Tagebuch eines Skandals

   Kinostart: 22.02.2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Dialogstarkes, mit Judi Dench und Cate Blanchett exquisit besetztes Drama über eine verhängnisvolle Schulaffäre.

Die St. George’s School in Nordlondon hat einen Neuzugang: Kunstlehrerin Sheba Hart (Cate Blanchett), die sphinxhaft schön, aber pädagogisch unvermögend ist. Ihre Kollegin Barbara Covett (Judi Dench) fühlt sich rasch von ihr sexuell angezogen, beobachtet aber entsetzt, wie Sheba mit Steven Connelly (Andrew Simpson), einem ihrer Schüler, schläft. Anstatt sie zu melden, entschließt sich Barbara, das skandalöse Geheimnis für sich zu behalten - und rettet damit Shebas Ehe mit Richard (Bill Nighy). Doch sie zahlt einen hohen Preis dafür.

Ambivalente Charaktere, Pädophilie, Klassenneid, Erpressung - Richard Eyre („Stage Beauty„) schöpft aus dem Vollen. Seine von preisverdächtigen Schauspielleistungen getragene Literaturadaption mündet alsbald gar in ein düsteres Gothic-Melodram.

Als Lehrerin Sheba ihre neue Stelle antritt, erkennt die ältere Kollegin Barbara in ihr eine Seelenverwandte. Obwohl Sheba verheiratet ist, träumt Barbara davon, ihr näherzukommen. Als sie Shebas Affäre mit einem Schüler entdeckt, benutzt sie diese als Druckmittel, um Sheba stärker an sich zu binden. Doch als Sheba ihren Lover nicht aufgeben kann, gibt Barbara dem Schicksal einen folgenschweren Anstoß.

Akribisch hält die dominante, einsame Lehrerin Barbara Covett ihr Leben im Tagebuch fest. Außer ihrer Katze hat sie keine Freunde und Vertraute. Dies ändert sich, als sie der neuen Kunstlehrerin Sheba Hart begegnet. Sie scheint die verwandte Seele und Freundin zu sein, nach der Barbara immer gesucht hat. Als sie aber herausfindet, dass die Frau eine Affäre mit einem ihrer Schüler unterhält, nimmt die Freundschaft eine bedenkliche Wendung. Barbara droht damit, Shebas Geheimnis der Welt und vor allem ihrem Ehemann zu enthüllen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Es gibt Filme, die zu sehen sich lohnt, da es ihnen gelingt, eine mitreißende Geschichte zu erzählen. Und es gibt Filme, die brauchen eine solche Geschichte nicht, da sie mitreißende Darsteller besitzen. Dies ist bei „Notes on a scandal“ der Fall. Im Mittelpunkt dieses Sehgenusses steht Judy Dench. Ihr gelingt es, einem Charakter Leben einzuhauchen, der sich durch seine geradezu unschuldige Bösartigkeit auszeichnet.

      Denn Barbara Covett ist in erster Linie keine Zerstörende, sondern eine Liebende. Der irreparable Schaden, den sie in der Familie Shebas anrichtet ist Ausdruck einer tiefen Sehnsucht nach Nähe, die ihr ein Leben lang nicht erfüllt wurde. Doch Unerbittlichkeit und tiefe Verachtung für jene, an deren Stelle sie nicht steht, machen aus ihr eine überaus gefährliche Gegnerin.

      Mit Barbaras Rach- und Eifersucht hat keine geringere als Schauspielerin Cate Blanchette zu kämpfen. Gerade im Zusammenspiel stellen die beiden Größen ihr Talent unter Beweis. Unterstützend wirken dabei die geschliffenen, oft komischen und treffsicheren Dialoge. (Das Drehbuch wurde verdientermaßen für den diesjährigen Oscar nominiert.)

      Die vorherrschende Atmosphäre des Films ist eine unterschwellig bedrohliche. Von der ersten Minute an liegt etwas unruhig Brodelndes unter der Oberfläche der Alltagshandlung. Der Zuschauer teilt die Beobachtungen Barbaras, die sie mit dem Humor der Verbitterung präsentiert und aus dem Off kommentiert. Und nicht zuletzt diese Kommentare sind es, die „Notes on a scandal“ Unterhaltungswert verleihen.

      Abgesehen von Darstellern und Dialogen hat aber auch die Handlung selbst einiges für sich. Denn durch die zunehmende Bedrohung in Shebas Leben entsteht nicht nur Spannung, sondern auch ein kaum zu unterdrückendes dämonisches Vergnügen an ihrer allmählichen Demontage.

      Fazit: Mitreißende Darsteller, treffsichere Dialoge und vergnüglich-spannender Psychoterror machen „Notes on a scandal“ zu einem sehenswerten Film.
    2. Tagebuch eines Skandals: Dialogstarkes, mit Judi Dench und Cate Blanchett exquisit besetztes Drama über eine verhängnisvolle Schulaffäre.

      Britisches Qualitätsdrama über zwei Lehrerinnen und eine verhängnisvolle Schüleraffäre.

