Filmhandlung und Hintergrund

Bewegendes Drama über die Kindheit in einem israelischen Kibbuz der 70er Jahre.

Mitte der 70er Jahre lebt der 12-jährige Dvir (Tomer Steinhof) mit seinem älteren Bruder und der um den verstorbenen Vater trauernden Mutter Miri (Ronit Yudkevitz) in einem israelischen Kibbuz. Als eine vielversprechende Beziehung Miris zum 70-jährigen Schweizer Stephan (Henri Garcin) aufgrund der verbohrten Gemeinschaft scheitert, stürzt sie in tiefe Depressionen. Dvir erkennt, dass keiner der scheinheiligen Einwohner helfen will und übernimmt Verantwortung.

Ergreifend und sensibel schildert der Israeli Dror Shaul in seinem dritten Film eine ambivalente Kindheit im Kibbuz, das er als Gefängnis sieht. Die Kombination aus bitterem Melodram und Coming-of-Age-Geschichte ist preisgekrönt und wird von phänomenalen Darstellern getragen.

In den 70er Jahren wächst der zwölfjährige Dvir in einem Kibbuz auf. Seine Mutter leidet seit dem Tod des Vaters an Depressionen. Die verfliegen, als ihr alter Schweizer Freund sie besucht. Doch die engstirnige und eingrenzende Gemeinschaft des Kibbuz verjagt den Fremden. So müssen sich der junge Dvir und seine gleichaltrige Freundin allein um die Mutter kümmern. Denn auch sein älterer Bruder wendet sich von ihnen ab.

In den Siebzigerjahren wächst der zwölfjährige Dvir in einem Kibbuz auf. Seine Mutter leidet seit dem Tod des Vaters an Depressionen. Die verfliegen, als ihr alter Schweizer Freund sie besucht. Doch die engstirnige Gemeinschaft des Kibbuz verjagt den Fremden. Da sein älterer Bruder sich feige abwendet, übernimmt nun Dvir die Verantwortung seine Mutter zu pflegen. Miri fehlt die Kraft, gegen die eiskalten Intrigen zu bestehen. Sie zerbricht allmählich daran, obwohl Dvir mit seiner gleichaltrigen Freundin alles für sie tut.

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Darsteller und Crew

  • Johannes Rexin
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    Infos zum Star
  • Bettina Brokemper
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  • Ronit Yudkevitz
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  • Tomer Steinhof
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  • Henri Garcin
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  • Shai Avivi
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  • Gal Zaid
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  • Sharon Zuckerman
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  • Pini Tabger
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  • Danielle Kitzis
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  • Joseph Korman
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  • Idit Tzur
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  • Rivka Neuman
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  • Hila Ofer
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  • Omer Berger
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  • Ami Weil
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  • Natan Sgan-Cohen
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  • Dror Shaul
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  • Sharon Shamir
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  • Philippa Kowarsky
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  • Edgar Tenenbaum
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  • Hideo Okuda
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  • Makoto Ueda
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  • Sebastian Edschmid
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  • Yitzhak Sehayek
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  • Adi Renart
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  • Levana Hakim
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  • Rutie Blum
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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Ein Hauch von Sepiah liegt über den Bildern von "Sweet Mud" und regt nostalgische Gefühle an. Das verwundert nicht, schließlich wuchs Regisseur Dror Shaul selbst in einem Kibbuz auf und wirft damit einen sehr persönlichen Blick auf diese nach sozialistischen Grundsätzen aufgebaute eigene Welt, von der es vermutlich mehr ideale als reale Vorstellungen gibt. Das Leben hier ist geprägt von der Hoffnung auf ein friedliches und harmonisches Zusammenleben in einer Gemeinschaft, in der jeder mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten ausgestattet ist.

      Doch eine Gemeinschaft ist nur so gut wie die Mitglieder aus der sie besteht und so herrscht in Dvirs Kibbuz eine Doppelmoral, an der man leicht zerbrechen kann. Hinter den starren Regeln verbergen sich stark hierarchisierte und patriarchale Strukturen. Die Regeln stören dabei nicht nur das Privatleben, sondern lassen die Gemeinschaft zu einem kalten Gefüge erstarren, in denen jemand, der nicht hineinpasst, hilflos gefangen ist. Wie in jeder Gruppe von Menschen gibt es auch in diesem Kibbuz solche, die das Beste für alle wollen und solche, die in erster Linie das Beste für sich wollen – und es sich einfach nehmen. Die behauptete Gleichheit aller wird dadurch unmöglich gemacht.

