Tatort: Das goldene Band

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   2012
Tatort: Das goldene Band Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Das goldene Band: ZDie Fortsetzung zum Zwangsprostitutionskrimi aus Hannover ist ebenfalls sehenswert, das Experiment "Tatort"-Zweiteiler ist gelungen.

Als neue Beweise auftauchen, kann Charlotte Lindholm den juristisch abgeschlossenen, kriminalistisch aber nach wie vor ungelösten Fall um die ermordeten jungen Zwangsprostituierten aus Weißrussland wieder aufrollen. Aber der Gegner scheint übermächtig, die Kommissarin kann niemandem trauen, nicht mal ihrem Chef. Außerdem stellt sich raus, dass ihr Geliebter viel mehr über den Fall weiß, als er zugeben will. Und dann drohen die Gegenspieler damit, ihrem kleinen Sohn David etwas anzutun, wenn sie nicht die Finger von dem Fall lässt.

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Kritikerrezensionen

  • Das Experiment geht in seine zweite Runde: Anders als beim Zweiteiler von MDR und WDR („Kinderland“/“Ihr Kinderlein kommet“), der aus in sich abgeschlossenen Geschichten bestand, die einander überschnitten, ist „Das goldene Band“ eine echte Fortsetzung.

    Trotzdem beginnt der Film nicht mit einem „Was bisher geschah“: Autor Stefan Dähnert stellt Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) einfach eine neue Kollegin zur Seite, die in den Fall eingeweiht werden muss. Das geschieht allerdings in angemessener Knappheit, denn die Einzelkämpferin vom LKA ist zunächst alles andere als begeistert über die Verstärkung. Prompt gab Dähnert der Dame den Namen Prinz: Lindholm lässt keine Zweifel dran, wer das Sagen hat. Aber nicht nur in narrativer Hinsicht ist die Kommissarin eine Verstärkung: Alessija Lause, auch als Stuntfrau sehr gefragt, bildet einen interessanten Kontrast zu Furtwängler, zumal Prinz mindestens so cool ist wie die diesmal ungewohnt emotionale Lindholm. Allerdings muss die Ermittlerin auch hilflos mit ansehen, wie sich Privatleben und Beruf vermischen: Erst stellt sich raus, dass ihr Geliebter, Jan Liebermann (Benjamin Sadler), viel mehr über den Fall der verschwundenen jungen Frauen aus Weißrussland weiß, als er zugeben will; und dann geben ihr die mächtigen Gegenspieler zu verstehen, dass es der kleine David ausbaden muss, wenn seine Mutter nicht lockerlässt.

    Da schon in Teil eins klar war, wer hinter dem Verbrechen steckt, bezieht der zweite Teil seine Spannung aus der Frage, ob und wie es Lindholm gelingt, der Übermacht zu trotzen: Die Gegenseite hat ihre Augen und Ohren überall. Das verleiht dem erneut von Franziska Meletzky inszenierten Film eine Atmosphäre wie in einer Verschwörungsgeschichte: Die Kommissarin kann niemandem trauen, selbst ihr Chef (Torsten Michaelis) scheint auf der Lohnliste des Bösen zu stehen. Großartiger Kontrast zur dünnhäutigen Heldin ist Bernhard Schir als Großinvestor Hajo Kaiser. Spielte er im ersten Teil nur eine Nebenrolle, so rückt er nun mehr und mehr ins Zentrum. Schir verkörpert den charismatischen Unternehmer mit großer Hingabe, ohne dabei zu übertreiben oder die Figur zu denunzieren. Kaiser, als Rattenfänger von Hannover der heimliche Herrscher der niedersächsischen Landeshauptstadt, steckt einfach voller Energie, ist sich aber auch nicht zu schade, für die Töchter den Clown zu machen; eine tolle Rolle.

    Am Ende hilft ausgerechnet Liebermann der Kommissarin aus der Patsche, weil beide zufällig das gleiche weißrussische Reiseziel haben, und die Überführung des von Robert Gallinowski ohnehin nicht gerade differenziert verkörperten Rockerchefs als Drahtzieher der Zwangsprostitution ist ein bisschen dick aufgetragen, aber andererseits will man ja, dass dem Schurken die verdiente Strafe widerfährt. Sollte der Zweiteiler ein Test gewesen sein, dem möglicherweise weitere Projekte dieser Art folgen könnten: Das Experiment ist gelungen. tpg.

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