Tatort: Borowski und die Sterne

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   2009
Tatort: Borowski und die Sterne Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Borowski und die Sterne: Borowski und Jung ermitteln im Fall eines vermeintlichen Selbsmordopfers, dargestellt von US-Star Helen Schneider.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Einmal im Jahr gibt es einen „Tatort“, der all die Vorzüge dieses Sendeplatzes auf herausragende Weise bündelt. Die Sender bemühen sich ja immer wieder, einerseits zwar den Erwartungen gerecht zu werden, andererseits aber auch mit ihnen zu spielen und den vorgegebenen Rahmen in Maßen zu sprengen. Nicht zuletzt dank Axel Milberg und der kreativen Arbeit bei der Produktionsfirma Studio Hamburg nimmt der „Tatort“ aus Kiel ohnehin eine Sonderstellung ein.

    Der Film „Borowski und die Sterne“ aber hat gute Aussichten auf den inoffiziellen Titel „Bester ‚Tatort‘

    des Jahres“: weil er anders ist als die anderen. Die Anerkennung muss auf viele Schultern verteilt werden, aber Angelina Maccarone (Buch und Regie), die für den NDR zuletzt zwei Krimis aus Hannover beigesteuert hat, ist sicherlich hervorzuheben.

    Schon die Geschichte ist ungewöhnlich, zumal sie gespickt ist mit Anspielungen auf lebende Vorbilder. Zusätzlichen Reiz erhält der Film durch die überraschende Besetzung: Sat.1-Moderator Hugo Egon Balder, im früheren Leben erst gelernter Schauspieler und später Musiker, spielt Bodo, einen gealterten Rock-Star, der ein Comeback erlebt. Margret, genannt Maggie, einstige Geliebte, will den alten Kontakt auffrischen und sich mit Bodo in dem Hotelzimmer treffen, in dem der Star damals gelebt hat. Aber Bodo kommt nicht, und kurz drauf liegt Margret tot zwischen den Hotelcontainern; ein Abschieds-Graffiti deutet auf Selbstmord hin. Doch die Botschaft wurde mit rechts geschrieben, und die Tote war Linkshänderin. Borowski hat nun die Qual der Wahl, denn Motive gäbe es viele. Die Spuren führen zwar auch zu Margrets todkrankem Gemahl (Hermann Beyer), aber vor allem in die Vergangenheit: Maggie hatte einst auch eine Affäre mit Bodos Gitarristen; beide kommen als Vater ihrer Tochter in Frage.

    Margret wird von der früheren Rock-Sängerin Helen Schneider verkörpert; auch dies ein kleiner Besetzungs-Coup. Noch besser aber ist Maccarones Idee, sowohl die junge Maggie in den Rückblenden als auch Margrets Tochter von Esther Zimmering spielen zu lassen, denn auf diese Weise ist Bodos Verblüffung bei der ersten Begegnung noch überzeugender. Janis heißt die Tochter, nach Janis Joplin, mit deren Liedern auch immer wieder die Rückblenden unterlegt sind. In dieser Hinsicht rückt sich Maccarone ihre Geschichte allerdings etwas zurecht. Wie so oft im jüngeren Fernsehfilm werden Sechziger- und Siebzigerjahre kurzerhand zu einem Jahrzehnt komprimiert: Margrets Tochter ist um die dreißig, aber Janis Joplin starb vor knapp vierzig Jahren.

    Doch dieses Detail lässt sich angesichts der vielen Qualitäten des Films leicht verschmerzen. Gerade Milberg und Maren Eggert hat Maccarone ganz wunderbare Wortwechsel in den Mund gelegt. Das gemeinsame Schleichen des Kommissars und seiner Kollegin aus der Kriminalpsychologie um den Beziehungsbrei ist ja ein ganz wesentliches Erfolgsgeheimnis der Kiel-Krimis, aber selten hat es zwischen den beiden so geknistert wie jetzt; kein Wunder, dass sie sich so nahe kommen wie nie zuvor. Wie im Leben ist das Vorspiel, als er auf ihre Ausführungen zu Jung mit einer Freud’schen Doppeldeutigkeit antwortet, der reizvollere Teil der erotischen Entwicklung.

    Von Maccarone stammen übrigens nicht nur die Dialoge, sondern auch die Texte zu Bodos Liedern. Aber viel schöner sind die Details am Rande: der alte Mann im Rollstuhl, der angesichts der Ereignisse immer wieder beteuert, in welch schrecklicher Welt wir doch lebten, die Anspielungen auf Stanley Kubricks King-Verfilmung „The Shining“ oder das allgegenwärtige ältliche Zimmermädchen, das seinerseits wie eine Figur aus einem Gruselklassiker wirkt. tpg.

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