State of Play - Stand der Dinge

  1. Ø 3
   2009

State of Play - Stand der Dinge: Politthriller über einen Journalisten, der die Hintergründe einer Kongressanhörung und zweier miteinander verbundener Mordfälle untersucht.

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Filmhandlung und Hintergrund

State of Play - Stand der Dinge: Politthriller über einen Journalisten, der die Hintergründe einer Kongressanhörung und zweier miteinander verbundener Mordfälle untersucht.

Die Zukunft des Kongressabgeordneten Stephen Collins (Ben Affleck) sieht vielversprechend aus: Er wird als nächster Präsidentschaftskandidat gehandelt. Doch der Mord an seiner Assistentin erschüttert diese heile Welt. Sein Freund, der Journalist Cal McCaffrey (Russell Crowe), soll mit Partnerin Della (Rachel McAdams) Nachforschungen für ihre Chefin Cameron (Helen Mirren) anstellen. Sie entdecken die Spuren eines gewaltigen Komplotts.

Actionreiches, aber dennoch komplexes Politdrama über die gefährlichen Spiele der Macht. Kevin McDonald („Der letzte König von Schottland„) setzt auf eine spannenden und mit Topstars gespickten Enthüllungs-Story, die brutale Machenschaften in Politik und Wirtschaft kompromisslos aufdeckt.

Cal McCaffrey, altgedienter Reporter beim Washington Globe, untersucht einen Mordfall mit Drogenhintergrund, eine junge Online-Kollegin den Selbstmord einer Geliebten des Kongressabgeordneten Collins. Als die Fäden ihrer Ermittlungen zusammenlaufen, die Fälle eine Verbindung zeigen, kämpfen zwei Reportergenerationen gemeinsam gegen redaktionellen Zeitdruck und für die Wahrheit hinter einer Kongressanhörung, bei der die Zukunft eines militärischen Sicherheitsdienstes, aber auch von Cals Studienfreund Collins auf dem Spiel stehen.

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Von der ersten bis zur letzten Minute raubt diese Kinoverfilmung einer preisgekrönten BBC Miniserie dem Zuschauer den Atmen. Im Mittelpunkt der Geschichte um zwei mysteriöse Morde und einen jungen US-Kongressabgeordneten, der offen gegen korrupte Machenschaften von privaten Militärsicherheitsfirmen ankämpft, steht der unkonventionelle Journalist Cal McAffrey. In das Spannungsfeld zwischen Kriminalfall und der ganz heißen (Zeitungs-)Story fließen zudem noch allerlei persönliche Vernetzungen der Figuren ein, was diesen packenden Polit- und Medienthriller zu einem ebenso komplexen wie intelligent zusammengefügten Drahtseilakt werden lässt. Die hochkarätige und überzeugende Besetzung tut ihr übriges für eine Auszeichnung mit dem höchsten Prädikat.

    Jurybegründung:

    Ein Hohelied auf das Zeitungsmachen! - Vielleicht in diesen digitalen Zeiten das letzte. Aber das Kino wird um all jene schönen Spannungsbögen ärmer sein, bei denen der Redaktionsschluss immer den letzten Akt einläutet und der zynische Herausgeber (hier wunderbar besetzt mit Helen Mirren, die eindeutig die Hosen in diesem Film anhat) schließlich doch zu den Guten überläuft, indem er die Druckpressen anhält. So erscheint dann doch auch die richtige Story in der Zeitung, wodurch alle Missetaten aufgedeckt und die tintenfingrigen Helden gefeiert werden. Das Genre ist wohlbekannt und dies nicht erst seit der BBC-Fernsehserie, auf der dieser Thriller basiert und deren sechs Stunden hier souverän zu einem zwar leicht überladenen, aber in sich logischen und nachvollziehbaren Plot eingedampft wurden.

    Russell Crowe gibt wieder einen zotteligen Bären und macht den Journalisten Cal McAffrey zu einem interessanten und liebeswürdigen Protagonisten, dem man sofort abnimmt, dass er jeden in Washington kennt und keine Tür für ihn verschlossen bleibt. Die altgediente Rolle des Neulings an seiner Seite gibt es hier in der Variante der (von Rachel McAdams gespielten) Internetjournalistin, die sich auf Klatsch-Blogs spezialisiert hat und von dem Veteran McAffrey entsprechend geringschätzig behandelt wird, bis sie sich schließlich ihre Sporen verdient (die in Form eines Kugelschreiber-Kolliers einen der schönsten Lacher des Films auslösen).