      Doch der Kibbuz bildet nur den Rahmen einer Geschichte, die sich in erster Linie um Dvir dreht. Der Film erzählt sehr einfühlsam von einem Jungen, der sich auf dem Weg ins Erwachsensein befindet und der versucht, seinen Platz im Leben zu finden und den seiner Mutter zu behaupten. Gleichzeitig ist es auch die wundervoll erzählte Geschichte einer aufkeimenden Liebe zwischen ihm und Maya, einem Mädchen, das aus Frankreich in den Kibbuz geschickt wurde, weil ihre Eltern keine Zeit mehr für ihre Erziehung erübrigen wollen.

      Obwohl man "Sweet Mud" am ehesten als Jugenddrama bezeichnen könnte, würde dieses Wort allein niemals als Charakterisierung des Films ausreichen. Denn Dror Shaul gelingt das seltene Kunststück, die Waage der vermittelten Gefühle niemals ganz in eine Richtung ausschlagen zu lassen. Und so ist der Film traurig und gleichzeitig voller Humor, immer ein wenig melancholisch und dabei äußerst poetisch. Vor allem aber ist "Sweet Mud" eines: Ein ganz und gar wundervoller Film!

      Fazit: In einfühlsamer und ebenso trauriger wie humorvoller Weise erzählt dieser wundervolle Film vom schweren Weg eines Jungen ins eigene Leben, seinem Kampf um Verantwortung und vom Erwachen der ersten Liebe.
    2. Sweet Mud: Bewegendes Drama über die Kindheit in einem israelischen Kibbuz der 70er Jahre.

      Eine Kindheit im Kibbuz der 70er Jahre nimmt Regietalent Dror Shaul zum Anlass für ein ergreifendes Drama mit autobiografischen Zügen. Die Preise in Berlin, Sundance und Israel sind hochverdient.

      Dramaturgisch ungewöhnlich konzipiert, vereint die dritte Arbeit des Tel Avivers Shaul ein bitteres Melodram mit einem Coming-of-Age-Drama zu einem sehr authentischen, wenig erbaulichen Blick hinter die Kulissen eines israelischen Kibbuz. Wenn sich Milchbauer Avram (Shai Avivi) schon eingangs einen Blow-Job vom eigenen Kalb holt, sollte man keinen verklärenden Blick auf diesen abgeschiedenen Mikrokosmos erwarten. 1974 gehört der zwölfjährige Dvir (Tomer Steinhof) zur Pfirsich-Gruppe, gleichaltrigen Schülern, deren Initiation ins Erwachsenenleben bevorsteht. Er wächst in der sozialistischen Gemeinschaft auf, eine Art Über-Kommune mit engen gesellschaftlichen Kontrollmaschen und mitunter bizarren Ritualen, die an Sekten erinnern.

      Zwar lässt sich Shaul zu keiner Anklage hinreißen, zu der sein Film leicht hätte missraten können. Aber er findet deutliche Kritik: Liebe bleibt in dem verschworenen Dorf ein Lippenbekenntnis, das Areal für Dvirs Mutter Miri (Ronit Yudkevitz) ein Gefängnis, in dem nicht nur sie zu Grunde geht. Seit dem Tod von Dvirs Vater leidet sie unter Depressionen, die schlagartig verfliegen, als ihr Schweizer Freund, der 70-jährige Stephan (Henri Garcin), sie unter den Argusaugen der anderen besucht und ihr einen Heiratsantrag macht. Die Heimtücke der Siedler verbannt ihn just, als sich die drei zur glücklichen Familie zusammenschließen. Da sein älterer Bruder sich feige abwendet und keiner der scheinheiligen Genossen helfen will, übernimmt nun Dvir die Verantwortung seine Mutter zu pflegen. Der betreuungsbedürftigen Miri fehlt die Kraft, gegen die eiskalten Intrigen zu bestehen. Sie zerbricht allmählich daran, obwohl Dvir mit seiner gleichaltrigen Freundin alles für sie tut.

      Erzählerisch und stilistisch findet Shauls einfühlsames wie ambivalentes Portrait der Siedlungs-Mentalität und Studie einer schwierigen Kindheit stets unübliche Wege, die ein realistisches Drama mit frischer Bildsprache und hoher emotionaler Durchschlagskraft bewirken. Diese Intensität vermittelt vor allem das natürliche Spiel Steinhofs, dessen Dvir mit innerer Stärke und Sensibilität fasziniert - und erst recht die herzzerreißende Leistung Yudkevitz, deren Darstellung einer Depressiven tief unter die Haut kriecht. tk.

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