Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentation über die Entstehung der amerikanischen Wolkenkratzer und deren berühmten Architekten Louis Sullivan.

Im späten 19. Jahrhundert beginnen in den amerikanischen Großstädten die Häuser in den Himmel zu wachsen. Vormalige Grenzen der Statik werden im industriellen Zeitalter in Windeseile zurück gelassen, eine ganze Wissenschaft widmet sich bald den sogenannten Wolkenkratzern. Über fünfzehn entscheidende Jahre prägte dabei der zwischenzeitlich in arge Vergessenheit geratene Architekt und Freigeist Louis Sullivan Struktur und Design der höchsten Gebäude der Welt.

Filmdokumente, Fotografien und Zeichnungen verbinden sich unter der Ägide des Regisseurs Manfred Kirchheimer zu einer fesselnden Kinodokumentation über das bauliche Streben nach Größe im Wandel der Zeiten und Stile.

Der Film spannt einen Bogen von Beginn der Errichtung erster höherer Gebäude ab 1870 in New York und Chicago bis zu den heutigen Bauwerken. Ein Mix aus Live-Aufnahmen, Archiv-Fotos, Grafiken und Postkarten, die die Entwicklung der Technologie zeigen, die den Bau von Wolkenkratzern möglich gemacht hat. Dabei geht es insbesondere um den Geist des großen Architekten und Idealisten Louis Sullivan, der in einer 15 Jahre dauernden Ära Gesicht und Form der „großen“ Gebäude geprägt hat.

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Darsteller und Crew

  • Manfred Kirchheimer
    Manfred Kirchheimer
  • Walter Hess
    Walter Hess

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tall - Die amerikanischen Wolkenkratzer und Louis Sullivan: Dokumentation über die Entstehung der amerikanischen Wolkenkratzer und deren berühmten Architekten Louis Sullivan.

    Wer sich an Wolkenkratzern und Hochhäusern, New Yorks Skyline und Chicagos Baupalästen nicht sattsehen kann, wird in dem klassischen Dokumentarfilm 80 Minuten bestens mit entsprechendem Dokumentarfilmmaterial und alten Schwarzweiß- und Farbpostkarten bedient. Gemäß dem Untertitel „The American Skyscraper and Louis Sullivan“ erläutert Autor und Kameramann Manfred Kirchheimer am Beispiel des genannten Architekten, wie seit 1853 die Architektur den modernen Städtebau revolutionierte. Voraussetzung waren die Sicherheits-Hebebühne, Fahrstühle und Stahlträger, deren Skelettstruktur als metallener Ständerrahmen, um den herum die Räume wie Schutzhüllen angelegt wurden, für die Möglichkeit sorgte, nach oben zu bauen.

    Kirchheimer verbindet das Leben Sullivans, des meistbeschäftigten Architekten seiner Zeit, auf den das Gesetz „Die Form folgt immer der Funktion“ zurückgeht, mit der Karriere seiner Konkurrenten, der berühmten Weltausstellung in Chicago 1893 und den jahrzehntelangen Diskussionem, welche Rolle Ornamente an Gebäuden spielen sollten. Er zitiert Autoren, die in Gedichten Gebäude preisen (Walt Whitman), und setzt dem streng funktionalistischen amerikanischen Design die historisch bombastischen Bauten gegenüber, die in den USA entstanden, weil man sich an europäischen Vorbildern orientierte und einen Stilmischmasch schuf. Zu den Schülern Sullivans zählte der bei uns bekanntere Frank Lloyd Wright, dessen Anfänge hier kurz skizziert werden.

    Kirchheimer beendet seinen Rundgang durch Chicago und New York in den 20er Jahren. Der von Dylan Baker betont lässig gesprochene Kommentar und die eigenwillige Kadrierung des Bildes (1: 1, 4) mit einem eingezeichneten Rahmen lassen den Film selbst wie ein historisches Dokument erscheinen, das an Architekturgeschichte interessierte Zuschauer in Spezialvorstellungen von Programmkinos erreichen sollte. ger.

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