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Tatort: Bienzle und der heimliche Zeuge

Filmhandlung und Hintergrund

Bienzle muss den Mord an der während eines Auftritts ins Jenseits beförderten Dirigentin des Stuttgarter Knabenchors aufklären. Kleines Späßken am Rande: ein Auftritt der Ur-Schwäbin und Justizministerin Hertha Däubler-Gmelin.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Bienzle und der heimliche Zeuge: Bienzle muss den Mord an der während eines Auftritts ins Jenseits beförderten Dirigentin des Stuttgarter Knabenchors aufklären. Kleines Späßken am Rande: ein Auftritt der Ur-Schwäbin und Justizministerin Hertha Däubler-Gmelin.

    Ein kleiner Junge als Mordzeuge: Das gab es schon öfter (unerreicht in Peter Weirs „Einzigem Zeugen“). Felix Huby gelingt es dennoch, dem Grundmuster neue Seiten abzugewinnen: Der Junge hat zwar die Tat beobachtet, vom Mörder jedoch bloß die (allerdings markanten) Schuhe gesehen; der Täter wiederum weiß nur, dass es einen kleinen Zeugen gibt; seine Identität kennt er nicht. Und da man auch als Zuschauer den Mord allein aus der Perspektive des Jungen miterlebt hat, darf man nun fleißig mitknobeln.

    In diesem Fall ist das in der Tat reizvoll, denn Huby präsentiert gleich vier Verdächtige, die für den Mord an der Managerin eines erfolgreichen Knabenchores in Frage kommen. Da ist zum einen der Vater des kleinen Zeugen, mit dem die Tote ein ebenso böses Spiel getrieben hat wie mit dem Leiter des Chores. Obwohl die Sangesgröße in erster Linie sein Verdienst ist, droht ihm seine Homosexualität zum Verhängnis zu werden: Die Managerin will keinen schwulen Dirigenten dulden. Sein Freund wiederum, ein Pfarrer, will natürlich nicht riskieren, dass die Beziehung der beiden publik wird. Und dann ist da noch der unangenehm ehrgeizige Vorsitzende des Fördervereins (Helmut Zierl). Er möchte gern Leiter der Stuttgarter Musikfestspiele werden und hatte zur Toten ein offenbar mehr als bloß geschäftliches Verhältnis.

    Die Liebhaber altmodischer Kriminalgeschichten kommen also voll und ganz auf ihre Kosten, zumal Bienzle (Dietz Werner Steck) sämtliche Verdächtigen genüsslich erst mal zappeln lässt. Stil und Tempo von Arend Aghtes Inszenierung entsprechen Hubys Drehbuch. Wie praktisch alle „Tatorte“ aus Stuttgart verzichtet auch diese Folge auf vordergründige Effekte; die Zeichnung der Charaktere ist Autor und Regisseur deutlich wichtiger. Deshalb stört es um so mehr, dass einige der Nebendarsteller alles andere als leise Töne wählen und auftrumpfen, als gelte es, im voll besetzten Theater auch noch die letzte Reihe zu erreichen. Um so erholsamer ist die souveräne, ruhige Art von Dietz Werner Steck, der wie stets der ruhende Pol der Handlung ist.

    In einem Gastauftritt ist übrigens Herta Däubler-Gmelin zu sehen; sie kommt dank eines hieb- und stichfesten Alibis als Verdächtige aber nicht in Frage. tpg.
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