Tatort: Es ist böse

  1. Ø 5
   2012
Tatort: Es ist böse Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Es ist böse: Dritter Fall für das neue Frankfurter Team Conny Mey und Frank Steier alias Nina Kunzendorf und Joachim Król. Das Drehbuch basiert wieder auf einer authentischen Begebenheit aus dem Buch "Auf der Spur des Bösen" des Tatort-Analytikers Axel Petermann.

An diesem Fall beißt sich Conny Mey die Zähne aus: Nach der bestialischen Ermordung mehrerer Prostituierter ist die ehrgeizige Frankfurter Ermittlerin überzeugt, bei dem Täter müsse es um den Ex-Mann eines der Opfer handeln. Sie kommt gar nicht auf die Idee, dass sie falsch liegen könnte, und zerstört auf diese Weise das Leben des Mannes. Doch auch die Kommissarin kommt nicht ungeschoren davon: Stresssyndrom, Arbeitsunfähigkeit, Versetzung zum Kriminaldauerdienst. Trotzdem gibt sie nicht auf.

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Kritikerrezensionen

  • Von allen „Tatort“-Städten scheint Frankfurt besonders prädestiniert als Hort des Bösen zu sein. „Das Böse“ hieß 2003 der dritte Film mit dem Duo Dellwo/Sänger (Jörg Schüttauf, Andrea Sawatzki); „Weil sie böse sind“ hieß sieben Jahre später ihr vorletzter Auftritt. Conny Mey und Frank Steier bleibt die Konfrontation ebenfalls nicht erspart, und auch beim neuen Team ist es der dritte Fall: „Es ist böse“.

    Natürlich ist der Mörder ein Mensch aus Fleisch und Blut, und ein Motiv wird am Ende ebenfalls nachgereicht, doch die Inszenierung der blutbesudelten Tatorte sowie die Dämonisierung des Täters entrücken ihn jeder rationalen Dimension: Jemand, der solche Verbrechen begeht, kann nicht von dieser Welt sein. Mehrfach wird die Devianz des Täters, seine Abweichung von der Norm, betont; Kriminalisten sprechen von „Übertöten“ („Overkill“), wenn ein Mörder seinen Opfern auch post mortem noch Gewalt antut.

    Die Unfassbarkeit der Taten steht in krassem Gegensatz zur ganz und gar diesseitigen Hauptfigur des Films: Frank Steier (Joachim Król) rückt diesmal etwas in den Hintergrund und beschränkt sich aufs Täterprofil; die Ermittlungen leitet Conny Mey. Nina Kunzendorf ist nach wie vor eine Wucht in dieser Rolle, und das hat keineswegs nur mit Connys Teenager-Klamotten zu tun. Kleider machen natürlich auch und gerade im Film Leute, aber Kunzendorf verkörpert diese Figur buchstäblich: Ihre Körpersprache ist mindestens genauso wichtig wie Dekollete und Cowboystiefel. An diesem Fall aber beißt sich die ehrgeizige Kommissarin die Zähne aus: Nach der bestialischen Ermordung mehrerer Prostituierter legt sie sich auf den Ex-Mann (Uwe Bohm) eines der Opfer fest und zerstört auf diese Weise sein Leben. Die Folge: Stresssyndrom, Arbeitsunfähigkeit, Versetzung zum Kriminaldauerdienst.

    Schon allein diese Realitätsnähe ist ungewöhnlich für einen Fernsehkrimi. Das gilt erst recht für die aus der Perspektive des Jugendschutzes mindestens fragwürdigen Tatortbilder. Die Opfer sind zwar immer nur kurz zu sehen, doch die Fantasie fügt hinzu, was die Kamera nicht zeigt. Nicht nur aus diesem Grund ist „Es ist böse“ schwere Kost. Die mutwillig unscharfen und oft nur schemenhaften Bilder (Kamera: Armin Alker) und die Dissonanzen der Musik (Stefan Will und Marco Dreckkötter) verschaffen dem Film eine dem Thema angemessene Ästhetik, heben sich aber auch deutlich vom optisch und akustisch auf Harmonie bedachten Fernsehalltag ab. Andererseits ist diese Inszenierung nicht selbstzweckhaft, sie dient der Illustration des Bösen; der Film wirkt mitunter so unfertig und disharmonisch wie der Täter. Auch die Tempowechsel zwischen langsamen und schnell geschnittenen Passagen gehorchen stets der Dramaturgie der düsteren Geschichte (Lars Kraume, Autor und Regisseur der beiden ersten Fälle für Steier und Mey, hat diesmal nur das Drehbuch geschrieben und die Regie Stefan Kornatz überlassen). Die Handlung wiederum ist dank diverser Nebenschauplätze äußerst vielschichtig. Zeitweise reizvoller als die Suche nach dem Serienmörder ist das von herzlicher Antipathie geprägte Konkurrenzgeplänkel zwischen Conny Mey und einem Kollegen (Peter Kurth). Sieht man davon ab, dass es am Ende alles etwas schnell gehen muss, ist „Es ist böse“ zwar erneut ein bemerkenswerter „Tatort“ aus Frankfurt; aber nichts für schwache Nerven. tpg.

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