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Tatort mit Kommissarin Odenthal um das aktuelle Thema Sterbehilfe.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Der glückliche Tod: Tatort mit Kommissarin Odenthal um das aktuelle Thema Sterbehilfe.

    Das Thema Sterbehilfe polarisiert wie kaum ein anderes: Die einen sind der Meinung, jeder habe das Recht auf ein frei bestimmtes Leben und daher auch auf einen frei bestimmten Tod. Die anderen sind strikt dagegen, dass der Mensch in den natürlichen Ablauf eingreift. Als Krimistoff ist das ohne Frage ein interessantes Sujet; vorausgesetzt, der Autor verliert nicht aus den Augen, was die Zuschauer von einem „Tatort“ erwarten.

    Die Regisseurin Aelrun Goette hat es geschafft, sich mit nicht mal einer Handvoll Filmen ein imposantes Renommee zu verschaffen. Bekannt wurde sie durch die mit einem Bundesfilmpreis ausgezeichnete Dokumentation „Die Kinder sind tot“ (2003). Für ihren ersten inszenierten Film, „Unter dem Eis“, erhielt sie prompt einen Adolf Grimme Preis; auch hier starb ein Kind. Im Gefühlszentrum ihres Krimidebüts steht gleichfalls ein Kind: Die neunjährige Julia hat Mukoviszidose. Bei dieser unheilbaren Krankheit werden die inneren Organe von einem zähen Sekret verstopft. Julia stirbt jeden Tag ein bisschen mehr; schon lange hat ein „Tatort“ nicht mehr so berührt, als der Fall längst gelöst, die Geschichte aber eben noch nicht zu Ende ist.

    Sie beginnt ganz klassisch mit einer Leiche: Eine Frau wird tot aus dem Rhein gefischt. Es handelt sich um die Pressesprecherin der deutschen Filiale einer Organisation namens Charontas, eines schweizerischen Vereins für Sterbehilfe (Charon war in der griechischen Mythologie der Fährmann, der die Toten in den Hades übersetzte). Rasch stellt sich raus, dass sie kurz zuvor mit dem Anwalt (Frank Giering) des Vereins einen heftigen Streit hatte. Doch dann rückt ein weiterer Mann ins Visier des Ludwigshafener Ermittler-Duos: Ein Handwerker trachtete der Frau offenbar nach dem Leben, weil sie seiner Tochter angeblich illegale Sterbehilfe geleistet hat. Da ist die Suche nach dem Mörder aber fast schon zweitrangig geworden, weil man mittlerweile Julia kennen gelernt hat. Auch ihre Mutter (Susanne Lothar) ist beobachtet worden, wie sie beim Disput mit der Charontas-Sprecherin beinahe handgreiflich wurde.

    Weil Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihr Kollege Kopper (Mario Hoppe) die unterschiedlichen Haltungen zum Thema Sterbehilfe repräsentieren - Kopper wird angesichts des tödlichen Beistands regelrecht aggressiv -, rückt die Krimi-Ebene zusehends in den Hintergrund, zumal Autor André Georgi die Geschichte mehr und mehr als Familiendrama erzählt. Am Ende ist der Film pures, zu Tränen rührendes Melodram, von der jungen Stella Kunkat ebenso fabelhaft gespielt wie von Ulrike Folkerts, die ihre Lena so emotional wie selten zuvor verkörpern darf. Als Krimi wird der Film keine Preise gewinnen, aber als Drama ist dieser „Tatort“ auch dank der sorgfältig komponierten Bildgestaltung von Jürgen Carle unbedingt sehenswert. tpg.

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