig gut. Bloß auf Schloss Salem wird man vermutlich wenig begeistert sein von diesem „Tatort“: So viele Eliteschulen gibt es rund um den Bodensee nicht. tpg.

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