Filmhandlung und Hintergrund

TV-Dokumentation über vier alte Tänzer, die noch einmal gemeinsam auf die Bühne gehen.

Mit Ende dreißig scheiden Profitänzer für gewöhnlich aus dem Berufsleben aus. Für ein Bühnenprojekt versammelt die Choreografin Heike Hennig vier Leipziger Tänzer zwischen 65 und 80, die nach Jahrzehnten der Abstinenz noch einmal auf die Bühne zurückkehren: Die 80-jährige Primaballerina Ursula Cain, die gleichaltrige, heute als Buchhändlerin arbeitende Christa Franze, der einst am Opernhaus aktive Horst Dittmann und der schwerbehinderte Siegfried Prölß.

Vier ausgeprägte Persönlichkeiten, die auf ein wechselvolles und reiches Leben zurückblicken, finden trotz künstlicher Hüftgelenke und Herzschrittmacher zu ihrer früheren Leidenschaft auf der Bühne zurück - für das gefeierte Projekt „ZEIT - tanzen seit 1927“.

Ursula, Christa, Siegfried und Horst, vier professionelle Tänzer im Alter von ca. 80 Jahren erarbeiten ein neues Stück und bringen eine beeindruckende Darbietung auf die Bühne. Ihre unterschiedlichen Lebensgeschichten zeigen gesellschaftliche und soziale Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte. Tanzend werden diese agilen Persönlichkeiten porträtiert, voll Anmut und Lebensfreude.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. „Tanz mit der Zeit“ zeichnet lebhaft die Schicksale vierer Tänzerinnen und Tänzer nach. Durch Zufall sind einige der Darsteller einst zu ihrem Metier gekommen. So ist es nicht verwunderlich, dass sie nach dem Tanzen noch ganz andere Berufe angestrebt haben. Horst Dittmann zum Beispiel hat sich nach dem Ende seiner Tanzkarriere gegen eine Laufbahn als Choreograf entschieden. Er legte eine Töpferlehre ab und arbeitete nach dem Ende der DDR als Sozialarbeiter. Noch heute scheint er sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen zu wollen und lässt sich von seinen Ideen treiben – persönlich binden möchte er sich deshalb nicht.

      Siegfried Prölß begann nach dem Tanz hingegen eine Karriere als Fotograf, und machte mit großem Erfolg zahlreiche Ballett- und Modefotografien. Christa Franze hat hingegen in der Literatur und im christlichen Glauben ihre Erfüllung gefunden, während Ursula Cain beim Tanz geblieben ist. Nach einem Bühnenunfall begann die ehemalige Tänzerin mit pädagogischer Arbeit und bildet noch im hohen Alter neue Generationen von Tänzern aus.

      Die vier einstigen Tänzer der Oper Leipzig kommen in Heike Hennings Inszenierung „Zeit – Tanzen seit 1927“ zusammen. Die vermeintlich alten Körper bringen auf der Bühne unerwartete Energien zu Tage. Während Ursula Cain die Eingangstür des Opernhauses kaum allein aufhalten kann, erreicht die leicht gebückt gehende alte Frau in der Inszenierung Höchstleistungen und eine ergreifende Performance.

      In dem Stück geht es keineswegs um Perfektion, sondern viel mehr um persönliche Erinnerungen. Die Darsteller schlüpfen in ihre alten Rollen und blicken zurück auf die Vergangenheit. Jeder tanzt dabei nach seinen eigenen körperlichen Möglichkeiten. Die geistig jung gebliebenen Tänzer erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens, blicken auf dieses jedoch ohne Reue zurück. Die Zeit hat sie gleichermaßen reifen und altern lassen.

      Durch die persönliche Art der Inszenierung und eine geschickte Dramaturgie gelingt es dem Film, intime menschliche Aspekte seiner Figuren nach Außen zu kehren. Dabei werden die Protagonisten nicht bloß gestellt, sondern mit einer respektvollen Distanz betrachtet. „Tanz mit der Zeit“ ist kein Film über körperliche Leiden – sondern ein Film über alte Menschen mit einem jungen Geist.

      Fazit: Spannende Dokumentation über gleichermaßen vier Einzelschicksale, die deutsche Geschichte und eine ungewöhnliche Tanzinszenierung.
    2. Tanz mit der Zeit: TV-Dokumentation über vier alte Tänzer, die noch einmal gemeinsam auf die Bühne gehen.

      Trevor Peters inszenierte für das ZDF die Tanzdokumentation „Tanz mit der Zeit“ und thematisiert damit die Frage nach dem gesellschaftlichen Nutzen älterer Menschen. Choreographin Heike Henning wagt mit dem Stück „Zeit - tanzen seit 1972“ ein Experiment und ermöglicht vier professionellen, knapp 80 Jahre alten Tänzern wieder vor Publikum aufzutreten.

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