Tatort: Erkläre Chimäre

  

Filmhandlung und Hintergrund

Wer wissen will, was es mit dem Hochzeitsfoto von Kommissar Thiel und Professor Boerne auf sich hat, muss sich diesen "Tatort" anschauen...

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Erkläre Chimäre: Wer wissen will, was es mit dem Hochzeitsfoto von Kommissar Thiel und Professor Boerne auf sich hat, muss sich diesen "Tatort" anschauen...

    Dem Autorenpaar Stefan Cantz und Jan Hinter ist die nahezu perfekte Kombination von Krimi und Komödie gelungen.

    In vielen der bislang 27 „Tatort“-Filme aus Münster war die Krimiebene nur ein Vorwand, um den beiden Hauptfiguren eine Bühne für ihre pointenreichen Dialogduelle zu bieten. „Erkläre Chimäre“ hingegen ist dem verspielten Titel zum Trotz die nahezu perfekte Kombination beider Ebenen: Stefan Cantz und Jan Hinter haben sich diesmal beinahe selbst übertroffen. Die Geschichte ist originell und im Grunde absurd, aber trotzdem noch realistisch genug, um möglich zu sein. Die größere Qualität liegt jedoch in der gelungenen Verschmelzung von Krimi und Comedy. Ebenso frech wie brillant ist allein die Idee, dass sich die beiden Helden, die ja ohnehin permanent streiten wie ein altes Ehepaar, das Ja-Wort geben; wenn auch nur zum Schein. Boerne (Jan Josef Liefers) hat einen Patenonkel in Amerika, auf dessen Erbe er spekuliert, und da der gute Gustav (Christian Kohlund) homosexuell ist, will er es ihm gleichtun und gibt ausgerechnet Thiel (Axel Prahl) als seinen Ehemann aus. Als es den Onkel nach Münster verschlägt, bleibt dem Kommissar nichts anderes übrig, als den schwulen Gatten zu mimen, denn er steht tief in Boernes Schuld: Der hat ihm mit einem Luftröhrenschnitt das Leben gerettet, als Thiel an einem Häppchen zu ersticken drohte. Schon diese Einführung würde anderswo locker für einen kompletten Film reichen, aber bei Cantz und Hinter ist sie bloß das Vorspiel, das dennoch mitten hinein in den Fall führt: Ein junger Mann, der mit aufgeschnittener Kehle gefunden wird, ist niemand anders als Gustavs Lebensgefährte. Wie das alles miteinander zusammenhängt, warum Münsteraner Honoratioren in den Fall verwickelt sind, welche Rolle ein Sextett sündhaft teurer Champagnerflaschen spielt und warum sich plötzlich alle Beteiligten im Krankenhaus wiederfinden, ist mitunter fast waghalsig konstruiert; aber dank des außergewöhnlichen Drehbuchs und der Umsetzung durch Kaspar Heidelbach fühlt es sich nie so an. Außerdem gelingt den Autoren das Kunststück, eine Fülle an Informationen mit gelassener Beiläufigkeit zu vermitteln und dennoch die Zeit für viele komödiantische Kleinodien zu finden; kaum zu glauben, wie witzig die mehrfache Verwendung eines Wortes wie „Schlauchhalter“ sein kann, wenn die entsprechenden Dialoge so wunderbar dargeboten werden wie von Liefers und ChrisTine Urspruch. Davon abgesehen ist es beeindruckend, wie lässig dieser Film eine Vielzahl weiterer Gags und Pointen aus dem Ärmel schüttelt. tpg.

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