    En passant wird so das Thema der Strukturkrise der Printmedien behandelt und auch indem sie die Hauptintrige bei einem Sicherheitskonzern wie Blackwater ansiedeln, der davon profitiert, dass die USA ihre Kriege privatisieren und dem man sofort zutraut, dass er für solch einen Vertrag Menschen ermorden lässt, sind die Filmemacher im politischen Diskurs ganz auf der Höhe der Zeit. Ben Affleck gibt dazu den idealistischen jungen Politiker, der nach Bush in Washington en vogue ist und dies gibt dem Film ebenfalls einen Anschein von Aktualität, der geschickt kaschiert, wie traditionell die Geschichte im Grunde ist.

    Ein Aktenkoffer mit belastendem Material verschwindet, Zeugen werden getötet, die Journalisten folgen scharfsinnig der Spur und geraten schließlich selber in tödliche Gefahr: Das ist gutes altes Genre und wird mit Pfiff und ohne die üblichen Materialschlachten wie Verfolgungsjagden oder explodierende Gebäude umgesetzt. Statt dessen konzentriert sich Regisseur Kevin Macdonald lieber auf die stimmige Atmosphäre und so ist State of Play bis in die kleinsten Nebenrollen genau passend besetzt, die Zeitungsräume und Wohnungen sehen so aus, als würde in ihnen gearbeitet und gelebt und bis zum letzten Dreh bleibt die Story absolutspannend. Ein Film wie ein gut geschriebener Artikel.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Rundum gelungener Politthriller, der sowohl mit seinem intelligenten, spannenden Drehbuch, als auch der stylishen Inszenierung und der bestens aufgelegten Besetzung punkten kann.
  • Cal McCaffrey, altgedienter Reporter beim Washington Globe, untersucht einen Mordfall mit Drogenhintergrund, eine junge Online-Kollegin den Selbstmord der Geliebten eines Kongressabgeordneten. Als die Fäden ihrer Ermittlungen zusammenlaufen, die Fälle eine Verbindung zeigen, kämpfen zwei Reportergenerationen gemeinsam gegen redaktionellen Zeitdruck und für die Wahrheit hinter einer Kongressanhörung, bei der die Zukunft eines militärischen Sicherheitsdienstes, aber auch die des Politikers, Cals Studienfreund, auf dem Spiel stehen.

    Kevin Macdonald („Der letzte König von Schottland“) in-

    teressiert sich in dem packenden Politthriller für Moral, Machtmissbrauch und Menschen, die skrupellos Fremdinteressen geopfert werden.
  • Der Film stürzt sich mitten hinein: ein Schwarzer rennt durch die Stadt, wird offenbar verfolgt, über die Straße, durch einen Laden, über eine Mauer im Hinterhof… und damit hat einen der Film gepackt, denn natürlich ist der Verfolgte nur ein Stein des Anstoßes für diese Geschichte um Macht und Korruption, um Politik und Journalismus, Freundschaft und Verrat, Mord und Verschwörung und um eine neue Zeit, die auf eine alte stößt.

    Cal McAffrey (Russell Crowe) ist altbewährter Reporter mit ungepflegt gestutztem Bart, halblangem Haar, Wampe, der beim Autofahren Bluegrass-Musik hört und Chips in sich reinstopft. Ihm zur Seite steht die junge Della Frye (Rachel McAdams) von der Online-Redaktion, die ihre Stories schnell runtertippt und sich dabei vor allem auf andere Blogs bezieht. Auf wessen Seite der Film steht, ist klar: während Della nie einen Stift dabei hat, kennt Cal jeden und bekommt mit einer einnehmenden Mischung aus Charme und Impertinenz alles aus seinen Kontakten raus, was er will.

    Cal entspricht ganz dem Mythos des guten Reporters, der vielleicht nicht ganz objektiv ist, im Grunde aber stets der Wahrheit nachspürt, mit allen Tricks und wenn es sein muss auch unter dem Risiko schmerzhafter persönlicher Verluste. „Ich glaube, dass die Leute zwischen all dem Klatsch und Tratsch unterscheiden können, was eine richtige Nachricht ist. Und ich glaube, dass sie froh sind über die, die mit ihren Artikeln alles wieder ein bisschen ins Lot bringen.“ Sagt Cal. Während seine Chefredakteurin ganz gerne auch mal einen Sexskandal auf dem Titel hätte, der Auflage verspricht. Auch wenn damit die Recherche zur ganz großen Story gestört oder verhindert wird. Vor allem, weil hinter ihr die neuen Herausgeber stehen, die in einer sich wandelnden Medienwelt tatsächlich sehen wollen, wie eine Print-Zeitung [i]Gewinn [/i]macht! Womit der Film auch in diesem Subplot plädiert für Qualität und Nachhaltigkeit und gegen kurzfristiges Finanzdenken; denn es zahlt sich letztendlich aus, den Zeitungsdruck für 22.000 Dollar die Stunde zu verschieben und zu warten, wenn man dafür statt eines Schlagzeilen-Strohfeuers an die große Sache rankommt.

