Tatort: Ausgelöscht

  

Filmhandlung und Hintergrund

Dieser ebenso faszinierende wie fesselnde "Tatort" aus Wien beweist einmal mehr: Das Böse ist immer und überall.

Eine aus Bulgarien gesteuerte Bande raubt in Wien regelmäßig Geschäfte aus. Kurz hintereinander werden zwei der Ganoven hingerichtet: ein Schuss ins Knie, um eine Information zu erpressen, der zweite in den Kopf. Die Kugeln stammen aus unterschiedlichen Waffen. Eisner und Fellner stehen vor einem Rätsel. Die schüchterne Kollegin aus Sofia ist auch keine große Hilfe. Eins aber ist klar: Es muss in Wien einen Drahtzieher geben. Und alle Beteiligten haben eine Verbindung zu dem aalglatten Anwalt Deutschmann.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Ausgelöscht: Dieser ebenso faszinierende wie fesselnde "Tatort" aus Wien beweist einmal mehr: Das Böse ist immer und überall.

    Schon der rasante Epilog deutet an, dass Uli Brée (Buch) und Harald Sicheritz (Regie) mit diesem Krimi etwas ganz Besonderes im Sinn hatten: Untermalt von packender Thriller-Musik (Lothar Scherpe) rollt langsam ein Einkaufswagen mit einer nackten Männerleiche ins Bild.

    Zu harter Rock-Musik rast im Anschluss ein Geländewagen durch Wien. Die Fahrt endet im Schaufenster eines Juweliergeschäfts, die beiden Räuber entkommen auf Motorrädern. Erst später zeigt sich, dass der Überfall ein Rückblick war; der nackte Tote ist einer der Täter. Zuvor allerdings ändert sich der Tonfall radikal: Sonderermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) wird von seiner Ärztin auf strikte Diät gesetzt; andernfalls werde er das sechzigste Lebensjahr kaum erreichen. Eine wunderbare Basis für komische Momente: Der fortan permanent heißhungrige Eisner darf nichts essen, Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser), die trockene Alkoholikerin, darf nichts trinken. Bevor sich das Duo um das Mordopfer im Einkaufswagen kümmern kann, muss Eisner die Mitarbeiterin aus einem zwielichtigen Etablissement holen, wo sie einem Zuhälter mit dem drolligen Spitznamen Inkasso-Heinzi (Simon Schwarz) ein Ständchen bringt.

    Ähnlich wie bei Thiel und Boerne aus Münster dienen die komödiantischen Elemente immer wieder der Auflockerung eines im Grunde knallharten Krimis: Eine offenbar aus Bulgarien gesteuerte Bande raubt in Wien regelmäßig und gezielt Geschäfte aus. Kurz nach dem ersten Toten, der anscheinend ein Maulwurf war, wird ein zweiter Mann auf die gleiche Weise hingerichtet: ein Schuss ins Knie, um eine Information zu erpressen, der zweite in den Kopf. Die Kugeln stammen jedoch aus unterschiedlichen Waffen. Eisner, Fellner und ie sympathisch schüchterne Kollegin Donka Galabova (Dessi Urumova) aus Sofia stehen vor einem Rätsel. Eins aber ist klar: Es muss in Wien einen Drahtzieher geben. Und aus unterschiedlichsten Gründen gibt es bei allen Beteiligten, Tätern wie Opfern, eine Verbindung zu dem aalglatten Anwalt Deutschmann (Bernhard Schir).

    „Ausgelöscht“ ist schon allein wegen der raffiniert erzählten Geschichte sehenswert, zumal Brée die Handlung um diverse originelle Nebenfiguren ergänzt. „Inkasso-Heinzi“ zum Beispiel ist zwar Zuhälter, aber schwul; eigentlich ein Widerspruch in sich. Die Sorgfalt der Umsetzung zeigt sich auch in der Musik. Das Ende der Geschichte ist für eine von vielerlei Konventionen geprägte Reihe wie „Tatort“ durchaus mutig; und verblüffend sowieso. tpg.

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