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Suzhou River

Kinostart: 27.09.2001

Filmhandlung und Hintergrund

Faszinierend-rätselhafte Amour Fou in Shanghai.

Nachtclub-Nixe Meimei war die große Liebe eines Videofilmers, doch sie verließ ihn eines Tages. Seitdem versucht er sie, unter den an seinem Fenster vorbeigehenden Menschen zu finden und folgt mit der Kamera einem Kleinganoven. Der hat sich in ein Mädchen verliebt, das er entführen musste und das er nach der Haftentlassung wiederfinden will.

Ein Videofilmer ist mittels Kamera auf der Suche nach einer Frau, die ihn verlassen hat. Zufällig filmt er einen Kleinganoven, der ebenfalls eine Frau wieder finden will. Rätselhafte Liebesgeschichte(n) aus Shanghai, illustriert mit dokumentarisch anmutenden, melancholischen Videobildern der Alltagsszenerie am Ufer des Flusses Suzhou.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Suzhou River: Faszinierend-rätselhafte Amour Fou in Shanghai.

    Nichts ist so wie es scheint in diesem faszinierenden chinesischen Film, der nur mit deutscher Koproduktions-Aktivität entstehen konnte und beim Filmfestival in Rotterdam einen Tiger Award bekam, bevor er durch die wichtigsten internationalen Festivals tourte und zuletzt auch beim Münchner Filmfest landete. Mit dem Suspense eines klassischen Noir-Films fesselt diese Story einer geheimnisvollen amour fou ein großes Arthouse-Publikum.

    Der Suzhou-Fluss ist so etwas wie die Seele von Shanghai. Sein Wasser ist nicht porentief rein, sondern schmutzig von all dem Leben an seinen Ufern, den Booten und Schiffen im Strom seiner Fluten. Mit dem Blick aus seinem Appartement streicht die Kamera eines Video-Filmers und Ich-Erzählers über die Skyline der legendären chinesischen Großstadt und thematisiert auch visuell das Chaos der Leidenschaften, von dem Autor und Regisseur Lou Ye in seinem zweiten Spielfilm erzählt. Ein schönes Mädchen namens Meimei, das in einem Nachtclub als Meerjungfrau attraktiv herumschwamm, war die große Liebe des Video-Filmers, den man selbst nicht sieht, nur dessen Stimme aus dem Off hört. Meimei hatte ihn eines Tages ohne Erklärung verlassen. Jetzt hängt er seinen Erinnerungen nach und erfindet immer wieder neue Geschichten über die Menschen, die er von seinem Fenster aus über die Brücken des Suzhou River gehen oder auf den Booten vorbeifahren sieht.

    Lou Ye und sein Kameramann Wang Yu finden raue, dokumentarische und in ihrer bewusst gewählten veristischen Ästhetik melancholische Bilder einer chinesischen Großstadt-Alltagsszenerie, die auch ein bisschen die Seelenstimmung des Erzählers spiegeln. Und diesem Doppeleffekt setzt er noch einen weiteren Reflex drauf mit einer zweiten Liebesgeschichte, deren Geheimnis in die Noir-Abgründe der Kriminalität führt und sich dort zu verlieren scheint - wäre nicht der betroffene Mann so felsenfest überzeugt, dass seine geliebte Moudan noch lebt und niemand anderer ist als Meerjungfrau Meimei. Hitchcocks „Vertigo“ lässt grüßen, aber auch so mancher Surrealismus. Doch Lou Ye geht mit dem Spiel der Identitäten ganz souverän und federleicht um, ohne den Mystery-Effekt in seiner schönen Rätselhaftigkeit zu bagatellisieren. Er ist ein origineller, eigenwilliger, fantasievoller Kinoerzähler, der um die Unerklärbarkeit der Gefühle weiß und die Kraft einer Sinnlichkeit, auf die zu vertrauen Mut bedeutet und Glück bewirkt. Es geht auch um Alkoholschmuggel, Entführung, Erpressung, einen tödlichen Unfall in „Suzhou River“ - aber es geht vor allem um die geheimnisvolle Macht der Liebe und das Chaos der Gefühle, dem wir uns so gern hingeben. Eine Geschichte, wie sie im Kino am besten funktioniert. fh.

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