Filmhandlung und Hintergrund

Gefühlvolle Außenseitergeschichte im Stil von Britcomedies um einen "Riesen", der in Riesa Sumo-Weltmeister werden will.

Bruno hat seinen Job verloren und kann die Miete nicht mehr zahlen. Sein quirliger Kumpel Kalle versucht ihn zu überreden, als Sumo-Ringer das Preisgeld bei der Weltmeisterschaft, die in ihrem Heimatort Riesa stattfindet, zu erkämpfen. Der freundliche Koloss stimmt widerwillig zu, unterzieht sich einem harten Training durch den Wahljapaner Akashi. Außerdem schließt er Freundschaft mit einem Jungen und seiner sympathischen Mutter.

Der arbeitslose Schrankenwärter Bruno Nestroy ist der dickste Mann von Riesa. Deswegen verkriecht er sich auch am liebsten zu Hause. Damit soll jedoch endlich Schluss sein, als sein Kumpel Kalle erfährt, dass ausgerechnet in dem Provinz-Dorf die erste Sumo-WM außerhalb Japans stattfindet. Bruno selbst ist zunächst wenig von der Idee angetan, daran teilzunehmen. Aber erstens winken dem Sieger 50.000 Mark und zweitens will er seinem „dicken“ Freund, dem zehnjährigen Timo, beweisen, dass man auch als Fettwanst etwas erreichen kann.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sumo Bruno: Gefühlvolle Außenseitergeschichte im Stil von Britcomedies um einen "Riesen", der in Riesa Sumo-Weltmeister werden will.

    Eine Komödie, die in puncto verstecktem Humor und Skurrilität aus England stammen könnte: „Sumo Bruno“, Lenard Fritz Krawinkels Kinodebüt aus der tiefsten sächsischen Provinz. Der Held ist ganz untypisch - kein alerter Schönling mit Muckis, sondern ein 400 Pfund schwerer Brocken, der vom Dorfdepp zum Volkshelden avanciert.

    Lenard F. Krawinkel wollte „eine Geschichte von einem dicken Menschen erzählen, der wieder in Bewegung kommt, repräsentativ für alle, die in ihrem Leben einmal Stillstand erlebt haben“. Dieser dicke Mensch ist Bruno Nestroy (mit Mut zur Hässlichkeit: der türkische Laiendarsteller Hakan Orbeyi), ein arbeitsloser Schrankenwärter, der am liebsten Chips und Currybulletten einsam in den armseligen vier Wänden vor sich hinmampft. Einzige Kontakte sind der permanent klingelnde Gerichtsvollzieher und sein auf in die Hosen gehende Einfälle spezialisierter Kumpel Kalle (Oliver Korittke), der ihn mal an die nächste Frittenbude oder zur Feier des 30. Geburtstages in eine drittklassige Disco schleppt. Dieser Luftikus hat auch die grandiose Idee, Bruno als Sumo-Ringer für die erste Sumo-Weltmeisterschaft außerhalb Japans aufzubauen, die ausgerechnet in ihrem verlorenen Heimat-Kaff Riesa stattfinden soll. Bevor Bruno aber seine 200 Kilo Lebendgewicht im Ring präsentiert, muss das Duo noch einiges überstehen. Akashi, ein zwielichtiger Sachse mit Sushi-Restaurant und japanischer Frau, trainiert mit sehr eigenwilligen Methoden das unter Fleischmassen ruhende sensible Sumo-Seelchen, dass auch schon mal als Muskel-Übung einen Mercedes mit angezogener Handbremse durch die Gegend schieben muss, Kalle gerät in die Fänge eines Kredithais und beim Merchandising-Geschäft mit „Riese aus Riesa“-T-Shirts ins Schlingern, Bruno hockt ohne Wasser und Strom in der Bude und leidet wie ein Tier unter Liebeskummer. Denn erstmals in seinem bisher miesen Leben ist er verliebt - in die schöne und strahlende Anna, deren Sohn in ihm schon den Papa sieht. Als die Romanze auf der Kippe steht, lässt der Verzweifelte fast die Sumo-Weltmeisterschaft platzen. Aber: Wunder gibt es immer wieder. Und auch deutsche Komödien, die nicht auf Schenkelklopfen und platten Humor setzen, sondern auf leise Töne und liebenswerte Loser und dennoch fette Unterhaltung bieten. Krawinkel verzichtet auf Gefühlsduselei und soziale Larmoyanz. Wenn der Koloss von Mann wie Don Quijote gegen Windmühlen kämpft und immer eins auf den Deckel kriegt, gewinnt man ihn einfach lieb, genießt trotz Stillstand, Schwere und Bewegungslosigkeit des Protagonisten die Schwerelosigkeit dieser herzerwärmenden (übrigens auf einer wahren Begebenheit basierenden) Tragikomödie. The Winner takes it all? Das muss nicht sein! Es geht eben nicht immer nur ums Siegen im Leben, sondern auch um das Verlierenkönnen. Und das ist hier so herzergreifend schön, dass man „Sumo Bruno“ am Ende nicht nur einen Platz auf dem Siegertreppchen und die angebetene Frau gönnt, sondern auch den adäquanten Erfolg an der Kinokasse. mk.

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