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Die Stuttgarter Kommissare klären den Mord an einem alten Mann, der an einer Medikamentenvergiftung starb.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Altlasten: Die Stuttgarter Kommissare klären den Mord an einem alten Mann, der an einer Medikamentenvergiftung starb.

    Gemessen an den bisherigen Abenteuern des immer noch vergleichsweise dienstjungen Stuttgarter Teams ist „Altlasten“ ein extrem stiller Film: Es gibt keine Verfolgungsjagden, keine Schusswechsel, keinerlei Action; und eigentlich auch keinen Mord. Aber eine Leiche: Nur durch Zufall entdeckt ein Bestatter, dass der alte Herr Schubert offenbar keines natürlichen Todes, sondern an einer Überdosis Schlaftabletten gestorben ist.

    Beinahe beiläufig spricht Katrin Bühlig in ihrem bemerkenswert komplexen Drehbuch verschiedene Missstände an, die der Gesellschaft bloß ein Achselzucken wert sind: dass Todesfälle bei Senioren nur selten untersucht werden, zum Beispiel; oder dass Hausärzte greisen Patienten lebensnotwendige Medikamente vorenthalten, weil sie diese, sobald ein bestimmtes Limit überschritten ist, selbst zahlen müssen. Aus diesem Grund gerät auch der Arzt des Toten ins Visier der Ermittler, denn Herr Schubert hatte Krebs und angeblich nur noch wenige Wochen zu leben. Eine Untersuchung im Krankenhaus hingegen hat ergeben, dass Herr Schubert eher mit als an der Krankheit gestorben wäre. Und so fällt der Verdacht alsbald auch auf die Hinterbliebenen, die jeder für sich ein plausibles Motiv hätten, sich des lästigen Pflegefalls zu entledigen.

    Ebenso sorgfältig wie das vom Iren Eoin Moore betont zurückhaltend umgesetzte Drehbuch ist Bühligs Zeichnung der Figuren. Oft genügt eine Szene, um ganze Geschichten zu erzählen, etwa die Begrüßung eines geistig behinderten Sohnes, der sofort sämtliche Aufmerksamkeit absorbiert und seine Schwester unabsichtlich, aber zwangsläufig ins Dasein eines „Schattenkinds“ zwingt. Moores große Stärke ist zudem die Führung der Darsteller. Gerade die gemeinsamen Szenen von Richy Müller (als Kommissar Lannert) und der wunderbaren Bibiane Zeller, die in vortrefflicher Variation ihrer „Zuckeroma“ die leicht verwirrte Witwe verkörpert, sind einfühlsam geschrieben, inszeniert und gespielt. Schon allein Frau Schuberts Beschreibung ihrer beginnenden Alzheimer-Krankheit („Schnee im Kopf“) ist ein schmerzlich schönes Bild.

    Natürlich ist auch Moores Stammspieler Andreas Schmidt mit von der Partie, hier als verkrachter Galerist, der dringend auf Vaters Erbe angewiesen ist. Der Schwester (Inka Friedrich) wären der alte Herr und die mitunter zu Bosheit und Jähzorn neigende Mutter bei ihrer Schulkarriere im Weg gewesen. Und ihr Gatte (Steffen Münster), Nachfolger des Schwiegervaters in dessen Anwaltspraxis, will die Verteidigung eines überführten Kinderschänders übernehmen, was zu einem handfesten Streit mit Schubert senior geführt hat: Der hatte einst nach der Ermordung seiner kleinen Tochter geschworen, vor Gericht nur Unschuldige zu vertreten.

    Auch diese für die gesamte Familienaufstellung so brisante Episode erzählen Bühlig und Moore nur beiläufig, doch für das Thema des Films ist sie ebenso wichtig wie die Randnotizen mit Kommissar Bootz (Felix Klare), den der Besuch seiner Schwiegermutter fürchterlich nervt. Nur einmal lässt Moore seine Zurückhaltung fahren, als er das Finale eines „Mensch ärgere dich nicht“-Spiels zwischen Bootz und seinem Gast im Stil eines Italo-Westerns inszeniert, unterlegt mit Musik aus „Spiel mir das Lied vom Tod“. tpg.

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