Spreewaldkrimi: Die Tote im Weiher

  1. Ø 4.5
   2014
Spreewaldkrimi: Die Tote im Weiher Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Spreewaldkrimi: Die Tote im Weiher: Auch der siebte Spreewald-Krimi von Thomas Kirchner ist exzellent fotografierte Krimikunst.

Seit ihre Tochter bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, litt Carola Kubitz unter Schuldgefühlen; nun hat sie sich das Leben genommen. Das Verhalten von Carolas Psychotherapeutin veranlasst Kommissar Krüger, die genauen Umstände des Autounfalls zu untersuchen. Dabei stößt er auf einen weiteren Patienten, einen Kommunalpolitiker mit vielversprechender Karriere. Offenbar bestand eine Verbindung zwischen der Toten und dem Politiker; doch die Therapeutin schweigt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Im Schatten der populären Samstagstitel „Bella Block“, „Stubbe – Von Fall zu Fall“ oder „Ein starkes Team“ haben sich die montags ausgestrahlten „Spreewaldkrimis“ zu einer der besten deutschen Krimireihen entwickelt.

    Der Star ist nicht der Kommissar, sondern der Schauplatz. Möglicherweise könnten die Geschichten von Thomas Kirchner auch anderswo gedreht werden; aber hier, in den Südosten Brandenburgs, gehören sie hin. Dank kongenialer Regisseure tragen die Filme zudem immer wieder eine neue Handschrift. Auf u.a. Thorsten C. Fischer, Roland Suso Richter und Kai Wessel folgt nun Sherry Hormann, und auch ihr gelingt das Kunststück, dem Geist der kürzlich von der Deutschen Akademie für Fernsehen mit Preisen überschütteten Reihe treu zu bleiben und trotzdem eigene stilistische Akzente zu setzen.

    Markenzeichen der stets von Wolfgang Esser produzierten Spreewaldkrimis ist die komplexe Rückblendenkonstruktion, mit deren Hilfe Kirchner die Unausweichlichkeit des Todes beschreibt. Auf diese Weise spitzt sich die Spannung zweifach zu: in der Gegenwart, weil Kommissar Thorsten Krüger (Christian Redl) der Wahrheit auf der Spur ist; und in der Vergangenheit, weil der Zeitpunkt des Todes immer näher rückt. Zur Herausforderung wird dieses Konstrukt, weil Kirchner auch innerhalb der Rückblenden mehrfach die Zeitebenen wechselt. Auf diese Weise erklärt das Gestern das Heute und das Vorgestern das Gestern; und man versteht, warum für eine Frau allein das alles verschlingende Schwarz Erlösung versprach.

    Der Arbeitstitel des Films lautete „gestern heute morgen“, aber ein Morgen wird es für Carola Kubitz (Anna Maria Mühe) nicht geben. Der Prolog ist daher die perfekte Einstimmung auf die Geschichte, die immer wieder von Horrorfilmelementen durchsetzt ist: Eine junge Frau rennt durch ein nächtliches Waldgelände, erreicht schließlich einen kleinen See, watet ins Wasser – und verschwindet. Ähnliche Momente wird es später immer wieder geben, und sie werden sich regelmäßig als Alptraum der Frau erweisen. Die ersten Bilder aber waren kein Traum. Carola Kubitz hat sich das Leben genommen, weil sie ihre Schuld nicht länger ertragen konnte: Vor fast auf den Tag genau fünf Jahren hatte sie auf regennasser Straße einen Unfall, bei dem ihre kleine Tochter ums Leben gekommen ist. Das Ereignis ist allerdings aus ihrem Gedächtnis gelöscht, so sehr sie sich auch mit Hilfe einer Psychiaterin (Birge Schade) bemüht hat, den Ablauf des Unfalls zu rekonstruieren. Je intensiver sich Krüger mit dem Fall beschäftigt, um so überzeugter ist er, dass die Mutter keine Schuld traf: weil sie womöglich einem Auto ausgewichen ist, das wegen überhöhter Geschwindigkeit auf ihre Fahrbahn geraten war. Diese Straftat, fahrlässige Tötung mit Fahrerflucht, verjährt jedoch nach fünf Jahren; Krüger bleiben nur noch 48 Stunden.

    Der Wettlauf gegen die Zeit steigert die Spannung natürlich nochmals, aber Kirchner und Hormann haben es gar nicht nötig, mit Hilfe von Uhrzeiten oder entsprechenden Dialogen so etwas wie ein Countdown-Gefühl herzustellen. Der Film konzentriert sich vielmehr darauf, die Charaktere der handelnden Figuren auszuloten, zu denen neben dem eigenbrötlerischen Kommissar auch die Therapeutin, der Witwer (Fabian Busch) sowie ein aufstrebender Kommunalpolitiker (Thomas Loibl) gehören. Er ist ebenfalls Patient der Psychiaterin, auch er leidet unter regelmäßigen Alpträumen, in deren Verlauf er bei einer demnächst stattfindenden Laienspielaufführung erstochen wird.

    Neben der verschachtelten Erzählweise und den ausgezeichneten Dialogen ist die regelmäßig herausragende Bildgestaltung ein weiteres Merkmal der „Spreewaldkrimis“. Auch „Die Tote im Weiher“ ist exzellent fotografiert (Armin Franzen); gerade die vom nächtlichen Nebel durchwaberten und sich unvermittelt blutrot färbenden Waldbilder sind schauderhaft schön und sorgen für manchen Gänsehauteffekt. tpg.

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