Tatort: Gesang der toten Dinge

  1. Ø 0
   2009
Tatort: Gesang der toten Dinge Poster
Alle Bilder und Videos zu Tatort: Gesang der toten Dinge

Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Gesang der toten Dinge: In diesem "Tatort" bewegen sich die Münchner Kommissare in esoterischen Kreisen...

Eigentlich spricht alles dafür, dass sich die schöne Doro, Aushängeschild eines Astrosenders, das Leben genommen hat; doch der Abschiedsbrief ist offenkundig eine Fälschung. Ausgerechnet eine Kräuterhexe beendet die Ratlosigkeit der Münchener Kommissare. Ihr Hinweis ist jedoch nicht gerichtsverwertbar: Die hellsichtige Fefi, Gärtnerin des Nymphenburger Schlossparks, hat den Täter nur spirituell wahrgenommen.

Darsteller und Crew

Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Sonntagskrimis aus München, das hat Tradition, sind immer etwas besonderes; ganz gleich, ob es sich um einen „Tatort“ oder einen „Polizeiruf“ handelt. Diesmal wird es esoterisch. Getreu der Erkenntnis Hamlets, es gebe „mehr Ding‘ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt“, darf vor allem Ivo Batic (Miroslav Nemec) dank des sanften Nachdrucks einer Kräuterhexe auf den Geschmack kommen. „Ich glaube nicht dran, der Film glaubt schon ein bissl dran!“, kommentiert der österreichischen Regisseur Thomas Roth seinen ersten deutschen „Tatort“ ein bissl verschmitzt.

    Autor Markus Fenner äußert sich nicht. Statt seiner spricht die Geschichte: Die „Fefi“ weiß nicht nur, dass der Ivo mal einen Hund hatte, sie kennt auch den gesuchten Täter. „Gerichtsverwertbar“ ist das allerdings nicht, denn sie hat ihn gewissermaßen spirituell erkannt. Und so bleibt den beiden Kommissaren keine Wahl, als dem Verbrecher einen Mord nachzuweisen, den er gar nicht begangen haben kann, um ihn auf diese Weise dazu zu bringen, seine anderen Taten zu gestehen. Selbst wenn Leitmayr (Udo Wachtveitl) Fefis Treiben höchst misstrauisch beäugt, weil er halt „ein G’scheiter“ ist: Die Gärtnerin des Nymphenburger Schlossparks, die Geräusche auf Band aufnimmt (daher der Titel) und in Ivos Traum auch mal wie weiland E.T., der Außerirdische, am Mond vorbeiradelt, ist die heimliche Heldin dieses Krimis; und eine Paraderolle für die einstige Fassbinder-Größe Irm Hermann. Die neigt ja oft dazu, einem mit ihrer eigenwilligen Art etwas auf die Nerven zu gehen, aber als Fefi ist sie großartig.

    Während Roth und Fenner bei der Kräuterhexe viel Großmut walten lassen, sind sie beim zweiten Thema der Geschichte gänzlich unnachgiebig. Der Film beginnt mit dem Ableben einer Moderatorin: Die schöne Doro war das Aushängeschild eines Astrosenders. Ganz gegen die Maxime, nicht schlecht über Tote zu reden, wird das Metier, dem sie und ihr Gatten nachgehen, gnadenlos zerpflückt. Der selbstverliebte Remy hat angeblich einen direkten Draht zu gleich zwei Erzengeln, erweist sich aber als darstellerisch nicht mal sonderlich begabter Scharlatan; André Eisermann, viel zu selten in Film und Fernsehen zu sehen (Remy ist erst seine siebte Rolle seit „Schlafes Bruder“, 1995), spielt dieses Medium gänzlich unironisch und damit genau richtig.

    Eine weitere Nebenfigur hingegen übertreibt derart schamlos, dass sie schon allein deshalb verdächtig ist: Bernd Stegemann legt den Stiefvater der Toten wie eine Karikatur an, was sich allerdings als pures Ablenkungsmanöver entpuppt, denn Professor Mosberg, Fachmann für „parasoziale Stochastik“, hatte ein handfestes Interesse an Doros Ableben. Und dann ist da noch Sabine Timoteo als Schweizer Kollegin Gabi Kunz, die mit kernigem Dialekt und weiblicher Intuition nicht nur für akustische Irritation sorgt. Das gilt allerdings auch für die musikalische Untermalung, deren Pathos nicht recht zu der kurzweiligen Geschichte passen will. tpg.

Kommentare