Stellas Versuchung

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   2005
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Filmhandlung und Hintergrund

Stellas Versuchung: Britisches Psychodrama über die Übermächtigkeit und desaströsen Nebenwirkungen sexueller Leidenschaften.

England in den späten 50er Jahren: Stella (Natasha Richardson) ist mit dem ehrgeizigen Nachwuchspsychiater Max Raphael (Hugh Bonneville) verheiratet. Sie leben auf dem Gelände einer Hochsicherheitsanstalt in den Außenbezirken Londons, wo Max als stellvertretender Leiter fungiert. Als sie den Patienten Edgar Stark trifft, der für den Mord und die Verstümmelung seiner Frau verurteilt wurde, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Sie beginnt eine heimliche Affäre mit ihm. Bis Professor Cleave (Ian McKellen) davon erfährt.

Abgründige Stoffe sind der Turf von David Mackenzie („Young Adam„), der eine erotisch-obsessive amour fou schildert, die gegen gesellschaftliche Konventionen verstößt. Dem Psychodrama verleiht er eine geradezu expressionistische, animalische Note.

Stella lebt mit Psychiater Max in einer erstarrten Ehe und mit den Zwängen, die sie als Mutter eines Sohns und Status-Dekor ihres Mannes erfüllen muss. Als sie in der Klinik, dem neuen Arbeitsplatz von Max, den Patienten Stark kennenlernt, verfällt sie dem Künstler mit der gewalttätigen Ader. Eine verhängnisvolle Affäre beginnt, der sich Stella ohne Rücksicht auf sich und ihre Familie ausliefert.

Im England der Fünfzigerjahre lebt Stella mit Psychiater Max in einer erstarrten Ehe und mit den Zwängen, die sie als Mutter eines Sohns und Status-Dekor ihres Mannes erfüllen muss. Als sie in der Klinik, dem neuen Arbeitsplatz von Max, den Patienten Stark kennenlernt, verfällt sie dem Künstler, der seine Frau im Eifersuchtswahn erschlagen hatte. Eine verhängnisvolle Affäre beginnt, der sich Stella ohne Rücksicht auf sich und ihre Familie ausliefert.

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Kritikerrezensionen

  • Umgeben von saftig-grünen Wiesen ist Stella gefangen hinter der glatten Fassade aus Taktgefühl und britischer Steifheit. Von ihrem Mann wird sie verächtlich behandelt, als sei sie eine Mischung aus Haustier und Patientin. Sie ist zur Bewegungslosigkeit verdammt, denn alle anstehenden Aufgaben werden ihr von Bediensteten abgenommen. Da ist es kein Wunder, dass sie sich, als sich die Möglichkeit bietet in eine Affäre stürzt, die ihr die Tür öffnet in eine andere, auf den ersten Blick freiere Welt.

    Plötzlich erwacht in ihr ein bisher unbekanntes Gefühl: Leidenschaft. Und bald schweißen die kurzen, leidenschaftlichen Begegnungen ein Band zwischen die Geliebten, das sie nicht mehr lösen können. Dabei betritt Stella ein gefährliches Terrain. Edgars Gefährlichkeit scheint jedoch nicht nur sie zu faszinieren. Sein Arzt Peter Cleave scheint ihm in gewisser Weise ebenso verfallen zu sein.

    Cleave agiert als Marionettenspieler, an dessen Fäden Stella und Edgar hängen. Die Kontrolle über sein Spiel verliert er erst, als Stella aufhört, seinen Lenkungen zu folgen. Doch immer wieder muss man sich in diesem Film fragen, wer ist hier Spielball, wer ist Spieler. „Asylum“ präsentiert sich als ein komplexes, ineinander verwobenes Gefühlstheater. Aus dem Netz, das hier geflochten wird, kann scheinbar niemand entkommen.

    In sanften, gesättigten Bildern entfaltet sich nach und nach ein psychologisches Drama. Und immer schwingt dumpf die Bedrohung mit, die über der Beziehung vom Mörder und seiner Geliebten schwebt. Die (Un-)Tiefen einer verhängnisvollen Leidenschaft werden hier ausgelotet, ebenso die Machtverhältnisse zwischen den Figuren.

