Tatort: Häschen in der Grube

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   2008
Tatort: Häschen in der Grube Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Häschen in der Grube: Die Münchner Kommissare kommen durch einen Mord einem Medizin-Skandal von ungeheurem Ausmaß auf die Spur...

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Kritikerrezensionen

  • Hinterher ist man ja immer schlauer, aber schon die erste Einstellung verdeutlicht, dass die vermeintliche Mitmenschlichkeit einen Haken hat. Ein Hubschrauberflug sieht zunächst so aus, als zeige die Kamera eine Spiegelung, etwa in einer Pfütze. Als das Fluggerät zur Landung ansetzt und sich die Kamera um 180 Grad dreht, wird deutlich, dass sie zuvor quasi auf dem Kopf gestanden hat. Natürlich ahnt man da noch nicht, was es mit den turkmenischen Kriegswaisen aus dem Helikopter auf sich hat und welch‘ finsteres Unwesen die beiden Ärzte treiben, die sie auf deutschem Boden in Empfang nehmen.

    Dass hingegen der Mann, den ein paar Jugendliche eine Szene später tot am Isarufer finden, nicht das Opfer einer Eifersuchtstat war: Das riecht man sofort. Der Tote heißt Werner Hübner. Er und seine Frau Anne haben vor wenigen Jahren ein kleines, angeblich leukämiekrankes Mädchen bei sich aufgenommen. Die Kosten für die Behandlung das Kindes trägt eine angesehene Stiftung. Die Ärzte Frey und Jahnn (Hanns Zischler, Joachim Król) haben einen hervorragenden Ruf und kümmern sich schon lange um kranke Kinder aus Krisengebieten. Angeblich soll Stiftungsgeschäftsführer Otto (Johann von Bülow) ein Verhältnis mit Anne Hübner haben; er kommt daher als Täter in Frage. Dann aber dämmert den Kommissaren Leitmyr und Batic (Udo Wachtveilt, Miroslav Nemec), dass Hübner offenbar gewissen Ungereimtheiten auf die Spur gekommen ist.

    Autorin Ingeborg Bellmann legt die falsche Fährte ohnehin eher halbherzig, zumal das eigentliche Thema des Films ihre ganze Aufmerksamkeit gefordert hat: Kern der Geschichte ist ein illegaler Medikamententest. Wie finster der Abgrund ist, in den sie hineinleuchtet, mag man kaum glauben; erst recht nicht, dass verschiedene Ärzte, denen Bellmann ihren Entwurf vorlegte, von der Authentizität der Handlung überzeugt waren.

    Der Anspruch, ein komplexes Thema zu verarbeiten und dabei auch noch ein gewisses Anliegen zu transportieren, ist die eine Seite solcher Krimis. Die andere ist nicht selten die größere Herausforderung: die Materie auch so zu präsentieren, dass sie für Zuschauer, die ihre Freizeit nicht dem Studium der Mikrobiologie widmen, transparent und trotzdem fachlich seriös bleibt. Das ist Bellmann hervorragend gelungen, aber wohl auch Folge eines konsequenten Verzichts; der Film dürfte nur einen Bruchteil ihres angesammelten Wissens über Gentechnik enthalten.

    Gleichzeitig bleibt die Autorin in ihrem ersten „Tatort“-Drehbuch den Gepflogenheiten der Münchener Geschichten Reihe treu. Gastkommissarin ist diesmal Kollegin Dr. Jung (Gundi Ellert) von der Polizeiakademie, die die Arbeit des Ermittlerduos allerdings eher behindert als fördert. Zwar ein Fremdkörper, aber dafür äußerst amüsant ist ein Seitenstrang, indem sich Batic um die Katze einer Nachbarin kümmern soll, die ihm allerdings prompt davonläuft (die Katze, nicht die Nachbarin). Eifrig verteilt Dr. Jung Suchplakate mit einem schmeichelhaften Foto von Batic und seiner Privatnummer; prompt melden sich zwei Dutzend einsame Großstadtmiezen, deren Schnurren („Hallo, du heißer Kater“) seinen Anrufbeantworter füllt. tpg.

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