Spreewaldkrimi: Zwischen Tod und Leben

  

Filmhandlung und Hintergrund

Zehnter "Spreewaldkrimi" von Autor Thomas Kirchner.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

3,0
2 Bewertungen
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(1)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(1)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Spreewaldkrimi: Zwischen Tod und Leben: Zehnter "Spreewaldkrimi" von Autor Thomas Kirchner.

    Der zehnte „Spreewaldkrimi“ ist ein hochkomplexer Film und erfreut erneut durch ein faszinierendes Spiel mit verschiedenen Zeitebenen.

    Auch mit der zehnten Episode bleibt der „Spreewaldkrimi“ seinem Ruf treu, eine der faszinierendsten Reihen im deutschen Fernsehen zu sein. „Die Summe der Teile“ lautete der treffende Arbeitstitel des Films, aber im Grunde passt diese Beschreibung zu allen Geschichten über den melancholischen Kommissar Thorsten Krüger (Christian Redl): weil die Drehbücher von Thomas Kirchner stets aus komplizierten und meist nicht leicht zu durchschauenden Rückblendenkonstruktionen bestehen, die wie ein Puzzle erst am Ende ein schlüssiges Gesamtbild ergeben. Dieses oftmals surreale Spiel mit Raum und Zeit ist auch deshalb so reizvoll, weil Krüger quasi in der Lage ist, sich über die Gesetze der Physik hinwegzusetzen; wenn auch nicht buchstäblich, sondern eher im metaphysischen Sinn. In „Zwischen Tod und Leben“ treibt Kirchner das Spiel auf die Spitze, und auch dieser Titel hat seine Berechtigung: Der Film beginnt denkbar spektakulär mit dem Tod der Hauptfigur. Diese Ebene bildet fortan die Rahmenhandlung, denn Krügers Seele findet sich bald darauf auf einem Boot wieder, und spätestens jetzt zeigt sich: Kirchner hat die zehnte Episode gewissermaßen als Hommage in eigener Sache konzipiert. Kai Wessels dritte Regiearbeit für die Reihe funktioniert zwar auch, wenn man die anderen Geschichten nicht kennt, aber der Film enthält derart viele Anspielungen und Hinweise auf alte Fälle, dass ihn alle Freunde der Reihe als Geschenk betrachten werden. Viele prominente Gastdarsteller wirken in teilweise denkbar kurzen Gastauftritten mit, weil der Kommissar bei seiner Reise in den Hades an den Schauplätzen früherer Episoden vorbeikommt. Derweil versucht Fichte (Thorsten Merten), der seinen Chef aus den Flammen gerettet hat, herauszufinden, woran der Kommissar zuletzt gearbeitet hat. Auf diese Weise kommt die eigentliche Krimihandlung ins Spiel. Die Spur führt zurück in die Nachwendezeit; damals haben einige Leute das große Geld gemacht, als die ostdeutsche Stromversorgung an westdeutsche Energiekonzerne verscherbelt wurde. Leider kommt der interessante Fall wegen Krügers Reise ins Jenseits ein bisschen zu kurz, und mitunter erzählt Kirchner die Geschichte womöglich auch ein bisschen zu kompliziert, aber die Verschachtelung der verschiedenen Ebenen ist erneut von großer Kunstfertigkeit, und das nicht nur wegen der diversen Übergänge. Handwerklich sind die „Spreewaldkrimis“ ohnehin stets vorbildlich, doch die eigentliche Faszination entsteht durch die Montage, zumal die Rückblenden mitunter nur die halbe Wahrheit erzählen; manchmal wird auch später und aus anderer Perspektive nachgereicht, was unmittelbar zuvor geschehen ist. So entfaltet sich nach und nach eine Tragödie, deren Ausmaß die Wagner-Anklänge in der Filmmusik von Ralf Wienrich vollkommen rechtfertigt. tpg.

Kommentare

  1. Startseite
  2. Alle Filme
  3. Spreewaldkrimi: Zwischen Tod und Leben