    Doch das ist nur ein Nebenschauplatz im Film, der freilich das reflektiert, worum es in der Hauptsache geht: PointCorp, eine private Sicherheitsfirma, ist dabei, die gesamte innere Sicherheit zu monopolisieren durch Privatisierung des staatlichen Rechts auf law and order, durch Outsourcing von Polizei- und Militäraufgaben auf ein privates Unternehmen; das mit seinen Söldnern im Irak schon Milliarden verdient und im Inland auf noch mehr Profit hofft. Der Abgeordnete Stephen Collins kämpft dagegen an in einem Ausschuss des Verteidigungsministeriums, und als seine Assistentin ermordet wird, soll wahrscheinlich er getroffen und ausgeschaltet werden. Weil er eine Affäre mit ihr hatte, die nun öffentlich herausposaunt wird wegen all der Skandalgeilheit in Medien und Leserschaft, die sich nun alle auf diesen Politschmutz stürzen. Ein Nebenschlachtfeld ist damit eröffnet im Krieg um Milliarden Dollar. Und dieser Mechanismus von Politik, Wirtschaft und Medien ist fein beobachtet, und schön en passant arbeitet der Film heraus, wie es im politisch-ökonomischen Komplex mit seinen vielen widerstreitenden Finanz- und Machtinteressen zugeht.

    Cal ist ein alter Studienfreund von Collins, und das verkompliziert einiges. Zumal Cal auch mal was mit Collins’ Frau hatte. Womit sich das Private vermischt und verknüpft mit dem Politischen und dem Journalistischen, mit der ganzen großen Sache, die Cal erahnt. Hinter der er herrecherchiert. Der der Film Stück für Stück folgt, bis alles auf dem Tisch liegt.

    Der Film basiert auf einer sechsstündigen BBC-Miniserie, und die vielen Nebengeschichten und -figuren sind wohl dieser Vorlage entlehnt. Doch das Schöne ist: Alles hat seinen Platz und seine Zeit, und alles fügt sich zusammen zu einem großen Mosaik, das den Mikrokosmos des Privaten mit dem Makrokosmos einer industriellen Verschwörung verbindet.

    Und in diesem doppelbödigen Spiel ist nur Ben Affleck als Collins fehlbesetzt, der gegen das geordnete Chaos Russell Crowes nur sein geradliniges Dead-Pan-Face setzen kann. Seine Darstellung ist viel zu einfach gestrickt, da ist kein Untergrund, er strahlt eine herzliche Naivität aus – wie in eigentlich all seinen Rollen. Und das passt nicht zu einem aufstrebenden Abgeordneten, dass er nämlich ganz den Mythos des guten, anständigen Politikers besetzt, dem man freilich nie zutraut, clever genug zu sein für die kleinen Intrigen und Kuhhandel, die sich im politischen Leben eben abspielen. Was bei ihm Grundehrlichkeit sein soll, wird schnell zu Unbefangenheit, ja Unbedarftheit: so ist es halt immer bei Affleck. Selbst wenn er eine falsche Entscheidung getroffen hätte, deshalb in Gewissenskonflikten steckte und vielleicht sogar so etwas wie ein Doppelleben hätte: seiner Darstellung würde man das sie abkaufen.

    Mit atemlosen, aber nie überstürztem Rhythmus und dramaturgischem Geschick hangelt sich der Film von Mord zu Mord, von Mutmaßung zu Mutmaßung, von Recherche zu Recherche bis zum allerletzten Plottwist, für den es sich lohnte, den Redaktionsschluss wieder und wieder aufzuschieben; nach dem es dann auch egal ist, wer denn nun eigentlich über Leichen ging, weil alle außer der vierten Macht der Presse Dreck am Stecken haben. Und es fällt dabei nicht ins Gewicht, wenn manche Handlungsverbindungen etwas schwach sind: das Wiedererkennen eines Verdächtigen auf einem unscharfen Überwachungsvideo oder das plötzliche Auftauchen eines Zeugen in der Redaktion zufällig gerade im rechten Augenblick.

    Nein: Regisseur Kevin Macdonald weiß all die Storyfäden geschickt zu verknüpfen, und er findet auch noch die Zeit für kleine, aber atmosphärisch wichtige Seitenblicke auf Passanten auf der Straße, die einfach nur gucken (oder vielleicht doch beobachten und beschatten?), und auf dunkle Helikopter über den Dächern von Washington. Damit wird subtil ein Gespür für Paranoia geschafften – und der Film erweist sich tatsächlich als würdiger Nachfolger seiner erklärten Vorbilder aus den 70ern, „Die drei Tage des Condor“ oder „Die Unbestechlichen“, die ja auch höchst kunst- und wirkungsvoll konstruiert sind.

    Fazit: Clever konstruiertes Verwirr- und Recherchespiel um einen undurchdringlichen Sumpf aus Geld, Macht und Intrigen.
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