Tatort: Der hundertste Affe

Filmhandlung und Hintergrund

In diesem "Tatort" sehen sich die Bremer Ermittler mit einem Katastrophenszenario konfrontiert...

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  • Tatort: Der hundertste Affe: In diesem "Tatort" sehen sich die Bremer Ermittler mit einem Katastrophenszenario konfrontiert...

    Ökoterroristen versuchen das Bremer Trinkwasser zu vergiften, um so die dubiosen Geschäfte eines Chemiekonzerns anzuprangern.

    Bei diesem Bremer „Tatort“ fühlt man sich ein wenig an Michael Cacoyannis‘ makabere Weltuntergangskomödie „Der Tag, an dem die Fische kamen“ erinnert. Ein Spezialkommando sucht da auf einer griechischen Insel nach verloren gegangenen Atombomben. Hysterie macht sich unter der Bevölkerung breit - vor allem weil man das Tourismusgeschäft in Gefahr sieht, die Behörden reagieren zögerlich, die Augen werden vor der drohenden Gefahr verschlossen, ein Rennen gegen die Zeit beginnt. Das scheint bei „Der hundertste Affe“ schon zu Beginn verloren. „Wir haben’s verbockt!“, sagt Inga Lürsen (Sabine Postel) zu ihrem Kollegen Nils Stedefreund (Oliver Mommsen), ehe der Fall in der Zeit zurückspringt und als lange Rückblende aufgerollt wird.

    Dynamisch ist der Opener montiert, Regisseur Florian Baxmeyer hält das Tempo - wie es sich für einen ordentlichen Politthriller gehört - von Anfang an hoch. Da ist Stedefreund noch bester Laune: „Fall gelöst, in nur 28 Stunden, null Schlaf.“ Den Sonntag will er nun „wie früher als Student“ im Freibad verbringen. Damit wird es aber nichts. Eine Mail erreicht die Polizei, Bilder von 57 Toten in Mali sind zu sehen. Die Freilassung des inhaftierten Urs Render (Manfred Zapatka), Ex-Forschungschef des biotechnologischen Konzerns Sachs, wird gefordert. Er steht vor Gericht, weil er das Forschungslabor seines Arbeitsgebers in Brand gesteckt hat. Zu seinem Motiv schweigt er hartnäckig. Die Erpresser wollen ihn nun zum Sprechen bringen…

    Dann kommt doch noch das Stadionbad ins Spiel. Eine Frau dreht eine Dusche auf. Eine blutrote Flüssigkeit rinnt ihren Körper hinunter. Ein gellender Schrei. Sie stirbt vor Schreck - optisch bestechend und wohl einer der kuriosesten Todesfälle der ARD-Krimireihe. Ökoterroristen haben das Wasser mit Lebensmittelfarbe versetzt. Ein Krisenstab wird gebildet. Auftritt des „KDD“-erprobten Barnaby Metschurat alias Helmut Lorentz. Messerscharfe Kurzhaarfrisur, schmale Krawatte, unauffälliger Anzug. Zur Entspannung spielt er Jo-Jo, seine Lieblingskaffeesorte bringt er in der Aktentasche mit. Kein typischer Beamter. Der Mann ist mit einem messerscharfen Verstand ausgestattet und agiert absolut autonom. Eine hoch spannende Figur.

    Wie auch die der BKA-Beamtin Linda Selb. Luise Wolfram („Nie mehr wie immer„) legt sie ein wenig an wie Diane Kruger ihre Polizistin in der US-Serie „The Bridge“: autistisch, zielgerichtet, erfolgsorientiert. Allein will sie ermitteln, denn: „Ich bin die Beste“. Aber Passion besitzt der hoch aufgeschossene Rotschopf auch - für den, siehe Poblick!, an einer Liaison durchaus interessierten Stedefreund: „Sex? Später, wenn das alles vorbei ist.“ Fehlt nur noch die Drahtzieherin des geplanten Umweltattentats: Luisa Christensen (Friederike Becht). Sie will den durch Pestizide verursachten Tod ihres Mannes rächen. Nachdem es ihr mit ihren Video-Blogs nicht gelungen ist, die Welt aufzurütteln und auf die Missstände in Afrika hinzuweisen, greift sie zu drastischeren Mitteln.

    Geschickt und flüssig verknüpft Drehbuchautor Christian Jeltsch („Deckname Luna„) die verschiedenen Handlungsstränge miteinander, lässt seinen Figuren Raum sich zu entfalten und wartet zudem mit einer originellen Schlussvolte auf. Etwas blass, weil zu routiniert, wirken die beiden Kommissare, dennoch überzeugt ihr gerade Art - etwa wenn Lürsen herrschende Zustände bissig kommentiert und sich von „Mutti Merkel“ nicht begeistert zeigt. Spannend und actionreich, nervös-flüssig von Peter Joachim Krause („Zwischen den Zeiten“) fotografiert ist das Finale, die große Katastrophe kann - trotz überdurchschnittlich vieler Toter - gerade noch abgewendet werden. Und zum Schluss erlaubt sich der Regisseur sogar noch ein wenig Medienschelte. geh.

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