Tatort: Die Ballade von Cenk und Valerie

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   2012
Tatort: Die Ballade von Cenk und Valerie Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Die Ballade von Cenk und Valerie: Sechster und letzter Fall für Mehmet Kurtulus als verdeckter "Tatort"-Ermittler Cenk Batu.

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Kritikerrezensionen

  • Ein starker Abgang: Der letzte Auftritt von Cenk Batu ist nicht nur großes Fernsehen, der Thriller sprengt auch die Grenzen des Sonntagskrimis.

    „Die Ballade von Cenk und Valerie“ ist der letzte „Tatort“ mit dem großartigen Mehmet Kurtulus. Der Abgang ist derart gelungen, dass der Film das „Tatort“-Publikum verstören könnte. Die Geschichten über den verdeckten Ermittler haben sich ja ohnehin stets deutlich vom üblichen Sonntagskrimi unterschieden: Batus Aufgabe war es nicht, Morde aufzuklären; er sollte Organisationen von innen heraus zerstören und auf diese Weise Verbrechen verhindern. Diesmal wird er in eine Bank eingeschleust: Es gab einen Regierungswechsel, der neue Kanzler hat sich vorgenommen, die Spekulationsgeschäfte der Geldinstitute zu unterbinden. Batus Gegner haben sich allerdings die Dienste einer Verbündeten gesichert, die nicht lange braucht, um den schwachen Punkt des „under cover“-Ermittlers zu entdecken: Profikillerin Valerie war einige Jahre aus dem Geschäft, hat aber nichts verlernt. Sie nimmt Batu aus dem Spiel, indem sie seine Freundin (Anna Bederke) entführt, und zwingt ihn dazu, jenen Auftrag auszuführen, den man eigentlich ihr übertragen hat: den Kanzler (Kai Wiesinger) ermorden. Nun muss Batu es nicht nur mit der Killerin, sondern auch mit dem Staatsschutz aufnehmen.

    Buch und Regie des Abschiedskrimis haben der NDR und seine Produktionstochter Studio Hamburg Matthias Glasner übertragen, und damit war klar, dass dieser Film anders werden würde; weil Glasners Werke („Der freie Wille“) grundsätzlich anspruchsvoll und unkonventionell sind. Bestes Beispiel dafür ist Batus Gegenspielerin, vermutlich eine der schrägsten Figuren, die Glasners Stammspielerin Corinna Harfouch je verkörpert hat: Valerie ist ein Genie mit erheblichen emotionalen Defiziten. Die Besonderheit der Figur äußerst sich nicht nur in ihrem seltsamen Verhalten, sondern auch in der Wahrnehmung, die Glasner immer wieder comicartig verfremdet. Ohnehin trägt die Bildgestaltung (Jakub Bejnarowicz) enorm zur Dichte des Films bei, weil Batu diesmal noch mehr unter Strom steht als sonst und die Kamera ihm ständig auf den Fersen bleiben muss. Entsprechend aufwändig wirken die Bilder, zumal die Schauplätze dauernd wechseln. Glasners große Kunst besteht darin, die Szenen aller Dynamik zum Trotz mit einer gewissen Melancholie zu unterlegen. Und weil der Film insgesamt so ungewöhnlich ist, verkraftet er auch einen Abstecher ins absurde Theater, als sich Batus Chef (Peter Jordan) in die Bank begibt und schockiert erkennt: Das Schicksal der Welt liegt in den Händen einer Ansammlung verhaltensgestörter, gieriger junger Leute. tpg.

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