    Besonders Natasha Richardson beeindruckt dabei mit einer beachtlichen schauspielerischen Leistung. Es gelingt ihr, die verstrickten Gefühle an die Oberfläche ihres Gesichtes kommen zu lassen und somit auch für den Zuschauer erfahrbar zu machen.

    „Asylum“ ist ein Kammerspiel, in dem die Figuren gefangen bleiben. Der Filmerzählung gelingt kein Ausbruch. Ständig stößt sie sich selbst an den Ecken und Kanten des engen Raumes, der den Figuren zum leben bleibt. Unweigerlich nähern sie sich einem Abgrund, dessen Tiefe man im zunehmenden Verlauf des Films bereits erahnen kann. Diese Vorhersehbarkeit der Handlung ist aber wohl das einzige wirkliche Manko des Films.

    Fazit: Ein Kammerspiel der Gefühle, aus dem sich kein Ausgang finden lässt.
  • Obsessionsdrama über eine Ehefrau, die ihre unterdrückte Leidenschaft in einer Affäre radikal auslebt.

    Eine Frau ohne Gewissen ist Stella nicht, aber eine Frau, die Normen sprengt: Mutter eines Sohns, egoistisch, intelligent, irrational. Diese ohne Rücksicht auf Sympathien entwickelte Figur lebt in Patrick McGraths Roman „Stella“. McGrath, Sohn eines Gerichtspsychiaters, ist fasziniert von destruktiver Sexualität und derangierten Charakteren, die auch seinen ebenfalls verfilmten Roman „Groteske“ bevölkern. Als Kenner dieser Materie zeigte sich auch Regisseur David Mackenzie in seiner verhängnisvollen Schleppkahn-Affäre „Young Adam“. Kreativ haben sich in „Stellas Versuchung“ somit die richtigen Partner gefunden, aber nicht im Plot. Im England der Fünfziger lebt Stella (Natasha Richardson) im Ehegefängnis mit Psychiater Max, der in einer Nervenklinik gerade eine leitende Position angetreten hat. Eine Demütigung für den älteren Kollegen Cleave (Ian McKellen), Spezialist für sexuell motivierte Psychosen und besessen vom Patienten Stark (Marton Csokas), der seine Frau im Eifersuchtswahn erschlagen hat. Weil Stella und Stark mehr als die Alliteration gemeinsam haben, leben sie ihre Leidenschaft in kürzester Zeit aus. Als die Affäre entdeckt wird und Stark flüchtet, lässt Stella eine skandalisierte Ehe und das Kind zurück und sich in die Illusion von Glück fallen, bis Starks paranoide gewalttätige Seite übermächtig und er von der Polizei aufgegriffen wird. Ihr Mann nimmt sie wieder auf, doch Stellas Versuchung bleibt stark und endet schließlich tragisch.

    Die gesellschaftlichen Zwänge, die sexuelle Repression, die Bestrafung der Befreiung – vertraut wirken die Themen und der nicht klischeefreie Plot, bei dem der Wildhüter aus „Lady Chatterley“ nach erzählerischer Metamorphose jetzt mit Stark ein Gewächshaus renoviert. Spannender aber ist, wie kompromisslos die Hauptfiguren angelegt sind, wie undurchschaubar ihre Motive bleiben. Mutiger Höhepunkt ist dabei die Szene, als Stellas Unachtsamkeit, vielleicht aber auch ihr Unbewusstes beim Schulausflug ihres Sohns eine Katastrophe auslösen. Komplex gezeichnet ist McKellens Psychiater, der Stella und Stark vielleicht als Studienobjekt manipuliert, vielleicht zur Entledigung eines beruflichen Rivalen benutzt, vielleicht aber auch Stella liebt oder Stark aus Enttäuschung bestraft. Kein perfekter, aber ein interessanter Film, dessen größte Qualität die Regie in einem brillanten Bild illustriert, wenn Stella in der Klinik die lichtdurchfluteten Korridore meidet und von den düsteren Gängen magisch angezogen wird. kob.

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