Tatort: Dornröschens Rache

Filmhandlung und Hintergrund

Tatort Berlin: 20 Jahre nach der Ermordung ihrer Mutter stirbt auch der Vater einer jungen Frau eines gewaltsamen Todes...

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  • Tatort: Dornröschens Rache: Tatort Berlin: 20 Jahre nach der Ermordung ihrer Mutter stirbt auch der Vater einer jungen Frau eines gewaltsamen Todes...

    2005 hat Christine Hartmann für den RBB mit „Todesbrücke“ (10,41 Mio. Zuschauer) den erfolgreichsten „Tatort“ des Jahres gedreht. Nun schickt sie die Berliner Ermittler aufs Land.

    In der brandenburgischen Provinz ist seit der „Wende“ offenbar die Zeit stehen geblieben. Vor zwanzig Jahren wurde hier Emma Merten ermordet. Ihr Mann und die kleine Tochter Paula haben das Dorf Wieditz daraufhin verlassen und sind nach Berlin gezogen. Als auch ihr Vater erschossen wird, kehrt Paula (Anna Thalbach) zurück. Der Mörder war offenbar in beiden Fällen derselbe. Und es handelt sich ganz eindeutig nicht, wie alle behaupten, um einen Durchreisenden; der Täter lebt noch heute in Wieditz.

    „Dornröschens Rache“ hat Autorin Frauke Hunfeld ihre Geschichte genannt. Tatsächlich erinnert Paulas Elternhaus an das verzauberte Königsschloss: Die Fassade ist von Efeu überwuchert, die Einrichtung von Spinnweben überzogen. Doch es war kein Kuss eines Prinzen, der Paula geweckt hat, sondern der Kuss des Todes. Eines angekündigten Todes zudem: Für Richard Merten (Hans Diehl) kommt das Klingeln des Mörders nicht überraschend. Er hat die Wohnung gekündigt, den Müll weggebracht und sogar den Teppich aufgerollt, damit er ihn nicht mit seinem Blut beschmutzt. Der Mord wirkt wie eine Tötung auf Bestellung; kein Wunder, dass Ritter (Dominik Raacke) und Stark (Boris Aljinovic) vor einem Rätsel stehen.

    Nicht minder reizvoll als dieses Rätsel ist die Reise nach Brandenburg, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. So ein Dorf, heißt es einmal, „ist eine komplizierte Angelegenheit. Das begreift man nicht in ein oder zwei Tagen“. Wann immer Kommissare aus der Großstadt auf dem Land ermitteln, prallen sie zunächst gegen eine Mauer der Feindseligkeit. Ritter und Stark ergeht es nicht anders. Nach und nach aber bröckelt das kollektive Schweigen. Stück für Stück rekonstruieren die Kommissare eine Geschichte, die vor zwei Jahrzehnten begann und erst jetzt endete.

    Hartmann inszeniert „Dornröschens Rache“ äußerst zurückhaltend. Regie und Kamera (Peter Nix) konzentrieren sich ganz auf Darsteller und Atmosphäre. Man merkt dem Film an, dass die entscheidenden Positionen (Drehbuch, Regie, Redaktion, Producer) mit Frauen besetzt waren: Zumindest optisch ist die Geschichte völlig gewaltfrei, die Spannung entsteht durch die emotionale Verflechtung der Figuren. Auch die Produzentin ist eine Frau: Für Regina Ziegler ist „Dornröschens Rache“ nach zwei Produktionen für den MDR Mitte der Neunziger erst der dritte „Tatort“ überhaupt und der erste für den RBB, dem hoffentlich noch weitere folgen werden; an ihr soll’s nicht liegen. tpg.

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