Tatort: Der Tag des Jägers

  1. Ø 3
   2006
Tatort: Der Tag des Jägers Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Der Tag des Jägers: Das Frankfurter Tatort-Team auf der Jagd nach einem mordverdächtigen Geiselnehmer.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Geschichte dieses Krimi von Niki Stein, der bereits einige der besten „Tatort“-Filme aus Frankfurt inszeniert hat, ist übersichtlich; aber dafür passiert eine Menge. Parallelen zum Hollywood-Kino sind nicht zu übersehen, zumal Stein sein Handwerk perfekt beherrscht: Der Film ist packend bis zum Schluss; und dann gelingt ihm auch noch das Kunststück, einen scheinbar glasklaren Fall ganz plausibel über den Haufen zu werfen.

    Ein Großteil der Handlung fußt auf einer Vorgeschichte: Zwei Familien sind einander offenbar derart spinnefeind, dass ihr Hass bis zum Psychoterror geht. Das nimmt mitunter zwar Züge an, die an Komödien à la „Der Apartment-Schreck“ erinnern, ist aber tödlicher Ernst. Die Ehe des einen Paares ist darüber bereits zerbrochen, die des anderen bloß noch eine Farce. Die Mordkommission kommt ins Spiel, weil aus heiterem Himmel ein Hausmeister erschossen worden ist, der auf der Straße lautstark mit einem Laubbläser hantierte.

    In intensiven Verhören mit den verschiedenen Beteiligten rekonstruieren Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) den Ablauf der vergangenen Nacht: Nachbar Paulus (Stephan Kampwirth) stand abends mit Champagner vor der Tür des Ehepaares Müritz (Marie-Lou Sellem, Oliver Stritzel), um eine Versöhnung anzubieten. Dann eskalierten die Dinge; am Ende musste der Hausmeister sterben. Nun hat Paulus den Erzfeind als Geisel genommen und ist augenscheinlich auf dem Weg zu seiner Frau (Anica Dobra). „Homicide – Suicide“, warnt der neue junge Kollege (Sascha Göpel), und auch der Staatsanwalt sieht Paulus, ehemaliger Einzelkämpfer, bereits beim Amoklauf: Den ersten Mord hat er mit dem Gewehr von Müritz, einem passionierten Jäger, schon begangen, am Ende wird er sich selbst das Leben nehmen. Bloß dem kauzigen Kriminalpsychologen aus Lüttich (Thierry van Werveke), der ein Auge auf Charlotte Sänger geworfen hat, schwant, dass sich die Dinge womöglich ganz anders zugetragen haben.

    Dank einer agilen Bildgestaltung von Steins Stammkameramann Arthur W. Ahrweiler kommt der „Tatort“ nur selten zu Ruhe; die effektvoll eingesetzte Musik (Jacki Engelken, Ulrik Spies) verstärkt diese Ruhelosigkeit noch. Diverse Scharmützel am Rande der Handlung – die Stimmung innerhalb der Sonderkommission ist ungewöhnlich aggressiv – sorgen dafür, dass Steins Film ungemein komplex wirkt. Vordergründig ein fesselnder Krimi, hintergründig eine faszinierende Abhandlung über die Vorgeschichte eines Verbrechens. tpg.

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