Tatort: Das Böse

  1. Ø 5
   2003
Tatort: Das Böse Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Das Böse: Ein Mann wird von der U-Bahn überrollt und die Frankfurter Kommissare fragen sich und die Zeugen, ob es sich um Unfall, Selbstmord oder Mord handelt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Das Böse“: eigentlich ein Titel wie für einen Horrorfilm. Tatsächlich ist dieser dritte „Tatort“ mit dem Team Sänger/Dellwo fast eine Nummer zu groß für die Reihe. Er erzählt die Geschichte eines ehrenwerten Bürgers, der sich als Monstrum entpuppt: Karl Petzold, schwerreich, gelangweilt und abgestumpft, sucht neue Herausforderungen, neue Kicks. Also beginnt er zu morden; einfach so. Keine Spuren, kaum verwertbare Zeugenaussagen und vor allem kein Motiv: Der Mann ist nicht zu fassen. Dann beginnt er auch noch ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei, schmeißt sich an die ermittelnde Kommissarin ‚ran – und mordet weiter.

    Niki Stein (Buch und Regie) wollte ganz offensichtlich mehr als bloß einen gewöhnlichen Krimi erzählen. Zusammen mit den beiden ersten Fällen bildet „Das Böse“ eine Trilogie, in der die Handlungsfäden aus dem Privatleben von Sänger (Andrea Sawatzki) und Dellwo (Jörg Schüttauf) wieder aufgegriffen werden. Dellwo beispielsweise will seine frühere Existenz endgültig hinter sich lassen und sucht einen Käufer für sein Haus. Eine Liebelei mit der Pathologin (Iris Böhm) scheint zunächst unter einem schlechten Stern zu stehen. Sänger trainiert unter großer Anteilnahme ihres Chefs für die Landesmeisterschaften im Formationstanz und versucht vergeblich, sich endlich von ihren Eltern zu emanzipieren; Petzold wird sie dabei auf makabre Weise unterstützen. Außerdem befindet sich das gesamte Revier wegen Umzugs in Auflösung.

    All das aber sind nur Nebenschauplätze, die die Verletzbarkeit der Kommissare und damit ihre Fallhöhe vergrößern sollen: Sie haben keine Chance gegen dieses Ungeheuer. Ulrich Tukur spielt den skrupellosen Banker derart charismatisch und gleichzeitig gefühllos, dass der Filmtitel durchaus gerechtfertigt ist. Als Vorbilder grüßen dabei von Ferne Dostojewskis Raskolnikow (aus „Schuld und Sühne“) und vor allem die Titelfigur aus Hubert Selbys Roman „Der Dämon“. Stein beruft sich jedoch auf einen authentischen Mörder, der vor Jahren in Paris sein Unwesen trieb und scheinbar grundlos Clochards tötete.

    Doch wie auch immer: Wie Petzold sein perverses Spiel mit den Polizisten treibt, ist ungemein reizvoll. Die Fachsimpelei mit Dellwo über dessen Plattensammlung, die Gerissenheit, mit der er immer wieder seinen Kopf aus der Schlange zieht, obwohl der Fall sonnenklar ist: faszinierend. Die mutwillig komplizierte Verschachtelung der Zeitebenen und so mancher unmotivierte Einsatz von Zeitlupe und Zeitraffer wirken allerdings ein bisschen bemüht. Ohnehin wird die düstere Geschichte nicht jedermanns Sache sein, zumal die Details der Morde, obwohl nur geschildert, nicht gezeigt, recht unappetitlich sind. tpg.

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