      Im französischen Kino haben extracurriculare Beziehungen eine größere Tradition als im englischsprachigen - ob nun Lehrerinnen mit Schülern (Pierre Granier-Deferres „Erpresst - Das geheimnisvolle Foto“) oder Lehrer mit Schülerinnen (Jean-Claude Brisseaus „Weiße Hochzeit“) heiße Affären pflegen. Richard Eyres Verfilmung von Zoe Hellers Roman „Tagebuch einer Verführung“ schließt nun diese Lücke, ist aber weit mehr als die Chronik einer tabuisierten Verbindung, wie sie durch Mary Kay LeTourneaus Fall in den Neunzigerjahren Schlagzeilen machte. Erzählerin Barbara Covett (Judi Dench) führt mit denkwürdigen Dialogen zwischen bissig-spöttisch und introspektiv durch die Ereignisse, an der Schule, in der sie seit Jahren unterrichtet. Sheba Hart (Cate Blanchett) ist die neue Kollegin, die ihr sofort durch ihre Aura von Anmut, Verwundbarkeit und emotionaler Offenheit auffällt. Die beiden Frauen, die Dominanz und Fragilität repräsentieren, beginnen eine Freundschaft. Für Barbara ist es von Beginn an mehr, doch Sheba wirkt unerreichbar, hat einen Mann, zwei Kinder und scheinbar eine glückliche Beziehung. Doch die Stunde der Älteren schlägt, als sie die Jüngere beim Sex mit einem 15-jährigen Schüler ertappt. Von nun an spinnt sie das Netz, in das sich ihr naives Opfer rettungslos verfängt. Barbara fordert das sofortige Ende der Affäre und mehr Aufmerksamkeit für sich, drängt sich immer stärker in das Leben Shebas, hat in der unausgesprochenen Drohung, das Geheimnis platzen lassen zu können, ein wirksames Druckmittel. Als ihre „Seelenverwandte“ trotz mehrerer Versuche ihren minderjährigen Lover nicht aufgeben kann, gibt Barbara dem Schicksal einen folgenschweren Anstoß. Das einzige Missverständnis des neuen Films von Theaterspezialist Richard Eyre („Iris“) ist die viel zu stark auf volles Orchester programmierte Musik von Philip Glass, die selbst aus dem Öffnen einer Türe noch ein epochales Ereignis macht. Davon abgesehen ist „Tagebuch eines Skandals“ mit Feingefühl eingestellt. Das Drehbuch von Patrick Marber („Hautnah“) arbeitet das Irrationale dieser zweifachen Obsession gut heraus, wie auch die emotionale Welt beider Frauen, die grundverschieden sind, aber sich beide als deplatziert empfinden. Dench ist die Vampirin, die sich allen überlegen fühlt und ihre Opfer manipuliert und benutzt. Blanchett die unerfüllte Frau, die eigentlich den falschen Mann geheiratet hat und in einem Impuls die Befreiung sucht, obwohl ihr jugendlicher Bewunderer weder körperlich noch in seiner Persönlichkeit die Attraktion begründet. Die darstellerischen Leistungen von Dench und Blanchett sind die Trumpfkarten dieses Dramas, das sich trotz des reißerischen Themas nie dem Spekulativen ergibt. kob.
    3. „Wertvoll”

        An Chabrol und Hitchcock erinnert dieses feingeschliffene Psychogramm einer sonderbaren Beziehung zweier Frauen. Mehr und mehr entwickelt sich die Handlung zu einem bitterbösen Intrigenspiel. Die Personen betonte Inszenierung lenkt den Blick auf kleinste Gesten und Blicke, besonders auf Cate Blanchett und auf Judi Dench, die hier zum Fürchten tiefgründig aufspielt.

        Jurybegründung:

        Eine neue filmische Seite aus einem scheinbar unerschöpflichen filmischen Reservoir. „Notes on a Scandal“ operiert mit den bewährten Rezepten des Film Noir, etwa mit dem Wandel von Zuneigung in tödlichen Hass, mit schizophrenen Spielen der Hörigkeit und Abhängigkeit, mit Spielarten menschlichen Verrats und der manischen Lust an der Destruktion. Menschliche Einsamkeit gebiert Monster.

        Als gleichfalls weidlich erprobtes filmisches Requisit fungiert auch hier das Tagebuch, auch als Objekt der Komplizenschaft mit dem Zuschauer. Als Zugabe eine noch immer sozial tabuisierte Grenzüberschreitung, die sexuelle Beziehung einer Lehrerin zu ihrem minderjährigen Schüler.

        „Tagebuch eines Skandals“ erweist sich als ein intelligent gemixtes, wenn auch sehr bekanntes Elaborat. Vertraut auch die Schlussformel: Das Böse setzt sich fort. Der Mensch bleibt gefangen im Laufrad seiner Gefühle und Süchte.

        Es ist sicher der Hauch des Epigonentums, der „Notes on a Scandal“ hindert, sich zu den Glanzpunkten des Genres zu gesellen. Auch schafft das Kokettieren mit den Praktiken der Yellow Press einen eher abgeschmackten Voyeurismus - mit einer allzu deutlichen Spekulation auf populistisches Rezeptionsverhalten.

        Allerdings machen die schauspielerische Prägnanz und Virtuosität der beiden Hauptdarstellerinnen so manches Defizit des Films vergessen. Judi Dench ist eine phantastische Spinne im Netz, mit bösem lakonischem Witz. Cate Blanchett figuriert als das „geborene“ Opfer, fragil und getrieben, auf einer unaufhaltsamen Abwärtsbewegung.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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