Filmhandlung und Hintergrund

Kommissar Bienzles allerletzter Fall...

In Stuttgart werden kleine Mädchen missbraucht und ermordet. Ein Kollege Bienzles verdächtigt einen jungen Mann und steigert sich in eine regelrechte Besessenheit. Bienzle ist von der Unschuld des Verdächtigen überzeugt, ignoriert alle Hinweise und lässt ihn laufen. Als bei den Sachen des zuletzt verschwundenen Mädchens Haare des Mannes entdeckt werden, ist zum ersten Mal in Bienzles beruflicher Laufbahn sein Vertrauen in die eigene Spürnase erschüttert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Bienzle und sein schwerster Fall: Kommissar Bienzles allerletzter Fall...

    Es ist ein Abschied mit Stil. Keine Blumen, kein großer Abgang. Nach gut 14 Jahren Dienstzeit verschwindet Ernst Bienzle schweigend im Dunkel der Nacht.

    Prompt lässt sich zumindest ein Anflug von Melancholie nicht ganz verbergen, auch wenn der bedächtige Ermittler mit seiner leicht schläfrigen Art bei Teilen des Publikums als schwäbische Schnarchnase verhasst war. Andererseits wird für Bienzle-Fans gerade im entschleunigten Charakter der Filme ihr Charme gelegen haben. Und in der Berechenbarkeit: Seit dem ersten Fall am 6. Dezember 1992 hat Autor Erich Huby seine Erzählweise durchgehalten. Gleiches gilt für das Personal. Bienzle (Dietz-Werner Steck), sein Kollege Gächter (Rüdiger Wandel), Freundin Hannelore (Rita Russek): Alle waren stets berechenbar. Diese Kontinuität verdankt die Reihe ohne Frage ihrem Autor: Huby, der bis auf zwei alle Drehbücher geschrieben hat, ist der von ihm selbst erfundenen Figur immer treu geblieben. Und mehr noch: Die Reihe „Tatort“ soll ja ausdrücklich regionalen Charakter haben; so fest verwurzelt wie Bienzle ist kein anderer „Tatort“-Kommissar. Den Vorwurf, seine Krimis seien fast schon Heimatfilme, hat Huby stets als Kompliment interpretiert; selbst wenn sich vor allem Badener gern über das „Pseudo-Schwäbisch“ der Darsteller lustig gemacht haben.

    Bienzles letzter Fall mag nicht tatsächlich sein schwerster sein, aber es geht zumindest um besonders abscheuliche Verbrechen: Irgend jemand entführt kleine Mädchen, verkleidet sie, vergeht sich an ihnen und tötet sie anschließend. Ein Kollege Bienzles verdächtigt den jungen Kai Anschütz (Tobias Schenke) und steigert sich in eine regelrechte Besessenheit. Bienzle, der von der Unschuld des Mannes überzeugt ist, ignoriert sämtliche Verdachtsmomente und lässt ihn laufen. Als bei den Sachen des zuletzt verschwundenen Mädchens Haare von Anschütz entdeckt werden, ist zum ersten Mal in Bienzles beruflicher Laufbahn sein Vertrauen in die eigene Spürnase erschüttert.

    Regisseur Hartmut Griesmayr lässt auch in seinem elften „Bienzle-Tatort“ keinerlei Hektik aufkommen, inszeniert die große falsche Fährte des Films allerdings derart unelegant, dass man sofort weiß: Der Musiklehrer, in dessen Theatergruppe die beiden ermordeten Mädchen mitgewirkt haben, war’s auf keinen Fall. Dafür wird umso deutlicher, welche Konsequenzen eine falsche Verhaftung für solche Betroffenen hat, weil ja „immer was hängen bleibt“. Insgesamt also ein ganz normaler, unspektakulärer Stuttgart-Krimi, um den man normalerweise keinerlei Gedöns machen würde; wenn’s eben nicht Bienzles Abschied wäre. tpg.

News und Stories

  • SWR: Folkers als meistgesehene Tatort-Kommissarin

    Nur eine Tatort-Kommissarin konnte im Jahr 2007 die Marke von neun Millionen Zuschauern knacken: Lena Odenthal mit der Episode „Roter Tod“. Mit 9,12 Millionen Zuschauern war die vom Südwestrundfunk (SWR) in Zusammenarbeit mit der Maran Film produzierte Folge der bislang meistgesehene Tatort des Jahres 2007. In dieser Episode, die am 28. Januar 2007 ausgestrahlt wurde, ging es um leichtsinnige Geschäfte mit Blutkonserven...

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