Filmhandlung und Hintergrund

Die Kölner Kommissare müssen behutsam vorgehen: ihre einzige Mordzeugin ist ein kleines Mädchen...

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Durchgedreht: Die Kölner Kommissare müssen behutsam vorgehen: ihre einzige Mordzeugin ist ein kleines Mädchen...

    Der „Tatort“ aus Köln ist ein unauffällig, aber intensiv inszenierter klassischer „Whodunit“-Krimi

    Schon „Benutzt“, Dagmar Seumes erster „Tatort“ aus Köln, war Ende letzten Jahres ein zeitlos guter Krimi: optisch und inhaltlich nicht spektakulär, aber hochsolide und geprägt von einer vorzüglichen Darstellerführung. „Durchgedreht“ ist von ähnlicher Qualität. Das liegt nicht zuletzt am erfahrenen Autor: Norbert Ehry hat sein erstes „Tatort“-Drehbuch bereits Ende der Siebziger geschrieben. Hier erzählt er ein Familiendrama, das an den „Fall Reinhardt“ (2014) erinnert. Damals tappten die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär) ähnlich im Dunkeln: Eine Mutter und ihr kleiner Sohn sind ermordet worden; die achtjährige Anna konnte sich im Keller verstecken. Ballauf verdächtigt umgehend den nicht sonderlich kooperativen Lebensgefährten (Alexander Beyer), der in der Mordnacht in Frankfurt war, aber für die Tatzeit kein Alibi hat. Schenk, selbst Familienvater, ist allerdings empört. Ihm ist die Vorstellung sympathischer, dass die Tat einen Bezug zum Beruf des Mannes hat: Sven Habdank ist Steuerfahnder und nimmt seinen Job offenbar sehr ernst. Tatsächlich gibt es zwei Kandidaten, die sich von ihm schikaniert fühlen.

    Die Lösung ist letztlich selbstredend eine ganz andere, aber die Stärke des Films ist ohnehin weniger die reine Geschichte, sondern die Konstellation der Figuren sowie Seumes hochkonzentrierte Umsetzung. Die Regisseurin hat bislang nur eine Handvoll Filme gedreht, darunter die sehenswerte tragikomische Degeto-Produktion „Alleine war gestern“ (2015), aber auch ihr zweiter „Tatort“ ist auf hohem handwerklichen Niveau inszeniert; die Bildgestaltung besorgte wie schon bei „Benutzt“ Gunnar Fuß. „Durchgedreht“ ist zwar erneut nicht sonderlich temporeich, aber gerade zu Beginn gibt es einige subtil die Spannung steigernde Parallelmontagen; und zum Schluss, als der Täter die kleine Zeugin entführt, ziehen Fuß und Seume mit einigen schwungvollen Kamerafahrten alle Register für ein dynamisches Finale.

    Die Familienmitglieder sind nicht prominent, aber sehr treffend besetzt, allen voran mit Christian Erdmann als Bruder des Steuerfahnders, der seine Schwägerin geliebt hat, sowie Stephan Szasz als Habdanks Schwager. Eine besondere Rolle spielt naturgemäß das viel präsente kleine Mädchen, das seine Sache sehr gut macht, selbst wenn es nur einen einzigen Dialogsatz hat. Eine ausgezeichnete Ergänzung der Bilder ist die sparsam instrumentierte Musik von Martin Tingvall. Sie verleiht dem Film gemeinsam mit Kostüm und Ausstattung, die beide auf bunte Farben verzichten, eine spezielle spätwinterlich triste Atmosphäre. tpg.

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