Tatort: Der Traum von der Au (2007)

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Kritikerrezensionen

  • Krimis leben davon, dass es einen Verlust zu beklagen gibt; und in der Regel beginnt die Geschichte damit auch. Diesmal aber verhält es sich anders. Und selbst wenn es sich nicht gehört, die letzte Szene vorwegzunehmen, weil dies der Spannung zwangsläufig abträglich ist: In diesem Fall muss es sein, denn sonst könnte Michael Fitz nicht gebührend verabschiedet werden.

    16 Jahre lang hat der Vetter von Lisa Fitz Carlo Menzinger gespielt, den bedauernswerten Oberkommissar, der für seine Kollegen Leitmayr und Batic (Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec) immer die Drecksarbeit erledigen muss. “Wie einen Primaten”, beklagt er sich nun, hätten ihn die beiden Vorgesetzten stets behandelt, und auch in dieser seiner letzten Folge hat er wieder einiges auszuhalten. Aber damit ist nun Schluss: “Der Traum von der Au” ist nach 45 gemeinsam gelösten Fällen (Fitz stieß erst in Folge drei zum Ensemble) der letzte für Carlo, der sich im Schlussbild in seinen neuen silbernen Jaguar E-Type setzt und davon gebraust. Das gute Stück war gar nicht gemietet, wie die Kollegen mutmaßten: Carlo hat geerbt und ist jetzt stinkreich.

    Autor Peter Probst gibt dem Abschied einen würdigen Rahmen. Die Münchener Ermittler werden mit einer ehrenwerten Hausgemeinschaft konfrontiert, die es in sich hat: Ihr täglicher Kleinkrieg ist in Mord und Totschlag ausgeartet. Der erste Mieter scheidet freiwillig aus dem Leben, der dritte auch; der zweite aber wurde auf äußerst brutal Weise ermordet. Abgesehen vom Hausmeister (Fritz Karl), im übrigen selbst eine reichlich verschrobene Gestalt, hatte der Tote praktisch nur Feinde, allen voran den Eigentümer (Alexander Held), der das Haus in Münchens neuem schicken Viertel, der Au, endlich komplett sanieren und dann ungleich teurer vermieten will. Doch dann entdeckt der Pathologe in den sterblichen Überresten des Opfers eine hohe Dosis Quecksilber. Der Mann, der seine thailändische Frau gequält hat und den alle Bewohner wegen seiner Blockwartmentalität hassten, ist gewissermaßen zwei Mal ermordet worden.

    Besonders hübsch in dem von Tim Trageser mit Bedacht inszenierten “Tatort” sind die regelmäßigen kleinen Irritationen am Rande, die mit der Handlung nicht viel zu tun haben, der bis auf einen echten Schockmoment aber nicht eben turbulenten Geschichte ein wohltuendes spielerisches Moment verleihen. tpg.

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