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Tatort: Borowski und die Angst der weißen Männer

  

Filmhandlung und Hintergrund

Toxische Männlichkeit im Kieler Tatort zum Internationalen Frauentag.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Borowski und die Angst der weißen Männer: Toxische Männlichkeit im Kieler Tatort zum Internationalen Frauentag.

    Toxische Männlichkeit im Kieler Tatort zum Internationalen Frauentag.

    Der Hass auf Frauen und der Hang zu rechten Verschwörungstheorien eint sie in dunklen Internetforen. Der Kieler Tatort setzt sich auf die Spur von unfreiwillig Zölibatären, sogenannten Incels („Involuntary Celibates“), einsamen weißen Männern, die sich im Internet radikalisieren, ihren Hass auf Minderheiten ausleben und im schlimmsten Fall zu allem bereit sind wie die Attentäter von Halle, Christchurch oder Utøya. Im facettenreichen Drehbuch von Peter Probst und Daniel Nocke personifiziert sich dieser Hass in einem linkisch aufbrausenden Parkhauswärter, der in maßlose Wut geraten kann, wenn er bei Frauen nicht ankommt (Joseph Bundschuh gibt ihn mit viel verräterischem Gesichtszucken), in einem zynisch arroganten Antifeministen, der in Workshops Incels gegen selbstbestimmte Frauen aufhetzt (Arnd Klawitter springt die blasierte Niedertracht aus dem Gesicht), und einer Handvoll rechter Schläger aus dem Darknet, die gleich zu Beginn die Assistentin einer progressiven Politikerin (Jördis Triebel in viel zu kurzen Auftritten) überfallen. Wenig später liegt eine junge Frau totgetreten vor einer In-Disco, neben ihr eine in den Sand gestampfte 14, Symbolzahl amerikanischer Neonazis. Kommissar Borowski und seine Kollegin Sahin kommen rasch dem schüchternen Wüterich auf die Spur. Über ihn gelangen sie an den teuflischen Therapeuten, bei dem der junge Incel Unterricht nimmt. Das weitere Geschehen wird nicht nur sehr spannend, sondern auch verstörend, was die Umtriebe dieser sich in unserer Gesellschaft formierenden „Hater“ betrifft, die mit ihrer Wut schon heute Politiker*innen im Internet einschüchtern. Axel Milberg und Almila Bagriacik geben ihr Bestes, um mit Schlagfertigkeit und Common Sense ein Gegengewicht zu bilden. Der Versuch, alle Aspekte von Hass und Herablassung weißer Männer plakativ zu beleuchten, liefert zwar einen bemerkenswerten Diskussionsbeitrag, aber dafür einen etwas schematisch und funktional konzipierten Krimi. uh.
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