Sons of Norway

  1. Ø 0
   2011
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Filmhandlung und Hintergrund

Sons of Norway: Herz erwärmende Komödie über einen Jungen, der nach dem Tod seiner Mutter zum Punkrocker wird und von seinem Vater alle Unterstützung dabei erfährt.

Es ist das Ende der Siebzigerjahre und der 14-jährige Nikolaj lebt das typische Leben eines Jungen, dessen Eltern die Hippiebewegung voll ausleben und den eigenen Kindern alle Freiheiten lassen. Doch als Nikolajs Mutter bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, fällt sein Vater Magnus in eine tiefe Depression. Der Junge weiß nicht mehr weiter, als er von seinem besten Freund auf die Musik der Sex Pistols aufmerksam gemacht wird. Nikolaj ist so begeistert, dass er sich selbst eine Gitarre kauft. Als sein Vater plötzlich aus seiner Depression herausfindet, unterstützt er seinen Sohn bei dessen Wandel zum Punkrocker.

Der 14-jährige Nikolaj lebt das typische Dasein eines Jungen, dessen Eltern die Hippiebewegung voll ausleben und den eigenen Kindern alle Freiheiten lassen. Als Nikolajs Mutter bei einem Verkehrsunfall stirbt, fällt sein Vater in eine tiefe Depression. Der Junge weiß nicht mehr weiter, als er von seinem besten Freund auf die Sex Pistols aufmerksam gemacht wird. Nikolaj ist so begeistert, dass er sich selbst eine Gitarre kauft. Der Vater ünterstützt den Sohn bei dessen Wandel zum Punkrocker.

Ein Jungen wird nach dem Tod seiner Mutter zum Punkrocker und dabei von seinem Vater unterstützt. Skurrile, lebensbejahende Komödie mit diesem typisch skandinavischen Sinn für schrägen Humor.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der neue Film "Sons of Norway" des norwegischen Regisseurs Jens Lien („Anderland“) schildert auf realistische Weise, zwischen Komik und Ernst pendelnd, die Auseinandersetzung eines Jungen mit seinem antiautoritären Vater. Nikolaj, der Ende der siebziger Jahre in Oslo in die Pubertät kommt und den Punkrock entdeckt, schwankt zwischen Bewunderung und Ärger, wenn es um seinen Hippievater geht, gegen den es fast unmöglich ist, zu rebellieren. Der Film basiert auf dem autobiografischen Roman „Theory and Practice“ des Drehbuchautors Nikolaj Frobenius („Insomnia“).

    Der von Åsmund Høeg in seinem Kinodebüt gespielte Nikolaj liebt seine alternativen Eltern, die zum Weihnachtsfest 1978 die „Internationale“ singen und so glücklich miteinander sind. Im steifen Norwegen jener Zeit fällt der unbekümmerte Magnus mit seinem rotblonden Bart und seinen Hippie-Ansichten in der Nachbarschaft auf wie ein bunter Hund. Nikolaj bekommt eine E-Gitarre geschenkt und sein Freund Tor nimmt ihn mit zu Anton, einem „echten Punk“, den man daran erkenne, dass ihm alles egal sei. Dort hören sie die Sex Pistols und rennen nachher beschwingt über den Friedhof, um „No future for you“ zu rufen.

    Mit der Geborgenheit in der Familie ist es für Nikolaj vorbei, als die Mutter von einem Auto überfahren wird. Magnus, der von Sven Nordin gespielt wird, will das Bett nicht mehr verlassen. Der Vater wird zu Nikolajs Sorgenkind, denkt nur noch an sich. Aber so ist er nun mal, selbst als es ihm wieder besser geht, schockiert er den Sohn weiter mit seinen spontanen Ideen, seiner idealistischen Selbstinszenierung. Der Film wird aus der Perspektive des dauernd irritierten Sohnes erzählt, der seinem Vater in der Erinnerung ein Denkmal setzt.

    Dass Nikolaj seine Einsamkeit und seine Wut in der alles ablehnenden Haltung des Punk auslebt, erscheint nur folgerichtig. So kann er auch das Gutmenschentum des Hippie-Vaters verachten, ihm ein Widersacher sein. Es gibt nicht nur Musik von den Sex Pistols und Public Image Ldt (PiL), sondern auch einen Gastauftritt von John Lydon, besser bekannt als Johnny Rotten, der auch ausführender Produzent des Films wurde.

