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Sorry We Missed You

Kinostart: 30.01.2020

Sorry We Missed You: Gewohnt kämpferisches und mitreißendes Sozialdrama von Ken Loach über eine britische Arbeiterfamilie, die mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu kämpfen hat.

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„Sorry We Missed You“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Gewohnt kämpferisches und mitreißendes Sozialdrama von Ken Loach über eine britische Arbeiterfamilie, die mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu kämpfen hat.

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise machen den Turners in Newcastle upon Tyne auch zehn Jahre danach immer noch schwer zu schaffen. Sie sind schwer verschuldet und müssen sich strecken, um über die Runden zu kommen. Als Vater Ricky einen Lieferwagen kaufen kann, sieht er einen Ausweg aus der Misere möglich: Er will sich selbstständig machen und einen Lieferservice gründen. Allerdings erweist sich die Realität als unerbittlich. Erschwerend kommt hinzu, dass auch der Job von Rickys Frau Abbie im Krankenhaus bedroht ist.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sorry We Missed You: Gewohnt kämpferisches und mitreißendes Sozialdrama von Ken Loach über eine britische Arbeiterfamilie, die mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu kämpfen hat.

    Drei Jahre nach dem Gewinn seiner zweiten Goldenen Palme für „Ich, Daniel Blake“ ist Ken Loach zurück in Cannes, mit einer weiteren Geschichte eines aufrechten Arbeiters in Newcastle Upon Tyne, der an den Umständen zu zerbrechen droht.

    „Sorry We Missed You“ findet den fast 83-jährigen Filmemacher, der wie immer seit 1996 mit einem Drehbuch von Paul Laverty, dem unübertrefflichen Poeten der Arbeiterklasse, arbeitet, wie gewohnt empört und wütend, aber mittlerweile auch fast resigniert. Selbst die einstige Solidarität derer, die ebenfalls von den Mühlen der Industrie zermalmt werden, hat keinen Wert mehr in einer Post-Brexit-Welt, in der sich einfache Männer nach Jahrzehnten des Malochens endlich den Traum von der Selbstständigkeit erfüllen, nur um festzustellen, dass sie in dem System des Franchising in einen noch viel höllischeren Teufelskreis geraten sind. Ihre Abhängigkeit vom Auftraggeber ist noch größer, dessen Verantwortung allerdings gleich Null: Er muss keine Krankenkasse oder Abgaben mehr zahlen, Urlaub gibt es nicht. Wer nicht arbeiten kann, muss selbst für Ersatz sorgen oder wird mit empfindlichen Strafen belegt. Und immer tickt die Uhr: Man muss sein Pensum erfüllen.

    Dass sich Ricky Turner, der Don Quixote dieser Geschichte, der an den Windmühlenflügeln eines Systems, das kein Erbarmen für ihn und seine Familie kennt, unweigerlich zerschellen muss, trotzdem auf diesen Wahnsinn einlässt, liegt an seinem Stolz, endlich einmal im Leben sein eigener Herr zu sein, ein Vorbild für seinen jugendlichen Sohn, und seiner Familie nach Jahren der Verschuldung doch noch den schon einmal geplatzten Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Pustekuchen. Was sich anfangs noch gut anlässt, wird bald zum erwarteten Albtraum. Ausgerechnet Rickys jugendlicher Sohn setzt den Niedergang der Familie Turner in Bewegung, als er nach einer Schlägerei auf dem Schulhof von der Schule zu fliegen droht. Danach füttert eine Katastrophe die nächste, bis Ricky, psychisch und körperlich längst gebrochen, sich gegen die eigene Familie wenden muss, um die letzte Chance nicht zu verspielen, sie vielleicht doch noch retten zu können.

    Wie immer bei Loach gibt es leichte und zarte Momente. Seine Helden verlieren auch im Moment des Untergangs nicht den Humor. Und doch ist es erschütternd mitanzusehen, wie die Kettenreaktion in diesem kafkaesken Szenario ihren unvermeidlichen Lauf nimmt. Weil man sich jederzeit in dem immer gehetzteren Blick von Hauptdarsteller Kris Hitchen wiedererkennt, der hinter dem Steuer seines Lieferwagens im Verlauf des 100-minütigen Films vor den Augen des Zuschauers um Jahre zu altern scheint. ts.

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