Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama: Ein ehemaliger Stasi-Häftling findet auf Hiddensee einen Flüchtlingsjungen aus Sri Lanka, der in seine Heimat zurück will und versteckt ihn bei sich vor den Behörden...

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Kritikerrezensionen

  • Spur der Hoffnung: TV-Drama: Ein ehemaliger Stasi-Häftling findet auf Hiddensee einen Flüchtlingsjungen aus Sri Lanka, der in seine Heimat zurück will und versteckt ihn bei sich vor den Behörden...

    Viele zu lange lag Hannu Salonens bereits 2006 entstandenes Flüchtlingsdrama auf Eis. Umso bemerkenswerter, dass dies dem Film nicht geschadet hat.

    Als der Finne Hannu Salonen diesen Film auf Hiddensee gedreht hat, muss er sich sehr zuhause gefühlt haben: Es war März, aber die Ostseeinsel litt unter dem härtesten Winter seit langem. Die Redensart „Schnee von gestern“ passt also gleich in mehrfacher Hinsicht, denn die Ereignisse, um die es in seinem Flüchtlingsdrama letztlich geht, liegen über zwanzig Jahre zurück; und auch der Film ist nicht mehr der jüngste. Jetzt wird er endlich gezeigt, und doch wird sich Salonen nur halbherzig freuen: Das „Erste“ versendet dieses ausgezeichnete Drama um 23.30 Uhr.

    Ähnlich wie in „Es ist nicht vorbei“ erzählt Kristin Derfler in „Spur der Hoffnung“ eine Geschichte, deren Wurzeln in der DDR liegen. Der Reiz des Films liegt nicht zuletzt in dem Geheimnis, das die zentralen Figuren umweht. Im Mittelpunkt steht Ben (Lohmeyer), ein Eigenbrötler, der sich erst durch einen gestrandeten Jungen aus Sri Lanka aus der Reserve locken lässt. Der zwölfjährige Satya (Brevin Koneswaran) sorgt unfreiwillig dafür, dass sich Ben dem großen tragischen Moment seines Lebens stellt: Zwei Jahre vor dem Mauerfall sind seine Frau und sein kleiner Sohn beim Fluchtversuch in der Ostsee ertrunken. In dem Polizisten Straussenberg (Jürgen Vogel) hat Ben endlich einen Schuldigen gefunden; allerdings dauert es eine Weile, bis die schlaglichtartigen Rückblenden verraten, welche Rolle Straussenberg in der Tragödie gespielt hat.

    „Spur der Hoffnung“ weist Qualitäten auf, die jedes Kinofilms würdig wären. Allein die Bildgestaltung durch Andreas Doub ist herausragend. Selten wirkte ein Winter so unwirtlich und ein Meer so feindlich. Mitunter haben Salonen und Doub Bilder komponiert, die man sich auch in Cinemascope vorstellen kann. Karim Sebastian Elias sorgt mit seiner elegischen sinfonischen Musik für die perfekte Untermalung. Obwohl die Handlung im Grunde überschaubar ist, wirkt sie äußerst komplex, weil alle handelnden Personen eine eigene Geschichte haben; selbst wenn sie wie beispielsweise bei Bens Freund Thies (Thomas Kügel) erst ganz zum Schluss erzählt wird. Und dann ist da noch eine dänische Sozialarbeiterin (Camilla Søeberg), bei der man lange nicht weiß, auf wessen Seite sie steht; aber mit ihrer lockeren Art, die auf die verschlossenen Einheimischen geradezu distanzlos wirkt, lockt sie die Insulaner prompt aus der Reserve. Die Besetzung von Charakterköpfen wie Charly Hübner, Christina Große oder Sven Pippig trägt schließlich enorm dazu bei, dass auch die Nebenfiguren Format bekommen. tpg.

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