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Tatort: Babbeldasch

  

Filmhandlung und Hintergrund

Improvisierter "Tatort" aus Ludwigshafen von Axel Ranisch.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

3,0
10 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Babbeldasch: Improvisierter "Tatort" aus Ludwigshafen von Axel Ranisch.

    Schräger Humor und viel Gebabbel zeichnen den neuen Lena-Odenthal-Krimi aus.

    Das kann sich nur der „Tatort“ leisten: Ulrike Folkerts als Lena Odenthal hat schon sehr düstere und spannende Fälle gemeistert und ist den Zuschauern als resolute Fahnderin hart an der Realität ans Herz gewachsen. Im neuesten Fall werden ganz andere Töne angeschlagen: Leicht, beschwingt, herzensgut und sehr komisch ist der Tonfall, mit dem ein Todesfall im Mundart-Theater Babbeldasch gelöst werden muss. Die Chefin, Leiterin und Star der Bühne, verstirbt an einem allergischen Schock nach dem Verzehr eines Schokocroissants. Das vollbesetzte Theater, in dem gerade auch die Chefermittlerin weilt, beherbergt nicht nur ein bestürztes Publikum sondern eine ganze Reihe potenzieller Täter. Eifersüchteleien unter den Amateurschauspielern, eine langjährige Ménage-à-trois der Prinzipalin oder der Unsympath von Hausbesitzer könnten der Schlüssel zur Lösung des Falls sein. Das Opfer erscheint Odenthal fortan im Traum, um die Kommissarin anzuleiten, die ihrerseits ihr Talent für die Bretter, die die Welt bedeuten, entdeckt. Jungfilmer Axel Ranisch, der für seine improvisierten Ensemblefilme, aus denen „Ich fühl mich Disco“ herausragt, mit Preisen überschüttet wird, durfte seinen frischen und etwas anderen, durch Rosa von Praunheim besonders geförderten Blick aufs Filmemachen am SWR-„Tatort“ erproben. Mit der Stammbesetzung der Odenthal-Krimis, Mitgliedern seiner Filmfamilie und DarstellerInnen des Ludwigshafener Amateurtheaters Hemshofschachtel entrollt er eine vertrackte Tätersuche, die dunkle Geheimnisse lüftet und auf pfälzische Hinterlist trifft. Gedreht wurde mit einem Drehbuch ohne Dialoge, die Schauspieler improvisieren nach einem geprobten Ablauf und haben Raum für exzentrische Einfälle. Das gilt auch für die Regie, die mit vielen Jumpcuts auf der Höhe des emotionalen Geschehens zu bleiben versucht. Den Spaß, den es den Darstellern macht, insbesondere der tapferen Ulrike Folkerts, sieht man ihnen an. Der Sender ist hochzufrieden, und hat schon den nächsten Ranisch-„Tatort“ in Auftrag gegeben. Ob auch die Zuschauer diese mitunter etwas alberne „Kriminaloperette ohne Gesang“, wie ihr Schöpfer sie nennt, zu goutieren wissen, das muss sich erst erweisen. UH.

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