    Nikolajs Rolle ist vor allem die des stillen Beobachters. Oft lächelt er bewundernd und ratlos zugleich, überwältigt von der Extravaganz des lebhaften Vaters. Einen einfachen Weg aus dieser Umklammerung gibt es für den Jugendlichen nicht, dessen meistens nur stumme Wut der Vater gar nicht wahrnimmt oder auf sich bezieht. Dabei wird die junge Hauptperson auch vom Film zu sehr auf diesen Konflikt reduziert, in ihrer Entfaltung eingeschränkt. Das passt jedoch auch wiederum zum lakonisch-humorvollen Stil der Geschichte, der die Polarisierungen in einer Familie, einer gesellschaftlichen Epoche entlarvend feststellt und allenfalls mit etwas Nostalgie umhüllt, ohne groß zu werten.

    Fazit: „Sons of Norway“ erzählt auf humorvoll-realistische Weise von den Schwierigkeiten eines jugendlichen norwegischen Punks, gegen den dominanten Hippie-Vater zu rebellieren.
  • Mit seinem vor Lebensfreude überbordenden Initiationsfilm verneigt sich „Anderland“-Macher Jens Lien vor den 70ern, dem Punk und einer einzigartigen Hippie-Vaterfigur.

    Geschichten über das Erwachsenwerden gibt es zur Genüge. Doch diese Coming-of-Age-Dramödie schlägt vieles bisher Dagewesene um Längen. Das hat viele Gründe: Zum einen versteht es der Norweger Jens Lien, der bereits mit seiner visuell beeindruckenden Utopie „Anderland“ (2006) ein Ausrufezeichen setzte, hervorragend, die Balance zwischen Komik und Tragik, zwischen verspielter Verrücktheit und ernsthafter Ehrlichkeit, zu halten. Zum anderen lässt er gelungen eine Ära – die späten 70er Jahre – wiederauferstehen, die der Regisseur wie seine Westentasche zu kennen scheint. Es ist die Zeit der freien Liebe und des Anarchismus, als Kevin Keegan noch beim HSV kickte und die Sex Pistols den Punk salonfähig machten. Der Punk ist es auch, der den kleinen Nikolaj derart fasziniert, dass er selber zu einem wird. Schließlich muss er sich von seinem Vater Magnus absetzen, einem wilden, das Leben in vollen Zügen genießenden Hippie-Haudegen, der gegen den Kapitalismus wettert, auf freie Körperkultur steht (Höhepunkt ist eine Landpartie auf dem Motorrad im Adamskostüm), ein Sinnbild für antiautoritäre Erziehung ist und als Architekt mit seinen revolutionären Ideen die Welt verändern will.

    Mit der wuchtigen Perfomance von Sven Nordin, der in „Elling“ bereits an einer weiteren skandinavischen Kinoperle maßgeblich beteiligt war, steht und fällt auch dieser Film, der auf dem autobiografischen Roman „Theory and Praxis“ basiert und mit dem der Autor Nikolaj Frobenius (sein Drehbuch „Insomnia“ wurde für Christopher Nolans US-Fassung adaptiert) seinem Vater eine liebevolle Hommage geschenkt hat. Jens Lien hat das Beste aus der Vorlage herausgeholt, präsentiert farbentsättigte Bilder, die so wirken, als wären sie tatsächlich vor über 30 Jahren entstanden, lässt von den Buttons auf den schwarzen Punk-Klamotten über die bunte Blümchentapete im Wohnzimmer bis hin zum urigen Wohnmobil-VW-Bus kein einziges Detail jener Epoche aus und schwelgt in einem Soundtrack, zu dem die eingängigen Songs des Electric Light Orchestra ebenso gehören wie der harte, laute Pistols-Punk. Trotz einiger tieftrauriger Momente (Nikolajs Mutter stirbt unerwartet, er selbst hat einen schweren Motorradunfall) verliert „Sons auf Norway“ nie seine positive, optimistische Grundstimmung und wird darüber hinaus zu einem filmischen Plädoyer gegen alles, was angepasst, uniformiert und gleich ist, kurz: Lien hat dem Publikum erneut ein kleines, feines Arthaus-Juwel geschenkt. lasso.

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