Stolperstein (2007)

Stolperstein Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Stolperstein: Doku über die Aktion "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt seit acht Jahren deutschlandweit Gedenksteine für die von den Nazis ermordeten Menschen. Seine “Stolpersteine” sind in den Gehsteig eingelassene Messingplatten, die direkt vor der letzten Wohnstätte der Opfer von ihm persönlich eingebaut werden. Mittlerweile liegen die Steine in 177 Städten und bald auch in ganz Europa. Private Spenden finanzieren das selbst beim Zentralrat der Juden umstrittene Projekt.

Aufschlussreiche Dokumentation über Gunter Demnig und seine Aktion “Stolpersteine”, in der Dörte Franke dem Künstler quer durch Deutschland folgt. Reaktionen von Anrainern, Politikern und Angehörigen der Opfer sorgen für ergiebige Emotionen in einem bewegenden Beitrag.

Künstler Gunter Demnig verlegt bei seiner Aktion “Stolpersteine” Gedenksteine für von den Nazis ermordete Menschen auf dem Gehsteig vor ihrem letzten Wohnsitz. Er hat bereits in 177 Städten Steine verlegt. Finanziert wird das kontrovers diskutierte und den Zentralrat der Juden entzweiende Denkmalprojekt durch private Spenden einzelner Bürger.

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Kritikerrezensionen

  • In Eigeninitiative verlegt der Aktionskünstler Gunter Demnig Gedenksteine für von den Nazis ermordete Menschen auf dem Gehsteig vor ihrem letzten Wohnsitz.

    Finanziert wird das wohl größte dezentrale, in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierte und den Zentralrat der Juden entzweiende Denkmalprojekt durch private Spenden einzelner Bürger – eine pflastersteingroße Messingplatte kostet samt Verlegen 95 Euro. Unterstützung erhält der Kölner Künstler Demnig auf organisatorischer Seite von der ehemaligen DDR-Aktivistin Uta Franke, deren Tochter Dörte nach einigen anderen Arbeiten fürs Fernsehen (“Der Kommunist”) sein Werk on the road dokumentiert. Die ursprünglich 52-minütige Fernsehfassung wurde für die Festivalaufführung in Locarno und den nun folgenden Kinostart erweitert.

    Im Jahre 2000 begann Demnig seine Arbeit an “Stolpersteine” – für den 68er eine Gewissensfrage – und kann sich mittlerweile vor Aufträgen kaum noch retten. Seine Idee expandiert bereits nach ganz Europa. Beim Stand der Doku hatte er 8500 Steine in 177 Städten verlegt, von denen sich ostdeutsche als besonders engagiert erwiesen, um der Neonazi-Pest entgegen zu treten. Jeden Stein fertigt er einzeln an, damit das Individuum zurückkehrt – er will den Opfern ihre Identität wieder geben. Das Einsetzen und eine manchmal folgende Einweihung löst bei neugierigen Passanten dann tatsächlich die erhoffte Auseinandersetzung mit der Geschichte aus, die in jede einzelne Familie und fast vor jede Haustür reicht. Das spürt Frankes ergiebiger Film mit viel Instinkt auf und zeichnet ein umfassendes und bewegendes Bild des Künstlers, seines Projekts und der Emotionen, die es bei Betroffenen auslöst. Diese sind in erster Linie Juden, aber auch Sinti und Roma.

    Auch der 1939 nach England ausgewanderte Peter Jordan verlor seine in München lebenden Eltern, die deportiert und – das Juden-Ghetto war überfüllt – sofort erschossen wurden. Doch sowohl die Stadtverwaltung als auch die jüdische Gemeinde lehnten die Anbringung mit teils fragwürdigen Argumenten ab. Die somit illegal angebrachten Platten wurden postwendend abgetragen und auf einem jüdischen Friedhof eingesetzt. Jordans Brief an München, Deutschlands einzige Großstadt, in der die Stolpersteine verboten sind: “Herr Ude, Sie haben meine Eltern ein zweites Mal deportiert.” tk.

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