Filmhandlung und Hintergrund

Ironische Abrechnung mit dem Starkult im schnelllebigen Medienzeitalter anhand des Aufstiegs und Falls eines Models aus der kanadischen Provinz.

Tina Menzhal aus der tiefsten Provinz Ontarios stammend wird zur international begehrten Berühmtheit. Aufgebaut von und immer im Visier der Medien wird sie schnell Mitglied des Jet-Sets, beliebter Gast bei Talkshows und Benefiz-Galas, findet Eintritt in die High Society durch die Heirat mit einem UN-Botschafter. Doch wie gewonnen, so zerronnen.

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Kritikerrezensionen

  • Stardom: Ironische Abrechnung mit dem Starkult im schnelllebigen Medienzeitalter anhand des Aufstiegs und Falls eines Models aus der kanadischen Provinz.

    Models und Medien – die perfekte Verbindung. Der Kanadier Denys Arcand beobachtet mit ironischen Untertönen den Starkult und – ruhm im schnelllebigen Medienzeitalter, untersucht die Frage von Making und Marketing eines Supermodels. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen nicht ausgeschlossen.

    Thematisch hätte sich Cannes-Chef Gilles Jacob wohl kaum einen passenderen Abschlussfilm aussuchen können. Denn nicht mehr Filmschauspieler gelten als die großen Stars, sondern langbeinige Models, wie sie auch in Cannes bei der Modenschau zu Gunsten der Aids-Forschung über den Laufsteg stolzierten. Da stahlen die Claudia Schiffers und Karen Mulders so manchem Filmsternchen die Schau. Denys Arcand zeichnet die raketenhafte Karriere der jungen Tina Menzhal von der tiefsten Provinz Ontarios zur international begehrten Berühmtheit. Aufgebaut von und immer im Visier der Medien wird sie schnell Mitglied des Jet-Sets, beliebter Gast bei Talkshows und Benefiz-Galas, findet Eintritt in die High Society durch die Heirat mit einem UN-Botschafter. Doch wie gewonnen, so zerronnen. Das nette Mädel endet ganz brav und bürgerlich dort, wo es hergekommen ist. Nichts bleibt der Öffentlichkeit verborgen, weder die Story vom Vater, der sie verließ, noch von der neidischen Freundin. Privatsphäre oder Intimität gibt es nicht, sogar ein Amateur-Video ihres Freundes aus dem Schlafzimmer gelangt in falsche Hände. Arcands Perspektive ist die der TV-Kameras, durch die er Aufstieg und Fall beobachtet, die Marketing-Strategien und das Verschwinden von Identität. Es geht nicht mehr um den Menschen, sondern nur um das Medien-Produkt. „Stardom“ reflektiert gleichzeitig die permanente Sucht nach immer neuen Gesichtern, die dazu führt, dass so mancher Star plötzlich fallengelassen wird wie eine heiße Kartoffel. Die unterhaltend inszenierte Geschichte begnügt sich nicht nur mit einer simplen Persiflage des Geschäfts mit der Berühmtheit, sondern spielt durch einen visuellen Kniff Sein und Schein geschickt gegeneinander aus. Ein Modefotograf verfolgt den Weg der Tina Menzhal und nimmt dokumentarisch Momente ihres Lebens auf – in ehrlichem schwarz-weiß, um sich von den bunten Bildern künstlicher Wirklichkeit abzusetzen. Auch wenn es „Stardom“ an Spitzzüngigkeit und beißenden Schärfe von Woody Allens „Celebrity“ fehlt, gelingt dem von weiblicher Schönheit fasziniertem Kanadier ein kurioses Panoptikum medialer Auswüchse und bestes Weekend-Entertainment. mk.

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